Joachim Christoph Friedrich von Jeetze

Bild war in der Kriegsschule zu Potsdam

Preußischer Generalfeldmarschall

In der Reihe über die Generäle aus der Altmark darf die Familie Jeetze nicht fehlen. Bereits der erste General erreichte den höchsten möglichen Dienstgrad – Generalfeldmarschall.

Joachim Christoph Friedrich von Jeetze wurde am 17.09.1663 in Hohenwulsch, Krs. Stendal geboren. Sein Vater war Joachim Parum, Herr auf Hohenwulsch, Mutter Dorothea Elisabeth geb. von Pinzelberg.

  • 1686 Page beim Großen Kurfürsten
  • 1688 Freiwilliger beim Infanterieregiment Markgraf (Nr. 12)
  • 1689 Fähnrich
  • 1689/97 Feldzug gegen Frankreich: Belagerung von Rheinbergen, Bonn und Kaiserswerth
  • 1695 Sekondelieutenant
  • 1697 Premierlieutenant
  • 1702/13 Feldzug gegen Frankreich: Belagerungen von Kaiserswerth, Roeremonde, Geldern, Venloo, Toulon. Schlachten bei Höchstädt (schwer verwundet), Cassano und Turin. Einnahme vonErile und Fennestrelles
  • 15.09.1708 Kapitän und Kompaniechef
  • 22.02.1712 Major
  • 06.10.1713 Oberstlieutenant
  • 02.09.1722 Oberst
  • 26.08.1725 Kommandeur des Infanterieregiments Graf von Lottum (Nr. 14)
  • 29.12.1727 Kommandeur des Infanterieregiments Graf von Finckenstein (Nr. 14)
  • 10.02.1735 Chef des Infanterieregiments von Thile (Nr. 30)
    „Ich bin versichert, daß Ihr das Regiment nicht allein im Stande erhalten, sondern auch immer mehr und mehr verbessern werdet.“
  • 02.02.1734 mit seinem Regiment zur Teilnahme am Feldzug am Rhein befohlen
  • 15.07.1737 Generalmajor mit Patent vom 17.01.1737
  • 1740/42 1. Schlesischer Krieg: Schlacht von Mollwitz (befehligte die Infanterie des ersten Treffens des linken Flügels, hervorragend ausgezeichnet); Schlacht von Chotusitz (befehligte den linken Flügel, Pferd wird ihm unter dem Leib erschossen); Besetzung von Zuckmantel, Belagerung von Brieg, Sturm auf Glogau
  • 04.06.1741 Generalleutnant mit Patent vom 05.06.1741 und Ritter des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler als Auszeichnung für Mollwitz
  • 04.07.1741 Amtshauptmann von Wolmirstedt
  • 03.11.1741 Gouverneur von Peitz
  • 1744/45 2. Schlesischer Krieg: Belagerung von Prag; Gefecht bei Habelsichwendt,; Schlachten von Hohenfriedeberg und Soor (besonders ausgezeichnet)
  • 16.01.1745 General der Infanterie mit Patent vom 19.01.1745
  • 21.05.1746 Erlaubnis seines hohen Alters wegen seine „übrige Lebenszeit“ auf seinen Gütern zu verbringen, behält aber sein Regiment
  • 26.05.1747 Generalfeldmarschall
  • gestorben 11.09.1752 zu Potsdam, beigesetzt in Hohenwulsch
  • verheiratet seit dem 13.05.1708 mit Dorethea Sophie von Bostell, 5 Kinder

Generalfeldmarschall von Jeetze war ein vorbildlicher Soldat und Führer. Bekannt für seine persönliche Tapferkeit und vorbildlichen Dienst in der Truppe. So blieb er trotz schwerer Krankheit im 2. Schlesischen Krieg bei der Truppe, bat nur darum „jedesmal sein Quartier in einem nahe gelegenen Haus zu nehmen“ (statt im Zelt zu campieren). Er besaß das Vertrauen der ersten 3 preußischen Könige.

1752 hatte der König ihn nach Potsdam eingeladen. Während dieses Aufenthalts erlitt er einen Schlaganfall und verstarb.

 

Quelle: Kurt von Priesdorff "Soldatisches Führertum", S. 180f, Nr. 250

Es ist an der Zeit – Wader und Freunde

Dieses Lied prägte mich, selbst in meiner „uniformierten Zeit“ sah ich keinen Widerspruch zwischen Wader und mir. Schließlich trug ich die Uniform um zu verhindern, dass wieder junge Menschen sinnlos auf den Schlachtfeldern dieser Welt verbluten. Und ehrlich – auch heute sehe ich keinen Widerspruch in meinem damaligen Tun und dem Lied.

