Neues von der IT

Wollte ich schon lange mal wieder verwenden dieses „Logo“, entstanden aus einer Spielerei mit Gimp 😉 .

Corona ist ja immer noch ein Thema, wird immer mehr ein Thema mit tiefgreifenden Auswirkungen im täglichen Leben. Ich bin es inzwischen leid darüber zu diskutieren, zähle mich weder zu den „Coronaleugnern“ noch zu den Gläubigen. Versuche lediglich, das Motto der Aufklärung zu berücksichtigen: „Sapere aude!“ rufen uns die Herren Kant, Hegel und so viele andere entgegen – leider kaum in einschlägigen Diskussionen berücksichtigt.

Dem Thema Corona möchte ich mich heute aus einer völlig anderen Richtung nähern: Bildung! Das angeblich so hohe Gut wird momentan sträflich vernachlässigt. Im Haushalt leben 2 Gymnasiasten und so bleibt es mir nicht erspart, die Misere hautnah mit zu erleben. Es geht nicht einmal um den räudigen Unterricht, der im Bereich „IT“ geboten wird (was kann man schon erwarten von schnellbesohlten Mathematiklehrern, die sich naturgemäß dem Thema von ihrer geliebten Mathematik annähern), dass wäre wohl behebbar. Ein wirkliches Problem scheint zu sein, dass nicht erkannt wird, dass mit der Anschaffung von modernen Geräten und der Schaffung einer erforderlichen Infrastruktur, das Problem der Digitalisierung der Schulen nicht erledigt ist. Wie soll ein Netzwerk funktionieren, dass nicht gewartet, verwaltet – kurz administriert wird? Kenntnisse dazu sind durchaus erwerbbar, keine Frage, aber woher soll die entsprechende Manpower kommen (natürlich auch „Womanpower“)? Und qualifizierte Administration kostet Geld, eine externe Betreuung erscheint nur auf dem 1. Blick als kostengünstige Lösung …

Beim Surfen im Netz stieß ich auf folgende Stellungnahme eines bayrischen Lehrers zum Problem und war erfreut, eine realistische Einschätzung aus der Feder eines Pädagogen zu lesen. Innerhalb der versnobten und selbstverliebten Lehrerkaste gibt es offensichtlich auch diesem Problem offen gegenüberstehende Persönlichkeiten. Ok, das eben war ein wenig viel Polemik 😉 . Mein Vorschlag:

  1. schafft dringend einen Studiengang IT an den pädagogischen Hochschulen dieses Landes
  2. bis dahin behelft euch mit IT-Admins von außerhalb der klassischen Schullandschaft(meinetwegen ohne Lehrauftrag und nein – ich suche keinen neuen Job)
  3. massives Einwirken auf die Lehrerschaft scheint erforderlich (ich will es mir jetzt ersparen, das Verständnis von Digitalisierung näher zu erläutern, dass hier am örtlichen, durchaus renommierten Gymnasium gepflegt wird).

Das dieser Appell aussichtslos ist, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Vor etwa 15 Jahren machte ich die Erfahrung, wie wenig interessiert die Schulbürokratie am Thema ist. Die Initiative eines brandenburgischen Gymnasialdirektors (sogar im Verbund mit dem zuständigen Schulrat), scheiterte grandios an der Bürokratie und meiner Vergangenheit (meine „DDR-Belastung“ spielte eine zumindest nicht unerhebliche Rolle). Allerdings wurde das erkannte Problem ja nicht anderweitig gelöst, also mit einem Kandidaten mit einer blütenweissen politischen Weste, „fest auf dem Boden des Grundgesetzes“ stehend – nein, die Ablehnung meiner demokratisch unzuverlässigen Person genügte, um das Projekt komplett sterben zu lassen.

Für mich unfassbar, zu erkennen wie wenig Sachkenntnis  hinter den Lösungsansätzen zu erkennen ist. Aus leidvoller Erfahrung in meinem „KMU“ – es ist nicht getan mit der zur Verfügung gestellten Hardware, es ist nicht getan mit 15 GB großen Postfächern der „Poweruser“  – irgendjemand muss das Ganze verwalten, beobachten, pflegen. In den meisten Firmen wird dieser Punkt unterschätzt ( auch in meiner, neben „Head of …“ bin ich auch „Ass of IT“, denn die IT-Abteilung besteht nur aus meiner Person) und die Lösung im „Outsourcing“ gesehen. Das aber geht nur bis zum ersten echten Problem gut …

Perversitäten der EDV – (kein) Microsoft Bashing

Als geplagter ITler ist man ja so einiges gewohnt an Fehlermeldungen, aber was mir heute Microsoft Outlook meldete ist dann doch eine neue Qualität:

Das erinnert schon an die berühmten „unerwarteten Fehler“ früherer Windowsversionen. Microsoft at it’s best.

