Grenztruppen – der 74. Jahrestag

Schon fast traditionell, wenngleich wieder nicht beabsichtigt möchte ich an den Tag der Grenztruppen erinnern. Gestern vor 74 Jahren übernahmen deutsche Polizeieinheiten Sicherungsaufgaben an den Demarkationslinien der Sowjetischen Besatzungszone. Aus diesen unter Länderhoheit stehenden Einheiten entstanden die Deutsche Grenzpolizei und ab 1961 die Grenztruppen der DDR. Ein Gruß von mir an alle ehemaligen Angehörigen und natürlich Zivilbeschäftigten aus diesem Anlass!

 

Truppenfahne des Grenzregiment 24 „Fritz Heckert“, Standort Salzwedel

Aus dem Leben eines Grenzers

Ich war Grenzer, also „Angehöriger der Grenztruppen der DDR“ wie die offizielle Bezeichnung lautete. Zwischen 1982 und 1990 trug ich die Uniform. Es ist wohl nich unüblich, das Söhne dem Vorbild ihres Vaters folgen und dessen Beruf ergreifen. So war es auch bei mir. Unter eher untypischen Umständen wurde mein Vater 1955 – immerhin schon 2-facher Vater – zur Grenzpolizei „delegiert“ (auf die überlieferten Umstände möchte ich im Moment nicht näher eingehen). Aus der „freiwilligen Verpflichtung“ zu einer 3-jährigen Dienstzeit, wurden am Ende 26 Jahre. Er begann als Soldat und wurde 1981 als Major in die Reserve entlassen.

Beim Wühlen in alten Bildern und Dokumenten stieß ich heute auf eine kleine Sammlung von Fotos, die diesen Weg bruchstückhaft dokumentieren (nicht immer im richtigen zeitlichen Kontext)  – also Bilder aus dem Leben eines Grenzers:

 

 

Dienstvorschrift der Grenzpolizei – DV III/2 von 1956

Wenn ich mich recht erinnere hatte ich diese Dienstvorschrift schon einmal bereit gestellt, allerdings muss sie bei dem einen oder anderen Serverupdate verlustig gegangen sein. Neu im Downloadbereich im Bereich Grenztruppen der DDR nunmehr die DV III/2 „Dienstvorschrift für den Dienst der Grenzposten“ vom 12. September 1956. Erlassen vom Innenminister, bis 1961 unterstand ihm ja die Grenzpolizei.

Interessanterweise finden sich auf den Webseiten des BStU einige Dienstvorschriften der Grenzpolizei bzw. den Grenztruppen. Wer mit dem Wesen solcher Dokumente vertraut ist und sich die Mühe macht diese zu lesen, erkennt schnell, dass auch 1956 die enthaltenen Schußwaffengebrauchsbestimmungen alles Andere als ein „Schießbefehl“ waren. Deshalb die gummiartige Formulierung, dass die Dienstvorschriften durch „nachfolgende Befehle“ außer Kraft gesetzt wurden. Ein Ding der (militärischen) Unmöglichkeit, wie ich meine.

Auch dieses Projekt – Veröffentlichung von Dienstvorschriften der Grenzpolizei/Grenztruppen – werde ich zu gegebener Zeit fortsetzen.