Das allerdings der Titel eine Steigerung erfahren kann in Intensität und Aussage hätte ich nicht erwartet. Hannes Wader zusammen mit Reinhard Mey und Konstatin Wecker bei der Interpretation – eine kaum erwartete Steigerung der Intensität, der Emotionalität zeigt sich. Jedenfalls bei mir …

 

Songs an einem Sommerabend 2014 beim BR

Bereits 2015 habe ich das Original hier im Blog vorgestellt, trotzdem hier noch einmal der Text:

Weit in der Champagne im Mittsommergrün
Dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blüh’n
Da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht
Im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht
Auf deinem Kreuz finde ich toter Soldat
Deinen Namen nicht, nur Ziffern und jemand hat
Die Zahl neunzehnhundertundsechzehn gemalt
Und du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt

Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben

Hast du, toter Soldat, mal ein Mädchen geliebt?
Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt
Können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeih’n
Warst Soldat, um zu sterben, nicht um jung zu sein
Vielleicht dachtest du Dir, ich falle schon bald
Nehme mir mein Vergnügen, wie es kommt, mit Gewalt
Dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann
vor dir selber geschämt und es doch nie getan

Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben

Soldat, gingst du gläubig und gern in des Tod?
Oder hast zu verzweifelt, verbittert, verroht
deinen wirklichen Feind nicht erkannt bis zum Schluß?
Ich hoffe, es traf dich ein sauberer Schuß.
Oder hat ein Geschoß Dir die Glieder zerfetzt
hast du nach deiner Mutter geschrien bis zuletzt
bist Du auf Deinen Beinstümpfen weitergerannt
und dein Grab, birgt es mehr als ein Bein, eine Hand?

Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben

Es blieb nur das Kreuz als die einzige Spur
Von deinem Leben, doch hör‘ meinen Schwur
Für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein:
Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein
Dann kann es gescheh’n, daß bald niemand mehr lebt
Niemand, der die Milliarden von Toten begräbt
Doch finden sich mehr und mehr Menschen bereit
Diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit

David Georg von Graevenitz

Bild: Magdeburg, alte Kommandantur (Priessdorf „Soldatisches Führertum“), heute Kulturhistorisches Museum Magdeburg

 

Preußischer General der Infanterie, Kommandant von Magdeburg (1739 – 1747), Gouverneur von Küstrin (1747 – 1752)

 

Nach dem ein wenig ausser der Reihe eingefügten Egeln nunmehr ein „echter“ Altmärker: David Georg von Graevenitz, General der Infanterie, Kommandant von Magdeburg und Gouverneur Küstrin.

  • Geb. 10.11.1680 zu Schönberg (Kreis Osterburg) in der Altmark

  • Vater Georg Christoph, Herr auf Losenrade in der Altmark, kurbrandenburg. Lieutenant, gest. 1699

  • Mutter Sophie Katharina, geb. von Krusemark

  • 1695 als Musketier in das Regiment Kurprinz zu Fuß (Nr. 6) eingetreten

  • 1697 Fähnrich im Inf.Reg. Graf v. Lottum (Nr. 15)

  • 1702/13 Teilnahme am Feldzug: Belagerungen von Kaiserswerth, Landau und Menin; Schlachten bei Höchstädt, Oudenarde, Malpaquet; Eroberungen von Ryssel, Gent, Mons; Belagerungen von Douay, Aire

  • 10.04.1703 Lieutenant

  • 11.01.1707 Stabskapitän beim Inf.Reg. Kronprinz (Nr. 6)

  • 11.05.1708 Kapitän und Kompaniechef

  • 01.06.1710 Major

  • 23.02.1713 Oberstlieutenant

  • 23.03.1713 Kommandeur des Inf.Reg von Borcke (Nr. 22)

  • 1715 Teilnahme am Feldzug in Pommern

  • 03.06.1719 Oberst

  • 03.01.1732 Chef des Inf.Reg. De Laujardiere (Nr. 20)

  • 20.06.1736 Generalmajor

  • 08.04.1739 auch Kommandant von Magdeburg

  • 1740/42 Teilnahme am Feldzug: Schlacht bei Mollwitz

  • 12.11.1740 Orden Pour le Merite

  • 04.06.1742 Generallieutenant

  • 31.08.1741 Chef des Inf.Reg. Eisenach (Nr. 40), blieb aber Kommandant von Magdeburg

