Frankfurter Freigeister zu Corona

An sich bemühe ich mich, wenig zur „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ zu schreiben. Die Aktion einer Gruppe die sich Frankfurter Freigeister nennt fand ich nun allerdings so gut, dass ich euch dieses Video nicht vorenthalten möchte:

 

Die Freigeister stammen selbstverständlich aus Brandenburg, nicht aus Hessen. Die Reaktion der Verwaltung ist natürlich auch bezeichnend: wie die Märkische Oderzeitung berichtet, wird das nicht genehmigte Aufstellen einer 8,30 Meter hohen „Säule“ Konsequenzen für die Beteiligten haben. Es war auch kaum etwas anderes zu erwarten …

Ich finde die Idee sehr gut, habe ich doch auch schon das eine oder andere Mal mit Zahlen und Prozenten versucht zu argumentieren. Die visuelle Veranschaulichung der „Gefahr“ mit Hilfe der Säule erreicht allerdings eine andere Ebene unserer Wahrnehmung …

Vor dem morgigen erneuten „Kanzlergipfel“ – die nicht verfassungsgemäße Junta, die seit gut einem Jahr Deutschland mit Notverordnungen und einem „Infektionsschutzgesetz“ genannten Ermächtigungsgesetz „regiert“ – mehren sich inzwischen auch die Stimmen im Mainstream, die eine Abkehr von dieser Politik mit der Abrißbirne fordern. Allerdings sehen das die Parteien in der Großen Koalition anders:

„CDU und SPD wollen im Bundestag per Gesetz den Zustand einer „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ auf unbestimmte Zeit erklären (Drucksache 19/26545). Die Ministerpräsidenten wären dann ermächtigt, den Lockdown zu verlängern oder immer wieder neu zu verhängen.
Eine wissenschaftliche Begründung dafür liefern CDU und SPD nicht. Im Gesetz ist lediglich festgeschrieben, dass die „Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina e. V.“ bis zum 31. Dezember eine Untersuchung („Evaluation“) erarbeiten soll, ob noch eine „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ bestehe. Diese Untersuchung soll dem Bundestag bis zum 31. März 2022 vorgelegt werden.
Warum erst so spät? Das wird im Gesetzesentwurf nicht erklärt.“

Das schreibt Gunnar Schupelius am 28.02. in der „Berliner Zeitung“ – die wohl eher im Boulevard anzusiedeln ist.

Die Salami-Kanzlerin – Merkel und Corona

Obwohl ermüdet und angwidert von der Diskussion und der massiven Propagandawelle schreibe ich wieder zur „Pandemie“. Inhaltliche Auseinandersetzungen, Zahlen und Alternativen scheinen fehl am Platze, bewegt sich die Diskussion ohnehin nicht mehr im Rationalem, seit Monaten bereits handelt es sich eher um einen Religionskrieg. Die Kanzlerin mittendrin und führend bei der Auffindung immer neuer Kriterien und Bedingungen für die „Lockerung des Lockdowns“. Waren es zu Beginn der angeordneten Pandemie noch absolute Zahlen und die Befürchtung „das Gesundheitssystem zu überlasten“, war es wenig später der R-Wert, dann stand als Bedingung das Vorhandensein eines Impfstoffs, so sind wir inzwischen beim „Inzidenzwert“ angekommen. Das scheint nunmehr das Meisterwerk von Kanzlerin Merkel und ihrer Helferlein zu sein – lässt sich diese Zahl doch immer weiter verringern: wenn die Inzidenz unter Zahl X fällt, dann ja dann können wir endlich lockern …

Auf diese Art und Weise hält man uns schon seit Monaten hin, verspricht wenig, realisiert noch weniger und das Highlight des letzten „Gipfels“ ist die Öffnung der Frisörgeschäfte zum 01.03. Wäre es nicht so bitter müsste man laut auflachen. Unsere Kanzlerin beweist wieder einmal ihre Meisterschaft bei der Ausübung der im Volksmund Salami-Taktik genannten Handlungsrichtlinie. Warum auch nicht – scheint ja zu funktionieren. Der deutsche Michel lässt sich verängstigen und frisst brav jedes kleine Scheibchen Wurst, dass ihm dargeboten wird. Man muss nur immer wieder neue Gespenster aufbauen. Das neueste Corona-Gespenst ist eine noch nicht genau zu bestimmende Anzahl von „Mutanten“ des alles beherrschenden Viruses, deren Gefährlichkeit niemand bestimmen kann, aber „Vorsicht“ ist geboten!

