Motorrad 2019 – Jahresrückblick

Im Moment sieht es nicht so aus, als würde ich in diesem Jahr noch einmal Motorrad fahren können. Mein Ganzjahreskennzeichen ermöglicht es mir aber auch kurzfristig die Speedy zu reaktivieren. Im Moment allerdings wäre das Fahren etwas schwierig, denn die Sitzbank ist abgebaut. Ich habe vor dieselbe neu beziehen zu lassen, als Eye-Catcher sozusagen. Nebenher erhoffe ich mir etwas weniger Langstreckenbeschwerden beim Fahren, denn Ergonomie der Speedy RS und mein fortgeschrittenes Alter fordern ihren Tribut.

Im Jahr 2019 haben wir wieder einige schöne Touren mit dem Motorrad absolviert. An erster Stelle ist da natürlich die Alpentour zu nennen, hinzu kommen der Bayerische Wald, Thüringen und einige Tagestouren. Nicht alles wurde per Bild festgehalten und so kann ich hier nur eine kleine Auswahl präsentieren. Beim Zusammenstellen der Bilder schwelgte ich allerdings schon in Erinnerungen. Nicht alle Bilder sind 100%ig auf das Motorrad bezogen, aber die meisten schon …

Zum Vergrößern – wie immer – anklicken (das Bild, nicht die Beschriftung)!

Zitat des Tages – Peter Hacks zum Opportunismus

Das Generalthema und die Epochenüberschrift, richtig, heisst: Opportunismus. Gorbatschow, richtig, ist ein anderer Breshnew; Breshnew bereits hat auf die Fähigkeit des Sozialismus, produktiv (und produktiver als der Imperialismus) zu sein, verzichtet; was Gorbatschow über Breshnew hinaus nur noch preisgegeben hat, ist die Macht, ohne zu produzieren fortzudauern. Opportunistisch, richtig, ist jede Abweichung vom Stalinismus und von Ulbrichts aufgeklärtem Stalinismus, sei es die Abweichung nach rechts oder nach links oder nach rechts und links zugleich.
Der sogenannte Dogmatismus war kein linker Opportunismus, sondern einfach historisch nötig. Linker Opportunismus, das sind der Maoismus und Honeckers Euromaoismus: Gleichmacherei also und Wissenschafts- und Kulturfeindlichkeit im Namen des Apparats und des rückständigsten Teile der Arbeiterklasse. Denn das sind die Hauptformen des Verzichts auf Erzeugung. Das genaue Gegenteil von beidem ist, was Stalin, wie dogmatisch immer, tat.“

Peter Hacks in einem Brief 1991, gefunden bei der Peter Hacks Gesellschaft

Eine der bedenkenswerten Meinungsäußerungen die mich beweg(t)en grundsätzliche Positionen zu überdenken. Nicht nur die Haltung zu Stalin ist Inhalt dieser Neubestimmung, auch Walter Ulbricht erscheint in einem anderen als dem mir beigebrachten Bild. In meiner Erinnerung war er der alte, sächselnde Mann der durch Honecker beerbt wurde. Bei seinem Tod 1973 war ich 9, den Putsch durch Honecker nahm ich 7jährig nicht wahr. Wie wirksam die folgende politische Erziehung war, zeigt u.a. dass ich über Ulbricht kaum mehr weiss, als das öffentliche DDR-Narrativ vermittelte. Nach der Einschätzung Hacks‘ und auch Gossweilers allerdings war Walter Ulbricht einer der bedeutendsten deutschen Politiker des 20. Jahrhunderts, der letzte, ja überragende kommunistische deutsche Arbeiterführer.

Die Erkenntnis, in einer opportunistischen Partei gewesen zu sein, geprägt worden zu sein durch pseudomarxistische Theorien ist schwer zu verarbeiten. Die Theorien des Prinzips der „friedlichen Koexistenz zwischen antagonistischen Gesellschaftssystemen“ als revisionistisch zu erkennen war fast unmöglich. Ein langer Weg der Erkenntnis und des Erkennens scheint vor mir zu liegen …

Tag der Grenztruppen 2019

Auch in diesem Jahr meine Erinnerung an den Jahrestag der Grenztruppen der DDR. Die Erinnerungen werden schwächer, der als Zeitgeist bezeichnete Mainstream übernimmt die Deutungshoheit und die Versuche der realistischen Darstellung werden schwächer.

Der letzte Eintrag auf der Seite der „Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung“ zum Thema Grenztruppen datiert von 2015, das ambitionierte Projekt der „Interessengemeinschaft Grenzernachlässe und Archiv“ führt außerhalb der Startseite zu 404 Fehlern. Beide Projekt scheinen einzuschlafen, das Problem löst sich „biologisch“. Es gelang in beiden Fällen nicht, den Kontakt zu den jüngeren Generationen herzustellen bzw. zu halten. Hoffnung machen einige andere Projekte wie Grenztruppen der DDR oder Grenzkommando. Trotz allem – 30 Jahre nach der Wiedervereinigung genannten Annexion der DDR bleibt eine ernüchternde Bilanz.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, alle ehemaligen Grenzer zu grüßen. Wir haben ehrenvoll gedient und unseren Beitrag zur Friedenserhaltung geleistet und diese Erkenntnis wird uns keiner nehmen!