Aus dem Leben eines Grenzers

Ich war Grenzer, also „Angehöriger der Grenztruppen der DDR“ wie die offizielle Bezeichnung lautete. Zwischen 1982 und 1990 trug ich die Uniform. Es ist wohl nich unüblich, das Söhne dem Vorbild ihres Vaters folgen und dessen Beruf ergreifen. So war es auch bei mir. Unter eher untypischen Umständen wurde mein Vater 1955 – immerhin schon 2-facher Vater – zur Grenzpolizei „delegiert“ (auf die überlieferten Umstände möchte ich im Moment nicht näher eingehen). Aus der „freiwilligen Verpflichtung“ zu einer 3-jährigen Dienstzeit, wurden am Ende 26 Jahre. Er begann als Soldat und wurde 1981 als Major in die Reserve entlassen.

Beim Wühlen in alten Bildern und Dokumenten stieß ich heute auf eine kleine Sammlung von Fotos, die diesen Weg bruchstückhaft dokumentieren (nicht immer im richtigen zeitlichen Kontext)  – also Bilder aus dem Leben eines Grenzers:

 

 

Artikel von Wladimir Putin zum Beginn des 2. Weltkrieges

Ich möchte den heutigen Tag zum Anlass nehmen (heute vor 79 Jahren überfiel Deutschland die Sowjetunion), auf einen Artikel zum 2. Weltkrieg zu verweisen. Geschrieben hat ihn Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation. Bereits im November 2019 angekündigt, wurde er am 19. Juni auf der Webseite des russischen Präsidenten veröffentlicht, sowohl in (natürlich) russisch als auch in englisch. Torsten Röper steuert in seinem Internetauftritt eine deutsche Übersetzung bei.

Ich halte den Artikel für sehr wichtig, zeigt er doch die Positionen Putins v.a. auch zur Geschichte des Beginns dieses Krieges, die Rolle der Westmächte und Polens zu Beginn des Krieges. Dem Versuch Geschichte „umzuschreiben“ – wie es in den vergangenen Jahren immer wieder versucht wird – tritt er damit entgegen. Insbesondere Polen tritt dabei in den vergangenen Monaten stark hervor.

Bereits in der Benennung der Ursachen des Krieges nennt Putin einen gewichtigen Grund:

Die Ursachen des Zweiten Weltkriegs sind größtenteils auf die Entscheidungen zurückzuführen, die nach dem Ersten Weltkrieg getroffen wurden. Der Versailler Vertrag ist für Deutschland zu einem Symbol tiefer Ungerechtigkeit geworden. De facto ging es darum, das Land auszurauben, das den westlichen Verbündeten enorme Reparationen zahlen musste, was seine Wirtschaft vollkommen erschöpft hat. Der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, der französische Marschall Foche, hat Versailles prophetisch charakterisiert: „Das ist kein Frieden, das ist ein Waffenstillstand für zwanzig Jahre.“

Es war die nationale Demütigung, die den Nährboden für radikale und revanchistische Gefühle in Deutschland geschaffen hat. Die Nazis haben geschickt mit diesen Gefühlen gespielt, haben ihre Propaganda darauf aufgebaut und sie versprachen, Deutschland vom „Erbe von Versailles“ zu befreien, seine frühere Macht wiederherzustellen, damit haben sie das deutsche Volk in einen neuen Krieg getrieben. Es ist paradox, aber westliche Staaten, insbesondere das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten, haben das direkt oder indirekt ermöglicht. Ihre Finanz- und Industriekreise haben sehr aktiv in deutsche Fabriken investiert, die militärisches Material hergestellt haben. Und unter der Aristokratie und dem politischen Establishment im Westen gab es viele Anhänger radikaler, rechtsextremer, nationalistischer Bewegungen, die damals in Deutschland und Europa an Zulauf gewannen.

Aus dem Artikel

Nicht alles im Artikel halte ich für richtig und wichtig, allerdings werden durch Putin eine Reihe historischer Fakten genannt, die – trotz Propagandagetöse – unbestritten sind.

Ich möchte hier auf den gesamten Text auf der Webseite Thomas Röpers verweisen, stelle den gesamten Text aber auch als Download in der Rubrik Geschichte/2. Weltkrieg zum Download bereit.

Update 24.06.: Auf der Seite der russischen Botschaft in Deutschland findet sich nunmehr auch eine offizielle Übersetzung.

Neues vom Blog

Es ist schon eine Weile her, dass ich mich hier zu Wort meldete. Meine langjährigen Leser wissen, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass ich von Zeit zu Zeit diesen meinen Blog vernachlässige, ich pflege ab und an meine Schreibblockade. Dieses mal jedoch ist es ein wenig anders: mich lähmt neben den üblichen Gründen der Pandemie-Hoax fast vollständig. Die weit verbreitete Panik und Ignoranz gegenüber sachlichen Argumenten schockierten mich zu Beginn, inzwischen ignoriere ich die stattfindende Diskussion in zunehmenden Maße.

Nun gut, dieser mein Blog jedoch ist nicht tot sondern wird weiter geführt. Ich habe festgestellt, dass bestimmte Artikel vermehrt aufgerufen und genutzt werden und habe beschlossen, diese Artikel auch zum Download bereit zu stellen. Heute betrifft es konkret die Artikel „PDF verkleinern mit Ghostscript“ und „Putty – Timeout verhindern„, die ihr ab sofort auch unter den Downloads findet. Weiteres wird folgen, auch und besonders die mir zur Verfügung stehenden Dienstvorschriften der Grenztruppen. Schwer im Magen liegt mir im Moment noch die Fortführung meiner kleinen Reihe zum (alt)preußischen Kürassier-Regiment 7, aber auch hier geht es langsam aber stetig vorwärts. Eine Veröffentlichung des geplanten „Teil IV – Das Regiment im 2. Schlesischen Krieg“ wird wohl in den nächsten Wochen passieren. Ich kämpfe mich durch die Quellen und versuche einen stringenten Ablauf zu konstruieren.

Kurze Information zum Downloadbereich: ihr nutzt die gebotenen Möglichkeiten sehr intensiv. Seit dem Neustart der Statistik für die hier im Blog bereitgestellten Downloads wurden (Stand gestern) tatsächlich 11.830 Dokumente heruntergeladen, wovon ein nicht unerheblicher Teil aus meiner Feder stammt …