Die sogenannte 4. Gewalt im Staate ist längst auf Linie gebracht und die aufmüpfigen Corona-Leugner und Covidioten werden tot geschwiegen. Der Todesstoß wird Kritikern der „Maßnahmen“ mit Hilfe der altbewährten Nazikeule versetzt: von „rechtsoffen“ und antisemitisch bis Reichsbürger und Neonazi wird das ganze Repertoire verwendet. Eine politische Opposition scheint nicht zu existieren, lediglich die neoliberale FDP und die faschistoide AfD keifen leise vor sich hin. Die Verfassungsrichter greifen nicht ein, obwohl ein nicht durch das Grundgesetz legitimiertes „Organ“ – der sogenannte Kanzlergipfel – die Macht im Land übernommen hat.

Versagen auf ganzer Linie: die „Sturmgeschütze der Demokratie“ haben die Seite gewechselt, politische Parteien beteiligen sich am Tun der Regierung, die Judikative schweigt und die Legislative schaut ihrer Entmachtung schweigend zu.

Bleibt mir am Ende nur wieder Heinrich Heine zu zitieren:

„Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht!“

Reinhard Mey – Nein meine Söhne geb ich nicht

Ich bin kein Pazifist, bei weitem nicht. Doch dieses Lied von Reinhard Mey hinterliess bereits in der ursprünglichen Fassung von 1986 einen tiefen Eindruck bei mir – immerhin zu einer Zeit in der ich Offizier bei den Grenztruppen der DDR war. Heute mehr als 30 Jahre nach meiner Dienstzeit und dem Erscheinen des Liedes bin ich nicht weniger von der Neuaufnahme beeindruckt. Als Vater und ehemaliger Berufssoldat eint mich Vieles mit dem Komponisten und den Interpreten von 2020, nur eben eines nicht – der Pazifismus.

Ich halte Militär nicht für sinnlos, nur der Einsatz deutscher Soldaten rund um die Welt von Mali bis zum Mittelmeer, der Aufmarsch auch deutscher Truppen an der russischen Grenze, die Teilnahme an den Kriegen in Afghanistan, in Syrien und gegen Jugoslawien entspricht nicht meiner Auffassung soldatischen Seins. Verteidigung der Heimat, der Familie, der Nation – darin sehe ich den Sinn des Soldatseins. Für die Interessen des deutschen Kapitals zu sterben, macht aus dem Drama des Todes des Kindes etwas weit Schlimmeres. Wut ob es einer derart pervertierten „Vaterlandsverteidigung“ wäre wohl das dominierende Gefühl.  Deshalb – nein, unsere Söhne geben wir nicht!

 

Ich denk‘, ich schreib‘ euch besser schon beizeiten
Und sag‘ euch heute schon endgültig ab –
Ihr braucht nicht lange Listen auszubreiten
Um zu sehen, dass ich auch zwei Söhne hab‘!
Ich lieb‘ die beiden, das will ich euch sagen
Mehr als mein Leben, als mein Augenlicht
Und die, die werden keine Waffen tragen!
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht –
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!
 
Ich habe sie die Achtung vor dem Leben
Vor jeder Kreatur als höchsten Wert –
Ich habe sie Erbarmen und Vergeben
Und wo immer es ging, lieben gelehrt!
Nun werdet ihr sie nicht mit Hass verderben
Keine Ziele und keine Ehre, keine Pflicht
Sind’s wert, dafür zu töten und zu sterben –
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht –
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!
 
Ganz sicher nicht für euch hat ihre Mutter
Sie unter Schmerzen auf die Welt gebracht –
Nicht für euch und nicht als Kanonenfutter
Nicht für euch hab‘ ich manche Fiebernacht
Verzweifelt an dem kleinen Bett gestanden
Und kühlt‘ ein kleines glühendes Gesicht
Bis wir in der Erschöpfung Ruhe fanden
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht –
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!
 
Sie werden nicht in Reih‘ und Glied marschieren
Nicht durchhalten, nicht kämpfen bis zuletzt
Auf einem gottverlass’nen Feld erfrieren
Während ihr euch in weiche Kissen setzt!
Die Kinder schützen vor allen Gefahren
Ist doch meine verdammte Vaterpflicht
Und das heißt auch, sie vor euch zu bewahren!
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht –
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!
 
Ich werde sie den Ungehorsam lehren
Den Widerstand und die Unbeugsamkeit –
Gegen jeden Befehl aufzubegehren
Und nicht zu buckeln vor der Obrigkeit!
Ich werd‘ sie lehr’n, den eig’nen Weg zu gehen
Vor keinem Popanz, keinem Weltgericht
Vor keinem als sich selber g’radzustehen!
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht –
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!
 
Und eher werde ich mit ihnen fliehen
Als dass ihr sie zu euren Knechten macht –
Eher mit ihnen in die Fremde ziehen
In Armut und wie Diebe in der Nacht!
Wir haben nur dies eine kurze Leben –
Ich schwör’s und sag’s euch g’rade ins Gesicht:
Sie werden es für euren Wahn nicht geben!
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht –
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!
 
Quelle: Musixmatch
Songwriter: Reinhard Mey