Musik-Tipp – Lacky

Reinhard Lakomy, oder Lacky wie in jeder genannt hat, gehörte zu den ganz Großen der DDR-Musikszene. Von Pop und Rock bis Jazz und Schlager bewegte er sich und schrieb mit seinem Kinder-Musical „Der Taumzauberbaum“ Musikgeschichte. Das er auch eine „Wende-CD“ für Erwachsene veröffentlichte, war mir bisher unbekannt.

Lacky ließ sich nicht verbiegen, zeigte Haltung. Einen der schönsten Titel der 1993 erschienenen Produktion „Die 6-Uhr-13-Bahn“ ist für mich der feinsinnige Titel „Alles Stasi ausser Mutti“:

Auf einmal kommen sie daher,
so neugeborn und zeitenleer,
und wohnten doch im selben Haus,
warn Mauerstein des selben Baus.
Heut scheißen sie ins alte Nest,
und nehmen ihm den letzten Rest,
der Weg nach oben ist das wert,
erlaubt ist, was den Mann ernährt.Und alles warn nur die andern,
und das Leben ist jetzt tutti,
tittentutti, tittenfrutti,
alles Stasi, außer Mutti,
selber war man nur der Karren,
niemals war man Pferd,
so bleibt man stets unversehrt.
Und alles warn nur die andern,
und das Leben ist jetzt tutti,
tittentutti, tittenfrutti,
alles Stasi, außer Mutti,
selber war man immer nur,
der Zukunft zugewandt,
Deutschland, einig Vaterland.Sie sind so krumm, wie opportun,
sie spiegeln sich in ihren Schuhn,
so stehn sie vor der neuen Tür
und zeigen ihre alte Kür:
Die Klinke greift man tief gebückt,
auf Knien wird sie herabgedrückt,
und auf dem Bauch zur Tür hinein,
tritt ein, tritt ein, bring Glück herein.Quelle: Musixmatch

DDR – Zitat des Tages

Die DDR ist als Beispiel für angeblich bösartiges, ungesetzliches oder unmoralisches staatliches Handeln im heutigen deutschen Mainstream nach wie vor höchst beliebt. Das gilt nicht nur für das Grenzregime, sondern natürlich auch für viele andere Lebensbereiche. So wurde Anfang dieser Woche bei einer Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Thema Überwachungsstaat kaum über neue deutsche Polizeiaufgabengesetze, die Schnüffelei der NSA oder die Software von Palantir Technologies diskutiert, sondern vielmehr – über die Stasi.

Die anhaltende Dämonisierung der bald 30 Jahre zurückliegenden DDR-Geschichte dient vermutlich dazu, positiven Sichtweisen auf diese Epoche deutscher Geschichte vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Probleme in Deutschland entgegenzuwirken und die gegenwärtigen Verhältnisse zu legitimieren.

Gefunden bei RT deutsch („Zahl der Opfer des DDR-Grenzregimes wird künstlich hochgerechnet„)

Es geht immer noch dümmer – Birgit Gärtner

Die Schlacht tobt. 30 Jahre nach dem Ende der DDR muss dieser Staat immer noch herhalten für alles Mögliche – Hauptsache es ist negativ. Die Journalistin Birgit Gärtner produziert sich auf Telepolis und „weist nach“, dass der „verordnete Antifaschismus“ in der DDR belächelt wurde und eigentlich ja doch nicht so antifaschistisch war, wie immer behauptet.

In erster Linie greift Frau Gärtner auf einen Herrn Waibel zurück, der in einem Buch „Der gescheiterte Antifaschismus der SED: Rassismus in der DDR“ die Lage in der DDR analysiert und dort großartige Begründungen für den „neuen Rechtsradikalismus in Ostdeutschland“ findet . Am Ende bleibt eine Feststellung – die DDR, die SED war’s.

Faschismus hat nichts zu tun mit dem „demokratischen Staat“ BRD , in dem „lupenreine Demokraten“ den Staat aufgebaut haben. Demokraten wie Globke, Heuss, Kiessinger, Strauss … In dem die neue Wehrmacht durch faschistische Offiziere aufgebaut wurde (1959 verfügten etwa 12.000 der aktiven 14.000 Bundeswehroffiziere über „Kriegserfahrung“ , 300 kamen gar aus der Waffen-SS), wo die Geheimdienste auf die Erfahrungen von „Spezialisten“ aus GeStaPo, SD der SS und der Abwehr der Wehrmacht aufgebaut wurde, wo der Justizapparat nahtlos aus der Nazizeit übernommen wurde (die Witwe Freisler erhielt ihre Pension mit der Begründung das ihr Mann – hätte er den Krieg überlebt – als Beamter oder Rechtsanwalt ein hohes Einkommen erzielt hätte), der ganze Staat baute auf die alten Elten auf …

Der Versuch einen anderen, gerechteren Staat aufzubauen, wird noch heute mit Dreck beworfen, diffamiert. Frau Gärtner leistet ihren Beitrag dazu …

Wessis erklären uns, wie unser Leben war.