Christoph Friedrich von Bismarck

Weiter mit den aus der Altmark stammenden Generälen. Natürlich kommt man nicht an der Familie Bismarck vorbei, die nicht nur einen General in ihrer Ahnenreihe hatte (auch wenn der „eiserne Kanzler“ es lediglich zum Oberst ehrenhalber geschafft hat).

Christoph Friedrich von Bismarck, preußischer Generalmajor

  • geboren am 24.02.1652 in Havelberg
  • Vater: Valentin Busso, kurbrandenburgischer Kapitän und Erbherr auf Schönhausen, Fischbeck und halb Briest
  • Mutter: Anna Katharina, geb. von Bardeleben
  • Christoph Friedrich trat 1667 der brandenburgischen Garde bei
  • 1669 Sergeant in wolfenbüttelschen Diensten
  • 1672 Fähnrich in holländischen Diensten
  • 1674 Lieutenant
  • 1675 als Kapitän in kurbrandenb. Dienste
  • 1676/79 Feldzug in Pommern: Belagerung von Stettin und Landung auf Rügen
  • 1680 Major
  • 1686 Feldzug gegen die Türken, bei Ofen ausgezeichnet
  • 15.1.1687 Oberstlieutenant beim Regiment Kurprinz zu Fuß (Nr.6)
  • 1689/90 bei der Belagerung von Bonn
  • 20.07.1690 Oberst
  • 4.10.1690 Kommandant von Küstrin
  • 10.02.1704 Kommandantenstelle abgegeben
  • 20.05.1704 Generalmajor
  • gest. 24.12.1704 zu Küstrin
  • 21.2.1705 beigesetzt in Schönhausen
  • Herr auf Schönhausen, Fischbeck und Riebnitz
  • verheiratet 24.1.1681 mit Luise Margarete von der Asseburg a.d.H Neinburg, gest. 18.12.1698 in Küstrin
  • verheiratet 20.1.1700 mit Margarete Helene von Wulffen a.d.H. Tempelberg

Mehr ist nicht zu finden über unseren ersten General von Bismarck.

Quelle: Kurt v. Priesdorff, „Soldatisches Führertum“, Band 1, S.76, Nr. 124

Artikel von Wladimir Putin zum Beginn des 2. Weltkrieges

Ich möchte den heutigen Tag zum Anlass nehmen (heute vor 79 Jahren überfiel Deutschland die Sowjetunion), auf einen Artikel zum 2. Weltkrieg zu verweisen. Geschrieben hat ihn Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation. Bereits im November 2019 angekündigt, wurde er am 19. Juni auf der Webseite des russischen Präsidenten veröffentlicht, sowohl in (natürlich) russisch als auch in englisch. Torsten Röper steuert in seinem Internetauftritt eine deutsche Übersetzung bei.

Ich halte den Artikel für sehr wichtig, zeigt er doch die Positionen Putins v.a. auch zur Geschichte des Beginns dieses Krieges, die Rolle der Westmächte und Polens zu Beginn des Krieges. Dem Versuch Geschichte „umzuschreiben“ – wie es in den vergangenen Jahren immer wieder versucht wird – tritt er damit entgegen. Insbesondere Polen tritt dabei in den vergangenen Monaten stark hervor.

Bereits in der Benennung der Ursachen des Krieges nennt Putin einen gewichtigen Grund:

Die Ursachen des Zweiten Weltkriegs sind größtenteils auf die Entscheidungen zurückzuführen, die nach dem Ersten Weltkrieg getroffen wurden. Der Versailler Vertrag ist für Deutschland zu einem Symbol tiefer Ungerechtigkeit geworden. De facto ging es darum, das Land auszurauben, das den westlichen Verbündeten enorme Reparationen zahlen musste, was seine Wirtschaft vollkommen erschöpft hat. Der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, der französische Marschall Foche, hat Versailles prophetisch charakterisiert: „Das ist kein Frieden, das ist ein Waffenstillstand für zwanzig Jahre.“

Es war die nationale Demütigung, die den Nährboden für radikale und revanchistische Gefühle in Deutschland geschaffen hat. Die Nazis haben geschickt mit diesen Gefühlen gespielt, haben ihre Propaganda darauf aufgebaut und sie versprachen, Deutschland vom „Erbe von Versailles“ zu befreien, seine frühere Macht wiederherzustellen, damit haben sie das deutsche Volk in einen neuen Krieg getrieben. Es ist paradox, aber westliche Staaten, insbesondere das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten, haben das direkt oder indirekt ermöglicht. Ihre Finanz- und Industriekreise haben sehr aktiv in deutsche Fabriken investiert, die militärisches Material hergestellt haben. Und unter der Aristokratie und dem politischen Establishment im Westen gab es viele Anhänger radikaler, rechtsextremer, nationalistischer Bewegungen, die damals in Deutschland und Europa an Zulauf gewannen.

