Neues von der Speedy

Mitten im Winter ein Artikel über die Speedy? Nun ja, zum Einen haben wir ja bisher keinen wirklichen Winter, zum Anderen gibt einen Grund etwas über mein Motorrad zu schreiben:

Ich gönnte der Speedy eine neue Sitzbank. Nun die Sitzbank ist nicht wirklich neu, aber neu bezogen. Bereits Anfang Dezember nahm ich ein Angebot der Firma Motea in Anspruch und schickte meine Sitzbank ein. Das Versprechen: neuer Bezug, schicke Nähte, Applikationen und ein (leider nur aus 7 Zeichen bestehender) Schriftzug nach Wahl. Außerdem wurde eine Gel-Einlage eingearbeitet. Ich bin mir allerdings nicht wirklich schlüssig, ob dass am „Popometer“ messbar ist.
Gestern kam das Paket nun endlich bei mir an und heute wurde die Sitzbank verbaut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Wenn ich auch nicht mehr ganz so „umbauwütig“ bin wie bei der 2012er Speed Triple (siehe hier oder hier!), denke ich schon, dass die neu bezogene Sitzbank das Bild inzwischen abrundet. Ansonsten gibt es da wenig aufzuhübschen, die Speed Triple RS hat ja schon einiges zu bieten an optischen Gimmicks. Der Vorbesitzer hat im Übrigen durch den Erwerb eines entsprechenden Zubehörpaketes selbst für die Erfüllung von bei mir gar nicht vorhandenen Wünschen gesorgt 😉 .

Nextcloud 18 RC2

Es ist ja eigentlich nicht meine Art Releasecandidates zu installieren, bei Nextcloud 18 machte ich wieder einmal eine Ausnahme. Dieses mal hatte es sogar einen gewichtigen Grund: meine Wolke stellte von jetzt auf gleich seine Arbeit ein. Jedenfalls schien es mir so. Das Webfrontend meldete einen Error 500, die Clients konnten sich am System nicht anmelden. Eine kurze Recherche und ein occ-Check der Installation auf meinem Server brachte die Ursache ans Licht; die installierte Nextcloud 17 unterstützt die taufrische Version von PHP nicht. Allerdings wurde das Upgrade bereits Mitte Dezember veröffentlicht und ich hatte wohl Ende Dezember aktualisiert. So erschließt sich mir nicht wirklich, warum meine Wolke nun ausgerechnet gestern den Betrieb einstellte.

Es war ein weiter Weg zur Lösung und es gab (und gibt) mehrere Lösungsansätze. Einige findet man in den Foren bei Nextcloud, eine schön beschriebene Anleitung fand ich dann bei Bitblokes. Allerdings war das alles nicht wirklich zufriedenstellend für mich (aus dem einen oder anderen Grund). Und so entschloss ich mich zur Radikalkur. Da der RC2 im allgemeinen der letzte vor dem offiziellen Release ist, installierte ich kurzerhand den. Soweit lief alles glatt und bis auf 3 Apps (siehe Bild unten) – bis auf die QOwnNotesAPI nicht wirklich relevant – läuft alles ohne Probleme. Ich vertraue darauf, dass die API für meine Notizverwaltung bald aktualisiert wird und ich das wirklich sehr gute Tool QOwnNotes auf meinen Desktops bald wieder verwenden kann.

Alle Jahre wieder – Stasibehörde

„Zwischen den Jahren“ wie die gesamtdeutsche Öffentlichkeit so falsch wie einprägsam die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nennt, meldet sich die nach ihrem ersten Chef benannte Stasibehörde zu Wort. Diese Mal ist es der aktuelle oberste Stasijäger himself der verlangt, dass die beim MfS Promovierten ihrem erworbenen Doktortitel den Zusatz „Stasi“ hinzufügen sollen. Abgesehen von der Sinnhaftigkeit – selbst der letzte Doktorand verteidigte seine Doktorarbeit vor 30 Jahren und dürfte inzwischen das Rentenalter erreicht haben – geht es nebenbei um die Aushebelung des deutschen Namensrechtes und eine Revision des Einigungsvertrages. Ich nehme an der Vorschlag ist ohnehin nicht ernst gemeint. Vielmehr geht es wohl darum sich wieder einmal in Erinnerung zu bringen, den eigentlichen Auftrag erfüllen und nebenher die DDR wieder einmal zu bashen.

Herr Jahn (ich konnte mit dem Namen erst nach einigem Nachdenken überhaupt etwas anfangen) hat sich in Erinnerung gebracht und seine Stasibehörde gleich mit. Obwohl der Vorschlag aus Sicht der selbt ernannten Kämpfer für Demokratie und Menschenrechte wohl einiges für sich hat, ließe er sich doch beliebig erweitern. Ich könnte mir vorstellen, alle in der DDR erworbenen akademischen Grade und Abschlüsse entsprechend zu „kennzeichnen“. Mein bei der Ausbildung zum Offizier der Grenztruppen erworbener Titel „Hochschul-Ingenieur-Ökonom“ (den ich nicht führe) bekäme durch den Zusatz „DDR – Mauerschütze“ doch gleich einen anderen Klang und jeder der meine Agenda in die Finger, besser zu lesen kriegt, wüsste über mich sofort umfassend Bescheid. Sicher gibt es hier noch einiges zu feilen, aber welch herrliches Instrument bekämen all die kleinen und großen DDR-Hasser in die Hand.

Seit einigen Wochen lese ich wieder sehr viel und nach Überwindung einer persönlichen Hemmschwelle auch wieder einmal (Auto)Biographien. Einen tiefen Eindruck hinterlässt immer mehr Eberhard Esche. Der Schauspieler – neben seinem „Der Hase im Rausch“ besonders in der Rolle des Rates Hennicke in „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ brillierend – gibt tiefen Einblick in seine Biographie und seine Weltsicht. Zum Thema Stasi äußert er sich mehrfach.

Divide et impera. Teile und herrsche. Sowohl im Osten als auch im Westen das verderbliche Mißtrauen zwischen den Menschen säen. Welch wohltuende Alltagsbeschäftigung konnten nun die Menschen finden, da sie auf den erlösenden Gedanken gelenkt wurden, ob ihr Nachbar oder Freund oder Ehegatte oder ein beliebiger Fremder bei der Stasi war oder nicht. Oder wenn ein westdeutscher Bürger einen ostdeutschen trifft, ist da nicht sein erster Gedanke: Na, ob der nicht? Was für ein grandioser Beitrag zur deutschen Einheit! Es ist die Art der neuen Herren, die Geschichte Deutschlands mindestens seit der Naziherrschaft, deren Rechtsnachfolger sie ja sind, weiter falsch zu schreiben …

Hätten sie besser mit einem sauberen Messer unsere gemeinsame Nazierbschaft operiert? Das konnten sie nicht, denn dann hätten sie eine Änderung der Besitzverhältnisse im Ernste betreiben müssen.

„Wer sich grün macht den fressen die Ziegen“ Eberhard Esche, Autobiographische Geschichten, S. 366f, ISBN 978-3-95841-063-3