PS:
Fast einen kompletten Monat nichts veröffentlicht. Die Kombination aus Schreibsperre, Politik- und vor allem Coronamüdigkeit schlug in diesem Sommer unbarmherzig zu. Ich bin nicht sicher, ob das genannte Konglomerat an Gründen ausreichend definiert und ob die Ursachen überhaupt überwunden sind – die nächsten Wochen werden zeigen inwieweit mein Bedürfnis zum bloggen wieder erwacht

Nextcloud 18 – Nextcloud Hub und Only Office

Nachdem ich in der letzten Woche meine Nextcloud-Instanz auf die Version 18 RC2 aktualisiert hatte, wurde heute das Update auf Version 18 angeboten. Das Upgrade verlief problemlos, wenige Minuten nach Start des Webupdaters erstrahlte mein Server in neuem Glanz … 😉

Aktualisierungsbildschirm

Was ist neu in Nextcloud Hub? Die Ankündigungen waren furios, Frank Karlitschek sprach sogar von einem neuen Standard „in der Teamzusammenarbeit“ (siehe den Blog-Artikel bei Nextcloud.com). Insbesondere die Ankündigung der problemlosen Integration von OnlyOffice. Im Blog heißt es dazu:

Die Community Edition von ONLYOFFICE wird standardmäßig in einer neuen Nextcloud-Installation installiert. Für Benutzer, die Nextcloud bereits ausführen, ist für die Installation nur ein Mausklick erforderlich – wie bei allen Nextcloud-Apps! Keine Notwendigkeit für Docker-Container, Webserver-Konfiguration oder andere Komplikationen.

Aus dem Blog-Artikel

Genau das aber funktioniert nicht! Der für den Betrieb von OnlyOffice notwendige Dokumentenserver lässt sich nicht installieren, bei Nextcloud selbst gibt es nicht einmal Information darüber, OnlyOffice läuft einfach nicht. Bei Bitblokes fand ich dann schließlich ein Workaround, um den Dokumentenserver installieren zu können. Interessant ist dieser Artikel auch deshalb, weil die notwendige Konfiguration von Only Office angesprochen wird. Hier tat sich dann die nächste Schwierigkeit auf: beim Speichern der Konfiguration wurde mir mitgeteilt, dass ein selbstsigniertes Zertifikat auf meinem Server installiert ist – was mir ja nicht unbekannt war – und das der Dokumentenserver nicht mit solcherart Zertifikaten läuft. Ich habe kurzerhand die Zertiikatsprüfung abgeschaltet. Der Eintrag in die PHP.INI im Verzeichnis config eurer Nextcloud-Instanz (bei mir /var/www/nextcloud/config/php.ini genügt dazu:

'onlyoffice' => 
  array ( 
       'verify_peer_off' =>TRUE
  ),

Einschränkend möchte ich dazu folgendes deutlich machen:

  • mein Server steht bei mir zu Hause und ist vom Internet lediglich per VPN erreichbar
  • der Zugriff ist auf vordefinierte IP-Adressen beschränkt
  • bei einer anderen Konstellation ist das Abschalten der Zertifikatsprüfung nicht empfehlenswert!

Nachdem die o.a. Hindernisse beseitigt worden sind, lief OnlyOffice tatsächlich. Allerdings hat der erforderliche Lösungsweg nichts, aber auch gar nichts mit der behaupteten „One-Klick-Installation“ zu tun.

Es zieht sich schon länger durch meinen Blog, aber ich will es doch noch einmal schreiben: die zunehmende Funktionsvielfalt halte ich für ein Problem. Ich denke nicht, dass ich die nunmehr integrierte Bearbeitungsfunktion von Officedokumenten tatsächlich nutzen werde. Das erledigen lokale Installationen besser (und schneller!). Interessant wohl ohnehin nur für Firmen und entsprechend große Umgebungen …

Positiv finde ich, dass nun endlich Kalender und Kontakte nicht mehr als Drittanbieter-Apps behandelt werden, sondern (wieder) integraler Bestandteil von Nextcloud sind.