Quo vadis, Greta?

Die Hype um Greta Thunberg erreicht hysterische Ausmaße. Die Mächtigen dieser Erde empfangen sie und lassen sich gehörig den Kopf waschen, lauschen inbrünstig ihren Reden und überschütten die 16jährige mit Preisen. Bei mir persönlich ruft all das vor allem Eines aus – Unbehagen. Und Misstrauen.

Es ist kaum möglich sich den medialen Darstellungen zu entziehen und obwohl ich der Show bisher weitgehend ausweichen konnte, wurde ich mit dem bisherigen Meisterstück der kleinen Schwedin doch konfrontiert. Der Auftritt vor der UN versetzte mich in Erstaunen, denn was Greta dort präsentierte war Meilen entfernt von dem, was ich von einer 16jährigen erwartet hatte. Perfekt vorbereitet, jede Interpunktion genauestens gesetzt (und eingesetzt). Eine perfekte Rede. Für mich wirkte das alles zu glatt, zu perfekt.

Die Apologeten des Klimawandels werden mir hier wohl Oberflächlichkeit und einer Diskussion ad hominem vorwerfen, doch mir geht es bei diesem Auftritt ähnlich wie beim Mädchen aus Aleppo, die in perfektem Englisch aus der umkämpften Stadt twitterte: Zweifel an der Authentizität sind das stärkste der Gefühle, die sich da entwickeln.

Eine inhaltliche Auseinandersetzung will (und kann) ich hier nicht führen. Das machen andere besser und mit fundierterem Wissen. Ich empfehle z. B. den Vortrag des emirierten Professors Kirstein.

Interessant u.a. die vorgenommene Unterscheidung zwischen Klimatologen und „Klimawissenschaftlern“ …

Die Rede Greta Thunbergs bei der UN veranlasste Frank W. Haubold dazu, einen offenen Brief an die Schwedin zu veröffentlichen, der mich zu dem vorliegenden Artikel inspirierte.

Du hast erst dieser Tage in New York eine Rede gehalten, die man wohlwollend als „sehr emotional“ oder weniger freundlich als „hysterisch und anmaßend“ beschreiben könnte. Ich weiß nicht, ob Du den Text selbst entworfen hast, aber das spielt letztlich auch keine Rolle, denn indem Du ihn vorgetragen hast, ist er untrennbar mit Deinem Namen und Deiner Person verbunden. Du sagtest eingangs: „Das hier ist alles falsch, ich sollte hier nicht sein, ich sollte zurück in der Schule sein auf der anderen Seite des Ozeans…“.

Das ist richtig, aber aus ganz anderen Gründen, als Du sie benennst, denn Du solltest tatsächlich besser wieder zur Schule gehen, nicht nur wegen des dort vermittelten Wissens, sondern auch um nicht noch tiefer in den Abgrund aus falschen Gewissheiten, Zwangsvorstellungen, Selbstüberhöhung und Sendungsbewusstsein zu geraten, der dich anderenfalls nie wieder freigeben wird.

Zitat aus dem Brief

Der ganze Brief findet sich bei Geolitico, eine der Webseiten die abseits des Mainstream versuchen zu informieren.

Erinnerungen – vor 80 Jahren begann der II. Weltkrieg

Neben dem – eher freudbetonten – Beitrag zu unserer diesjährigen Alpentour bleibt am heutigen 01. September die Erinnerung an den Beginn des II. Weltkrieges heute vor 80 Jahren. Deutschland – jahrelang gepäppelt durch die Appeasementpolitik der „westlichen Demokratien“ – überfiel Polen und löste den größten Krieg der Menschheitsgeschichte aus. 60 bis 80 Millionen Tote – die Historiker streiten noch – und ein zerstörtes Europa und Asien waren die Folge. Die Weltmächte Frankreich und Großbritannien mutierten zu Anhängseln der vom Weltkrieg profitierenden USA, ebenso Deutschland (jedenfalls der westliche Teil), die Sowjetunion – die größten Opfer im allgemeinen Schlachten erbringend – stieg zur Weltmacht auf.

Wenig bis nichts fand sich gestern im Blätterwald wieder. Natürlich schrieben neben „Junge Welt“ auch „Die Zeit“ und der „Spiegel“ über diesen Jahrestag, aber wenig Neues hatten die Apologeten der Atlantikbrücke zu vermelden. Neben Deutschland (ach nee, der Hitler war’s allein) annektierte ja auch die Sowjetunion – auch hier war es wohl Stalin vordergründig – polnische Gebiete, so der Tenor. Das diese „annektierten“ Gebiete erst 20 Jahre zuvor von Polen annektiert worden sind, spielt in der Betrachtung keine Rolle.

In Polen gedachte man heute dem Beginn des II. Weltkrieges mit einer Veranstaltung in Wielun, einer polnischen Kleinstadt die am 01. September eine Bombardierung durch die deutsche Luftwaffe erfuhr, Minuten vor dem offiziellen Kriegsbeginn. Zivilisten waren die ersten Opfer. Polens Präsident Duda stellte – ganz konform mit dem westlichen Zeitgeist – fest, dass Deutschland und die Sowjetunion gemeinsam Polen überfielen und besiegten. Historische Fakten auch hier fehl am Platze.

Stattdessen wird Russland – als Nachfolger der Sowjetunion – vorgeworfen, dass man „vom Kurs der historischen Wahrheit abgewichen“sei wie sich der polnische Vizeaußenminister Szymon Szynkowski vel Sek vor einigen Tagen äußerte.

Es geht aber auch anders: die Initiative „Nie wieder Krieg“ erinnert auf andere, bessere Art an den Beginn des als II. Weltkrieg größten Menschenschlachtens in die Geschichte eingegangenen Ereignisses ….

Musik-Tipp – Lacky

Reinhard Lakomy, oder Lacky wie in jeder genannt hat, gehörte zu den ganz Großen der DDR-Musikszene. Von Pop und Rock bis Jazz und Schlager bewegte er sich und schrieb mit seinem Kinder-Musical „Der Taumzauberbaum“ Musikgeschichte. Das er auch eine „Wende-CD“ für Erwachsene veröffentlichte, war mir bisher unbekannt.

Lacky ließ sich nicht verbiegen, zeigte Haltung. Einen der schönsten Titel der 1993 erschienenen Produktion „Die 6-Uhr-13-Bahn“ ist für mich der feinsinnige Titel „Alles Stasi ausser Mutti“:

Auf einmal kommen sie daher,
so neugeborn und zeitenleer,
und wohnten doch im selben Haus,
warn Mauerstein des selben Baus.
Heut scheißen sie ins alte Nest,
und nehmen ihm den letzten Rest,
der Weg nach oben ist das wert,
erlaubt ist, was den Mann ernährt.Und alles warn nur die andern,
und das Leben ist jetzt tutti,
tittentutti, tittenfrutti,
alles Stasi, außer Mutti,
selber war man nur der Karren,
niemals war man Pferd,
so bleibt man stets unversehrt.
Und alles warn nur die andern,
und das Leben ist jetzt tutti,
tittentutti, tittenfrutti,
alles Stasi, außer Mutti,
selber war man immer nur,
der Zukunft zugewandt,
Deutschland, einig Vaterland.Sie sind so krumm, wie opportun,
sie spiegeln sich in ihren Schuhn,
so stehn sie vor der neuen Tür
und zeigen ihre alte Kür:
Die Klinke greift man tief gebückt,
auf Knien wird sie herabgedrückt,
und auf dem Bauch zur Tür hinein,
tritt ein, tritt ein, bring Glück herein.Quelle: Musixmatch