Frei.Wild – Corona Weltuntergang!

Ich höre sie nicht sehr oft, aber sie haben viel zu sagen in ihren Texten. Frei.Wild stammt wie Unantastbar aus Brixen in Südtirol und macht deutschen Punkrock. Nicht die wieder einmal nachgesagte „rechte Gesinnung“ ist es die mich bei Frei.Wild abschreckt, eher die etwas zu weit gehende Rotzigkeit.

Heute aber ein ganz aktuelle Titel der Band mit dem Titel „Corona Weltuntergang!“. Der  Medienhysterie wird sehr deutlich der Spiegel vorgehalten. Danke Frei.Wild!

 

Die ganze weite Welt
Ja ,die ganze weite Welt
Macht wieder mit
Der Tod reitet voraus 
Doch die Angst will schneller sein
Und sie hält Schritt
 
Ob Schweine- oder Vogelgrippe
SARS- oder einfach Rinderwahn 
Wenn die Angst erst durch die Köpfe rauscht 
Dann lacht der Tod über den Weltuntergang 
 
Alles schnappt nach Luft
Und die Gesunden
Werden jetzt durch Sorge krank
Der Tod wetzt seine Sense
Doch fast immer, schont er sie im Schrank
Denn die Angst mäht alles nieder
Bis dann irgendwann 
Alles unten liegt
Bis die Lust auf Nächste 
Über das was jetzt herrscht
Endlich wieder siegt
 
Doch alles hat ein Ende 
Alles wird wieder gut
Dann liegen 10 Milliarden Masken 
Wieder im Meer in der Flut
Alles hat ein Ende 
Wird wieder gut
Dann holen wir sie uns zurück
Die alten Sorgen in unser Boot
Alles hat ein Ende 
Wird wieder gut
Dann verschließen wir die Augen
Vor all den Menschen in echter Not
Alles hat Ende 
Wird wieder gut
Corona Weltuntergang
Oder, wir klagen was anderes an
 
Man hört nichts mehr vom Klimawahn
Und Angie und auch Greta schweigen sich an 
Und Tausende stehen vor der Grenze, frieren 
Und wieder will sie niemand haben
 
Jetzt heißt es nur Corona 
Es ist schlimm, doch es könnte noch schlimmer sein
Denn über zig Millionen Menschen 
Die sonst sterben
Spricht sonst auch nie ein Schwein 
 
Kein Co2, kein Waldbrand mehr
Die Friday for Future Plätze leer
Kein „Me To“ und kein Plagiatsskandal 
Kein Best of the Thüringenwahl
Kein Kassenbon, kein Brexit mehr
Mal schauen, was als nächtest vor uns liegt 
Denn auch Angst sie macht mal Urlaub 
Dann kommt Freude auf 
Und die Angst ist kurz besiegt

Das Pfefferminz- Experiment – Westernhagen

Westernhagen reiht sich ein in die Reihe „alter Helden“. Sie sind auch so ziemlich ein Alter und haben die 70 mehr oder weniger würdevoll erreicht. Lindenberg, Springsteen und eben auch Westernhagen.

Nach Springsteens „Western Star“ ist „Das Pfefferminz-Experiment“ die 2. Überraschung für mich in diesem Jahr. Allerdings geht Marius Müller-Westernhagen einen anderen Weg: statt neuer Titel überarbeitet und interpretiert er seine 1978er Erfolgsplatte „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ neu. Das Ergebnis ist zwiespältig. Statt Bluesrock jetzt irgendetwas zwischen Blues und Country. Einige Titel verlieren für mich deutlich an Kraft (z.B. „Margarethe“), andere klingen interessant. Besser finde ich nicht einen.

Reinen Blues hätte ich wohl besser gefunden, wenn schon „entschleunigt“ werden muss. Mir persönlich ist das Album zu „amerikanisiert“. Allerdings stelle ich (gerade bei „Mit 18“) eine Gewöhnung an den Sound fest. Muss mir die Platte wohl noch einige Male anhören. Im Moment verlangt es mich sehr nach den Original-Titeln …

Musik-Tipp – Lacky

Reinhard Lakomy, oder Lacky wie in jeder genannt hat, gehörte zu den ganz Großen der DDR-Musikszene. Von Pop und Rock bis Jazz und Schlager bewegte er sich und schrieb mit seinem Kinder-Musical „Der Taumzauberbaum“ Musikgeschichte. Das er auch eine „Wende-CD“ für Erwachsene veröffentlichte, war mir bisher unbekannt.

Lacky ließ sich nicht verbiegen, zeigte Haltung. Einen der schönsten Titel der 1993 erschienenen Produktion „Die 6-Uhr-13-Bahn“ ist für mich der feinsinnige Titel „Alles Stasi ausser Mutti“:

Auf einmal kommen sie daher,
so neugeborn und zeitenleer,
und wohnten doch im selben Haus,
warn Mauerstein des selben Baus.
Heut scheißen sie ins alte Nest,
und nehmen ihm den letzten Rest,
der Weg nach oben ist das wert,
erlaubt ist, was den Mann ernährt.Und alles warn nur die andern,
und das Leben ist jetzt tutti,
tittentutti, tittenfrutti,
alles Stasi, außer Mutti,
selber war man nur der Karren,
niemals war man Pferd,
so bleibt man stets unversehrt.
Und alles warn nur die andern,
und das Leben ist jetzt tutti,
tittentutti, tittenfrutti,
alles Stasi, außer Mutti,
selber war man immer nur,
der Zukunft zugewandt,
Deutschland, einig Vaterland.Sie sind so krumm, wie opportun,
sie spiegeln sich in ihren Schuhn,
so stehn sie vor der neuen Tür
und zeigen ihre alte Kür:
Die Klinke greift man tief gebückt,
auf Knien wird sie herabgedrückt,
und auf dem Bauch zur Tür hinein,
tritt ein, tritt ein, bring Glück herein.Quelle: Musixmatch