  • 24.07.1743 dimittiert, blieb aber Kommandant von Magdeburg und soll von seinem Nachfolger als Regimentschef auf Lebenszeit jährlich 2.000 Taler erhalten

  • 16.01.1745 General der Infanterie mit Patent vom 18.01.1745

  • 18.06.1747 Gouverneur von Küstrin

  • 07.09.1752 dieser Stelle enthoben, behielt aber seine Einkünfte

  • 30.03.1757 gestorben zu Küstrin

Seit 1723 mit Maria Luise von Arnim verw. von Holtzendorff verheiratet.

Kinder:

  1. Friedrich Wilhelm
    gefallen als Lieutenant im Regiment Garde am 22.11.1757 bei Breslau

  2. Johanna Sophie, geb. 15.12.1731 zu Magdeburg
    war in 2. Ehe mit dem preuß. Obristlieutenant Eberhard Freiherr von Gemmingen verheiratet, der als Kommandeur eines Grenadierbataillons am 09.08.1757 bei Aussig fiel

  3. Sophie Luise heiratete den Premierlieutenant Hartwig Georg von Burghagen, Mutter des Generals von Burghageb

Graevenitz war als Kommandant von Magdeburg sehr streng. Im Winter wurde darauf geachtet, dass die Elbe nicht zufror um Desertionen zu verhindern. Als die Bürgerschaft dem Befehl des Kommandanten, das Eis aufzuhacken, nicht nachgekommen war, legte der General dem 1. Bürgermeister eigenmächtig mehrere Leute ins Quartier (als „Execution“ bezeichnet). Nach Beschwerde des Bürgermeister erhielt Graevenitz folgenden Brief von König Friedrich Wilhelm I.:

„Mein lieber Generalmajor von Graevenitz,

Da mir gemeldet worden, daß Ihr jüngsthin den ersten Bürgermeister zu Magdeburg eigenmächtig Execution eingeleget, weil die Bürgerschaft nicht nach Eurem Befehl die zugefrorene Elbe längst der Stadt aufeisen lassen wollen, So hat zwar der Magistrat daselbst unrecht gehandelt, daß derselbe vorhero nicht gethan, was ihm hierunter zum Besten der Vestung befohlen worden, da er doch nicht wissen können, ob solches zur Verhütung der Desertion oder der Sicherheit der Vestung geschehen solle, wie er denn deshalb erst obdicieren, nachher aber was er deshalb zu klagen gehabt, gehörig Klagen und melden sollen. Ihr aber habt Euch übereilet, daß Ihr wieder Meine bekannte order, den Magistrat eigenmächtig mit Execution beleget habet, und sollet Ihr Euch hierin inführo etwas mehr in Acht nehmen. Berlin 30. Januar 1740“

Nun ja, ein ordentlicher Anpfiff sieht anders aus, aberein leichter Rüffel war das wohl schon.

Wenige Monate später, nachdem Friedrich II. den Thron bestiegen hatte, schrieb der dem General (wohl als Antwort auf dessen Treuebekundungen):

„Es ist Mir Euer Schreiben nebst Anlage, woraus Eure vieljährigen Meinem Hause geleisteten ersprießliche Dienste umständlich zu ersehen, wohl zu Händen gekommen. Nun trage ich daran keinen Zweifel und weiß, in was gutem Andenken Eure erworbenen meriten jederzeit bey Meinem hochseeligen Herrn Vater gestanden, der Euch bey allen Vorfällen seine Erkenntlichkeit bezeiget und der Eurigen Interesse und Wohlseyn nachdrücklich angenommen, wovon Ihr genugsame überzeugende Proben habet. Was mich anlanget, so könnt Ihr versichert sein, daß Ich gleiche gnädige sentiments für Eure Persohn und Familie hege und in der That bei jeder occasion mit plaisir zeigen werde, wie Ich bin pp. Ruppin, 7. August 1740“

Ich weiß nicht, wieviele Briefe Friedrich II. zum Zeitpunkt beantworten musste, aber „ Eure vieljährigen Meinem Hause geleisteten ersprießliche Dienste umständlich zu ersehen“ spricht Bände über den Gemütszustand des jungen Königs.

Quelle: Kurt v. Priessdorf Soldatiesches Führertum“, Band I, S. 178/179, Nr. 248