Homeserver 2. Teil

Er ist fertig. Alle Dienste, Programme, Filesysteme sind (hoffentlich) sauber konfiguriert und es ist viel Platz auf meinem Homeserver. Es war ein nicht so weiter aber doch beschwerlicher Weg um alles wieder so zu installieren und zu konfigurieren, dass ich mich am Ende wohl fühlte mit dem Ergebnis. Irgendwie stehe ich mir in solchen Angelegenheiten zunehmend selbst im Weg, verkomplizierend und „um die Ecke“ denkend meist. Am Ende halfen meine selbst verfassten „Tutorials“ zuverlässig und beruhigend. Fast ein Selbstfindungsprozeß war es dieses Mal …

Was war nach meinem letzten Fazit auf dem Homeserver noch zu tun?

  • Zugriff per HTTPS auf meine Nextcloud-Instanz. Ein wenig Zeit war erforderlich bis ich erkannte, dass ich den virtuellen Host im Apache hoffnungslos „verkonfiguriert“ hatte und mich zu einem beherzten Löschen entschloss und die Konfiguration für Port 443 neu erstellte
  • bei Nextcloud war das leidige Weiterleitungsproblem der WebDAV-Schnittstellen zu beheben. Dieses Mal half der entsprechende Eintrag in der Nextcloud-Konfiguration direkt im Apachen
  • Einrichtung einer Samba-Freigabe auf mein Datenverzeichnis
  • Einbindung des Backupmediums – also meiner betagten Synology Diskstatin 211 – per NFS und der Mount des entfernten Dateisystems
  • Erstellung des Backupauftrages zur Sicherung von Nextcloud (Verzeichnisse Daten und Config) und die tägliche Durchführung

Eigentlich alles Dinge die ich hier im Blog lang und breit erklärt und damit recht lückenlos dokumentiert (zum Glück!) habe, aber eben vor 5 Jahren. Seitdem lief der Homeserver klaglos und die entsprechenden Arbeitsschritte wurden in der Erinnerung immer weiter nach hinten geschoben. Bis zum Crash …
Jetzt geniesse ich die wiedergefundenen Funktionen des Systems und nehme mir vor, desöfteren Konfigurationen zu prüfen …

Neues von der IT – Homeserver

Ich hatte es ja schon kurz angedeutet – seit Mitte Juni lief mein Homeserver nicht mehr. Das System-Laufwerk lief aus für mich unerfindlichen Gründen voll und ich bekam es nicht hin, den Fehler zu beseitigen, ja nicht einmal genau zu lokalisieren. Am Wochenende fand ich nun die Zeit mich um das Problem zu kümmern. Am Ende schien mir nichts anderes zu helfen, als die komplette Neuinstallation des Systems. War die eigentliche Installation von Debian 10 kein Problem, gestaltete sich die Einrichtung meiner „must have“-Software deutlich schwieriger. Im wesentlichen handelt es sich dabei um (natürlich) Nextcloud und um den Plexmediaserver für die MP3-Sammlung und Bilder.

Ich musste erfahren, dass ein laufendes System dazu führt, dass man sich nicht mehr oder nicht mehr ausreichend mit den Grundlagen beschäftigt. Das führte zu großen Schwierigkeiten bei der Einrichtung der für Nextcloud erforderlichen Datenbank per MariaDB und zu einigen anderen kleinen Nicklichkeiten, die mir das Leben schwer machten. Nun was solls: mein Homeserver läuft im Wesentlichen wieder, noch nicht ganz so wie ich mir das vorstelle, aber er läuft. Bei vielen Problemen half mir auch mein Blog, dokumentierte ich doch in der Vergangenheit Schritt für Schritt die Einrichtung meines Systems.

Der Plexmediaserver machte weniger Probleme, lediglich die Einbindung der Quellen unter Debian 10 funktionierte nicht. Am Ende blieb lediglich der Download des Debianpakets auf den Homeserver und die Installtion per dpkg. Das ging allerdings ohne Probleme und innerhalb kurzer Zeit begann das Einlesen der eingebundenen Mediatheken. Schon erstaunlich was sich in den vergangenen Jahren an MP3s und Fotos so angesammelt hat …

Einige Kleinigkeiten stehen mir noch bevor, aber ich bin schon ein wenig beruhigt, dass die in Nextcloud enthaltenen Büchersammlungen wieder verfügbar sind auf allen relevanten Systemen.

Nextcloud 16 gelandet

Nach den diversen Testläufen wie Beta und RC-Releases hat Nextcloud nunmehr das neue Major-Release 16 veröffentlicht. Obwohl ich mir dieses Mal die Teilnahme an den Tests erspart habe, war mein Interesse groß am neuen Nextcloud. Allerdings zeigte mir mein Webupdater die neue Version nicht an, vielmehr blieb 15.0.7 als aktuelle Version angezeigt. Erst die Umstellung des Updatekanals von „stable“ auf „Beta“ brachte dann die ersehnte Anzeige: Nextclud 16 als neue Version.

Die Aktualisierung per Webupdater ging problemlos über die Bühne, allerdings wurde ich darüber informiert, dass sowohl „Calendar“ als auch „QownNotesAPI“ nicht kompatibel seien und deshalb deaktiviert würden. Ich war ehrlich gesagt etwas frustriert ob dieser Tatsache: kann ich noch halbwegs nachvollziehen, dass die Notiz-App (wohl nicht einmal Standard) nicht aktualisiert wird, fehlt mir bei Calendar jegliches Verständnis. Die zahlreichen Apps von Talk bis Two-Factor-Autorisierung sind für mich völlig uninteressant. Herzstück sind und bleiben Datei-, Kontakt- und Terminsynchronisation. Alles andere sind z.T. nette Gimmicks für mich, nicht mehr.

Nun gut beide Apps liessen sich nach erfolgtem Upgrade problemlos aktualisieren und auch wieder aktivieren (den Hinweis das die Anwendungen ungestestet seien, ignorierte ich geflissentlich), so dass mein Unbehagen schnell verflog.

Neu in Nextcloud – der Hinweis auf ungetestete Apps

Auch die „Sicherheits- und Einrichtungswarnungen“ blieben recht übersichtlich: es wurde lediglich moniert, dass meine PHP-Version das Uploadmaximum geringer als 512 MB gesetzt hat (mit Eintrag in die entsprechende php.ini schnell behoben) und das einige Indizes in der Datenbank nicht vorhanden oder defekt seien. Diesen Punkt zu beheben war ebenfalls kein Problem (im Installationsverzeichnis von Nextcloud auszuführen):

sudo -u www-data php occ db:add-missing-indices

Nach diesen kleinen Schönheitsoperationen lief mein Nextcloud wieder ohne Probleme und alle Systemüberprüfungen wurden überstanden. Die Changelog von Nextcloud 16 gibt sich dieses mal recht spartanisch und verweist auf mehrere Blog-Einträge über die „Verbesserungen“ des System. Begründet wird dies mit der erheblichen Anzahl an vorgenommenen Veränderungen.