Nextcloud 18 – Nextcloud Hub und Only Office

Nachdem ich in der letzten Woche meine Nextcloud-Instanz auf die Version 18 RC2 aktualisiert hatte, wurde heute das Update auf Version 18 angeboten. Das Upgrade verlief problemlos, wenige Minuten nach Start des Webupdaters erstrahlte mein Server in neuem Glanz … 😉

Aktualisierungsbildschirm

Was ist neu in Nextcloud Hub? Die Ankündigungen waren furios, Frank Karlitschek sprach sogar von einem neuen Standard „in der Teamzusammenarbeit“ (siehe den Blog-Artikel bei Nextcloud.com). Insbesondere die Ankündigung der problemlosen Integration von OnlyOffice. Im Blog heißt es dazu:

Die Community Edition von ONLYOFFICE wird standardmäßig in einer neuen Nextcloud-Installation installiert. Für Benutzer, die Nextcloud bereits ausführen, ist für die Installation nur ein Mausklick erforderlich – wie bei allen Nextcloud-Apps! Keine Notwendigkeit für Docker-Container, Webserver-Konfiguration oder andere Komplikationen.

Aus dem Blog-Artikel

Genau das aber funktioniert nicht! Der für den Betrieb von OnlyOffice notwendige Dokumentenserver lässt sich nicht installieren, bei Nextcloud selbst gibt es nicht einmal Information darüber, OnlyOffice läuft einfach nicht. Bei Bitblokes fand ich dann schließlich ein Workaround, um den Dokumentenserver installieren zu können. Interessant ist dieser Artikel auch deshalb, weil die notwendige Konfiguration von Only Office angesprochen wird. Hier tat sich dann die nächste Schwierigkeit auf: beim Speichern der Konfiguration wurde mir mitgeteilt, dass ein selbstsigniertes Zertifikat auf meinem Server installiert ist – was mir ja nicht unbekannt war – und das der Dokumentenserver nicht mit solcherart Zertifikaten läuft. Ich habe kurzerhand die Zertiikatsprüfung abgeschaltet. Der Eintrag in die PHP.INI im Verzeichnis config eurer Nextcloud-Instanz (bei mir /var/www/nextcloud/config/php.ini genügt dazu:

'onlyoffice' => 
  array ( 
       'verify_peer_off' =>TRUE
  ),

Einschränkend möchte ich dazu folgendes deutlich machen:

  • mein Server steht bei mir zu Hause und ist vom Internet lediglich per VPN erreichbar
  • der Zugriff ist auf vordefinierte IP-Adressen beschränkt
  • bei einer anderen Konstellation ist das Abschalten der Zertifikatsprüfung nicht empfehlenswert!

Nachdem die o.a. Hindernisse beseitigt worden sind, lief OnlyOffice tatsächlich. Allerdings hat der erforderliche Lösungsweg nichts, aber auch gar nichts mit der behaupteten „One-Klick-Installation“ zu tun.

Es zieht sich schon länger durch meinen Blog, aber ich will es doch noch einmal schreiben: die zunehmende Funktionsvielfalt halte ich für ein Problem. Ich denke nicht, dass ich die nunmehr integrierte Bearbeitungsfunktion von Officedokumenten tatsächlich nutzen werde. Das erledigen lokale Installationen besser (und schneller!). Interessant wohl ohnehin nur für Firmen und entsprechend große Umgebungen …

Positiv finde ich, dass nun endlich Kalender und Kontakte nicht mehr als Drittanbieter-Apps behandelt werden, sondern (wieder) integraler Bestandteil von Nextcloud sind.

Nextcloud 18 RC2

Es ist ja eigentlich nicht meine Art Releasecandidates zu installieren, bei Nextcloud 18 machte ich wieder einmal eine Ausnahme. Dieses mal hatte es sogar einen gewichtigen Grund: meine Wolke stellte von jetzt auf gleich seine Arbeit ein. Jedenfalls schien es mir so. Das Webfrontend meldete einen Error 500, die Clients konnten sich am System nicht anmelden. Eine kurze Recherche und ein occ-Check der Installation auf meinem Server brachte die Ursache ans Licht; die installierte Nextcloud 17 unterstützt die taufrische Version von PHP nicht. Allerdings wurde das Upgrade bereits Mitte Dezember veröffentlicht und ich hatte wohl Ende Dezember aktualisiert. So erschließt sich mir nicht wirklich, warum meine Wolke nun ausgerechnet gestern den Betrieb einstellte.

