Neues zum Blog – mehr Downloads

Man kann (und ich will auch nicht) immer nur über die gefakte Pandemie schreiben, deshalb ein paar Neuigkeiten vom Blog. Der Downloadbereich gehört für mich zu den Highlights hier und wird von den Lesern auch recht gern genutzt. In den vergangenen Monaten habe ich die Themen ein wenig vernachlässigt, insbesondere den am stärksten frequentierten Bereich, „Computer-Tutorials“. Im wesentlichen sind dort ja computerbezogene Artikel vom Blog als PDF-Dateien zum Download bereit gestellt. Heute habe ich 2 dieser Artikel hinzugefügt: einmal „Grundlagen – User in Linux umbenennen“ und „Nextcloud – Datenverzeichnis verschieben„. Diese beiden (und noch einige andere) Artikel gehören zu den am häufigsten aufgerufenen hier auf der Webseite.

Eine weitere Dienstvorschrift aus der Geschichte der Grenztruppen steht seit heute ebenfalls zum Downlad bereit: die „DV III/3 über die Organisation der Grenzsicherung in der Grenzkompanie“ von 1958 – damit natürlich zur Grenzpolizei gehörend und folgerichtig vom Innenminister Maron bestätigt. Mein ursprüngliches Anliegen – Dokumentation der Schußwaffengebrauchsbestimmungen in der Geschichte der Grenzpolizei/Grenztruppen – spielt hier weniger eine Rolle (weil einfach nicht thematisiert in der Dienstvorschrift). Aus „historischen“ Gründen stellte ich sie trotzdem in den Downloadbereich ein (unter Geschichte/Grenztruppen der DDR).

Wegen Corona-Müdigkeit und Zeitmangel werden in den nächsten Tagen und Wochen weitere Artikel (bzw. externe Dokumente) im Bereich Computer, Geschichte und Militärgeschichte folgen. Lediglich die Weiterführung der Geschichte des „Salzwedeler“ Kürassier-Regiments Nr. 7 dauert noch. Wie bereits hier im Blog erwähnt – die Fülle an Dokumenten und mein Hang zur Genauigkeit führt zu immer weiterführenden „Studien“ …

Dienstvorschrift der Grenzpolizei – DV III/2 von 1956

Wenn ich mich recht erinnere hatte ich diese Dienstvorschrift schon einmal bereit gestellt, allerdings muss sie bei dem einen oder anderen Serverupdate verlustig gegangen sein. Neu im Downloadbereich im Bereich Grenztruppen der DDR nunmehr die DV III/2 „Dienstvorschrift für den Dienst der Grenzposten“ vom 12. September 1956. Erlassen vom Innenminister, bis 1961 unterstand ihm ja die Grenzpolizei.

Interessanterweise finden sich auf den Webseiten des BStU einige Dienstvorschriften der Grenzpolizei bzw. den Grenztruppen. Wer mit dem Wesen solcher Dokumente vertraut ist und sich die Mühe macht diese zu lesen, erkennt schnell, dass auch 1956 die enthaltenen Schußwaffengebrauchsbestimmungen alles Andere als ein „Schießbefehl“ waren. Deshalb die gummiartige Formulierung, dass die Dienstvorschriften durch „nachfolgende Befehle“ außer Kraft gesetzt wurden. Ein Ding der (militärischen) Unmöglichkeit, wie ich meine.

Auch dieses Projekt – Veröffentlichung von Dienstvorschriften der Grenzpolizei/Grenztruppen – werde ich zu gegebener Zeit fortsetzen.

Herrmann Kant und der "verordnete" Antifaschismus der DDR

Er geistert zunehmend durch Medien und Bücher, der angeblich nur „verordnete“ Antifaschismus der DDR. Ob ein Herr Harry Waibel in einem Buch, in der Aufarbeitungsliteratur diverser bundesdeutscher Ministerien (siehe die Artikel von Otto Köhler in der Jungen Welt) oder bei einer Frau Gärtner – alle teilen uns mit, dass der Antifaschismus der DDR ( da nicht wegzuleugnen) gar kein echter, sondern nur ein „verordneter“ war. Die Stoßrichtung ist dabei natürlich klar – eigentlich war die DDR gar nicht antifaschistisch, sondern tat nur so. Delegitimierung als Hauptziel – wie zu erwarten.

Begründet wird das mit realen Vorkommnissen der DDR. Die Beispiele für rassistische und faschistische Vorkommnisse werden real sein (ohne Prüfung meinerseits angenommen). Niemand – auch nicht zu Zeiten der DDR – behauptete, dass hier die faschistische Ideologie komplett verschwunden war. Nur wurden diese Einstellungen und ihre Träger konsequent bekämpft.

Bereits im Oktober 2016 verwies ich auf einen Aufsatz des Schriftstellers Herrmann Kant, in dem er sich mit spitzer Feder zum Thema äußerte („Wie ich zum Antifaschismus gezwungen wurde“, veröffentlicht 1993):

Aber vielleicht war ich zu empfindlich. Ließ mich beeindrucken von Büchern, die „Nackt unter Wölfen“ hießen oder „Das siebte Kreuz“, von Filmen mit harmlosen Titeln wie „Die Verlobte“ und „Mama, ich lebe“. Ließ mich bedrängen vom rücksichtslosen Cremer und vom einschneidenden Busch. Oder von Brecht & Co. Ließ mir deren Antifaschismus andrehen und übersah, daß Verlage und Plattenpressen, Filmfabriken wie Bühnenbretter dem Staat gehörten und somit nur Mittel zu dessen antifaschistischen Zwecken waren.

Auch ist in Anschlag zu bringen, daß dieser Staat beim Verordnen auf eine gewisse Stimmigkeit zwischen seinen Behauptungen und meinem Erleben achtete. Den Krieg beschrieb er, wie ich ihn kannte. Und was er vom faschistischen Frieden wußte, wußte ich längst. Mir hat der Staub von Warschaus Ghetto bis an die Knöchel gereicht. Ich zog in Hütten ein, deren Vorbewohner nach Majdanek verzogen waren. Weil es sich ans ganze Deutschland nicht halten konnte, hielt sich Polen an mich als einen Teil davon. Da mußte mir später das halbe Deutschland nicht mit Verordnungen kommen. Da soll man mir von verordnetem Antifaschismus so wenig wie von verordnetem Atmen reden. Oder von unserer Geschichte, wie mancher sie möchte. Sie fand als Antwort auf Geschichte statt und war schon deshalb nicht gänzlich ohne Sinn.

Hermann Kant (1993)