Aus dem Artikel

Nicht alles im Artikel halte ich für richtig und wichtig, allerdings werden durch Putin eine Reihe historischer Fakten genannt, die – trotz Propagandagetöse – unbestritten sind.

Ich möchte hier auf den gesamten Text auf der Webseite Thomas Röpers verweisen, stelle den gesamten Text aber auch als Download in der Rubrik Geschichte/2. Weltkrieg zum Download bereit.

Update 24.06.: Auf der Seite der russischen Botschaft in Deutschland findet sich nunmehr auch eine offizielle Übersetzung.

Salzwedel als Garnisonsstadt – Dragoner-Regiment 5

Deckblatt des Buches (Bild von Picclick.de)

An sich war ich mir sicher, dass ich nunmehr alle preußischen Garnisonen meiner Heimatstadt Salzwedel hier im Blog erwähnt habe. Weit davon entfernt die Geschichte aller Truppenteile auch nur ansatzweise erfasst zu haben (allein das Projekt Kürassier-Regiment 7 ist etwas fortgeschrittener), stieß ich nun per Zufall auf ein weiteres Regiment, dessen Geschichte mit Salzwedel verbunden ist: das (neu) Preußische Dragoner Regiment „Freiherr von Manteuffel“ (Rheinisches) Nr. 5 war seit seiner Aufstellung 1860 bis 1864 hier in Garnison. Nach seinem Einsatz im „deutschen Krieg“ gegen Dänemark kehrte das Regiment nicht mehr in seine Garnison zurück.

Das Regiment war durch königliche Order vom 07.05.1860 neu aufgestellt worden, als Garnisonen wurden für den Stab, die 1. und 2. Eskadron Salzwedel, für die 3. und 4. Eskadron Gardelegen bestimmt. Das Regiment wurde durch Abgabe kompletter Eskadronen aus anderen Regimentern aufgestellt. Es erhielt Personal aus den Dragoner-Regimentern Nr. 7, 8, 9 und 11. Erster Regimentskommandeur war ein Major von Schönemarck.

Wie gesagt bis vor wenigen Tagen war mir das vollkommen unbekannt. Ein Bekannter schenkte mir ein kleines Büchlein (60 Seiten) mit dem Titel „Die Regimenter der Altmark“ von einem Herbert Riebau. Hier fand ich die diesbezüglichen Informationen. Umfang und Aufmachung lassen auf einen Hobby-Militärforscher wie mich selbst schließen, der im Selbstverlag die Ergebnisse seiner Forschungen veröffentlichte. Herr Riebau bezeichnet das Buch im Vorwort als „Bildband“ und Bilddokumente dominieren die „Kapitel“ über die einzelnen Regimenter. Das v.a. bei 2 Truppenteilen etwas umfangreicher: das „Magdeburger Husaren-Regiment Nr. 10“ (seit 1884 in Stendal ) und dem „Ulanen-Regiment „Hennigs von Treffenfeld (Altmärkisches) Nr. 16), dass ja bekanntlich von seiner Aufstellung 1866 bis zur Auflösung 1919 Garnison in Salzwedel und Gardelegen hatte.

Für mich ein weiteres interessantes Detail zur Militärgeschichte Salzwedels. Überraschend wie sehr Details dieser Geschichte in Vergessenheit geraten sind, bzw. mir bis Dato völlig unbekannt waren. Ich erinnere an die „Entdeckung“ der ja nicht kurzen Geschichte des Kürassier-Regiments 7 in meiner Wahlheimat.

Die Regimenter der Altmark, Herbert Riebau
ISBN 978-3-86595-505-0
1. Auflage 2013
Geiger-Verlag