Es war ein weiter Weg zur Lösung und es gab (und gibt) mehrere Lösungsansätze. Einige findet man in den Foren bei Nextcloud, eine schön beschriebene Anleitung fand ich dann bei Bitblokes. Allerdings war das alles nicht wirklich zufriedenstellend für mich (aus dem einen oder anderen Grund). Und so entschloss ich mich zur Radikalkur. Da der RC2 im allgemeinen der letzte vor dem offiziellen Release ist, installierte ich kurzerhand den. Soweit lief alles glatt und bis auf 3 Apps (siehe Bild unten) – bis auf die QOwnNotesAPI nicht wirklich relevant – läuft alles ohne Probleme. Ich vertraue darauf, dass die API für meine Notizverwaltung bald aktualisiert wird und ich das wirklich sehr gute Tool QOwnNotes auf meinen Desktops bald wieder verwenden kann.

Edit 18.01.20: da sich die Aktualisierung der QOwnNotes-API doch etwas zog, aktivierte ich sie „auf eigene Gefahr“. Völlig problemlos ließ sich das bewerkstelligen und meine Notizen wurden wieder aktiviert. Gestern kam dann doch ein Update der App.

Trouble mit Strato

Na ja, weniger mit Strato, mehr mit meinem Virtual Server beim genannten Provider. Irgendwie aber auch mit Strato …

Vor einigen Tagen stellte ich fest, dass mir der Zugriff auf Webmail meines Servers nicht mehr möglich war. Als ich per Plesk (Verwaltungsprogramm für den Server) auf Ursachenforschung gehen wollte, stand ich vor demselben Problem: kein Zugriff möglich. Auch per Putty oder FTP – meine Loginversuche waren erfolglos. Verwundert prüfte ich Accounts und Passwörter – alles ok.

Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Service bei Strato waren an sich positiv, also wandte ich mich hoffnungsvoll an die Hotline. Der fröhliche Kollege der Hotline fand die Ursache meine Probleme schnell – die notwendigen Ports waren gesperrt. Als Ursache vermutete er grinsend (genau danach hörte sich das an, sehen konnte ich es natürlich nicht), dass sich „wohl ein Besucher“ meines Servers bemächtigt hätte. Meine schockierte Nachfrage quittierte er mit einem leichtem „müssen sie die Ports halt wieder frei geben“.

Ein wenig überrascht war ich ob dieser flapsigen Aussage schon. Natürlich bin ich beim vorliegenden Vertrag mit Strato selbst verantwortlich für Sicherheit, Updates usw. meines Servers, aber einen Hinweis hatte ich schon erwartet.

Nun ja, nach einigen kurzen Versuchen mit den Strato eigenen Tools entschloss ich mich zur Radikalkur: Neuinstallation des Servers. Allerdings wollte ich meine Daten hier auf dem Blog nicht verlieren (und hatte ja schon Erfahrungen mit Neuinstallationen gemacht).

Am Ende suchte ich dieses Mal nach einer besseren Variante als lediglich den Ex- bzw. Import von Beiträgen und Kommentaren durch WordPress. Anwendung der Wahl war das in der Grundversion freie Tool BackupWP, dass ein komplettes Backup der WordPress-Instanz und der zugehörigen SQL-Datenbank ermöglicht. Das funktionierte und nach Neuinstallation des Servers gelang auch ein kompletter Restore. Es waren ein paar kleine Handstände nötig (wann aber sind die nicht nötig 😉 ) und nun ist alles wieder im grünen Bereich. Seit heute Nachmittag habe ich wieder Zugriff auf alle gewünschten Dienste und Konfigurationsprogramme.