Corona und die Freiheit

Kein Kommentar, schon gar kein medizinischer, meinerseits zur „Pandemie Corona“ die Deutschland und die EU im Griff hat. In der vergangenen Woche im Job sehr damit beschäftigt „Home-Office“ für die jungen Mütter der Firma zu ermöglichen. Erstaunen ob der Möglichkeiten auf Seiten der Mädels. Meinerseits die Erkenntnis, dass gerade die zu Hause bleiben müssen, für die Möglichkeiten des Remote-Zugriffs auf Netzwerk und Server nicht vorgesehen sind …

Gespräche im Umfeld, u.a. mit Medizinern (nach eigener Aussage keine „richtigen Ärzte, sondern lediglich Orthopäde“ bzw. Chirurg) bestätigen mein laienhaftes Erstaunen über die Panik die durch Politik und Medien verbreitet wird. Der Gedanke, dass mit großem Brimborium Rechte eingeschränkt werden, um zu testen wie weit ohne Widerstand gegangen werden kann, verstärkt sich. Corona als Testfeld der Politik, Begründung für Notstandsgesetze und Ausgangssperren. In wenigen Tagen vermute ich Militär auf den Straßen, Voraussetzungen wurden in den vergangenen Jahren geschaffen.

Ulrich Gellermann bringt es auf seiner Rationalgalerie auf den Punkt:

Im Namen der Gesundheit wird die Freiheit abgeschafft. Und die Verschwörung kommt nicht düster, sondern klinisch weiß daher: Je mehr Verbote desto gesünder ist das Land. Wer sich an die Spitze der Verbote setzt, kann die nächste Wahl gewinnen. In dieser Konkurrenz liegt die sächsische AfD ganz vorn, es sei „perfide, angesichts der Corona-Pandemie Tausende Bürger weiter in ihren Betrieben arbeiten zu lassen und gesundheitlichen Gefahren auszusetzen“. Nicht weit davon entfernt der grüne Ministerpräsident in Baden-Württemberg: „Wir müssen unser Land jetzt herunterfahren – bis fast auf Null“. Bis auf Null die Strom – und Wasserwerke? Auf Null die Busse und Bahnen? Auf Null das Grundgesetz, denn Freiheit geht nur durch Zwang, sagt die neue Dialektik.

Alle Jahre wieder – Stasibehörde

„Zwischen den Jahren“ wie die gesamtdeutsche Öffentlichkeit so falsch wie einprägsam die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nennt, meldet sich die nach ihrem ersten Chef benannte Stasibehörde zu Wort. Diese Mal ist es der aktuelle oberste Stasijäger himself der verlangt, dass die beim MfS Promovierten ihrem erworbenen Doktortitel den Zusatz „Stasi“ hinzufügen sollen. Abgesehen von der Sinnhaftigkeit – selbst der letzte Doktorand verteidigte seine Doktorarbeit vor 30 Jahren und dürfte inzwischen das Rentenalter erreicht haben – geht es nebenbei um die Aushebelung des deutschen Namensrechtes und eine Revision des Einigungsvertrages. Ich nehme an der Vorschlag ist ohnehin nicht ernst gemeint. Vielmehr geht es wohl darum sich wieder einmal in Erinnerung zu bringen, den eigentlichen Auftrag erfüllen und nebenher die DDR wieder einmal zu bashen.

Herr Jahn (ich konnte mit dem Namen erst nach einigem Nachdenken überhaupt etwas anfangen) hat sich in Erinnerung gebracht und seine Stasibehörde gleich mit. Obwohl der Vorschlag aus Sicht der selbt ernannten Kämpfer für Demokratie und Menschenrechte wohl einiges für sich hat, ließe er sich doch beliebig erweitern. Ich könnte mir vorstellen, alle in der DDR erworbenen akademischen Grade und Abschlüsse entsprechend zu „kennzeichnen“. Mein bei der Ausbildung zum Offizier der Grenztruppen erworbener Titel „Hochschul-Ingenieur-Ökonom“ (den ich nicht führe) bekäme durch den Zusatz „DDR – Mauerschütze“ doch gleich einen anderen Klang und jeder der meine Agenda in die Finger, besser zu lesen kriegt, wüsste über mich sofort umfassend Bescheid. Sicher gibt es hier noch einiges zu feilen, aber welch herrliches Instrument bekämen all die kleinen und großen DDR-Hasser in die Hand.

Seit einigen Wochen lese ich wieder sehr viel und nach Überwindung einer persönlichen Hemmschwelle auch wieder einmal (Auto)Biographien. Einen tiefen Eindruck hinterlässt immer mehr Eberhard Esche. Der Schauspieler – neben seinem „Der Hase im Rausch“ besonders in der Rolle des Rates Hennicke in „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ brillierend – gibt tiefen Einblick in seine Biographie und seine Weltsicht. Zum Thema Stasi äußert er sich mehrfach.

Divide et impera. Teile und herrsche. Sowohl im Osten als auch im Westen das verderbliche Mißtrauen zwischen den Menschen säen. Welch wohltuende Alltagsbeschäftigung konnten nun die Menschen finden, da sie auf den erlösenden Gedanken gelenkt wurden, ob ihr Nachbar oder Freund oder Ehegatte oder ein beliebiger Fremder bei der Stasi war oder nicht. Oder wenn ein westdeutscher Bürger einen ostdeutschen trifft, ist da nicht sein erster Gedanke: Na, ob der nicht? Was für ein grandioser Beitrag zur deutschen Einheit! Es ist die Art der neuen Herren, die Geschichte Deutschlands mindestens seit der Naziherrschaft, deren Rechtsnachfolger sie ja sind, weiter falsch zu schreiben …

Hätten sie besser mit einem sauberen Messer unsere gemeinsame Nazierbschaft operiert? Das konnten sie nicht, denn dann hätten sie eine Änderung der Besitzverhältnisse im Ernste betreiben müssen.

„Wer sich grün macht den fressen die Ziegen“ Eberhard Esche, Autobiographische Geschichten, S. 366f, ISBN 978-3-95841-063-3

Fossile Befreiung – Zitat des Tages

In einem lesenswerten Kommentar zur „fossilen Befreiung“ meldete sich Dagmar Henn bei Kenfm zu Wort. Ihre Ausführungen machen deutlich wie wenig durchdacht Forderungen nach eben dieser – möglichst sofortigen – fossilen Befreiung und einer „Dekarbonisierung der Wirtschaft“ sind. Absolut lsenswert!

Weil die Frage, wer was für wen produziert, nicht gestellt werden darf und jede Erwartung einer positiven Zukunft unvermeidlich an die Schwelle der heutigen Eigentumsordnung führt, weil getan werden muss, als wären Konzerninteressen unantastbar, wird jeder Ausblick ins Morgen düster gestrichen und eine bittere Moral des Verzichts gefördert, die den berühmten Fastenpredigten der Augustiner in Nichts nachsteht.

Die industrielle Revolution selbst wird zum Sündenfall erklärt, und statt einer Verbesserung der Gesellschaft ist es das Streben nach einer unbefleckten Seele, vegan und bußfertig, das zum menschlichen Ideal erklärt wird.
Dabei wäre es mehr als überfällig, wieder eine Zukunft einzufordern; ein gutes Leben für all jene zu verlangen, die mit Armutsrenten und Niedriglöhnen abgespeist werden; ein funktionierendes Bildungssystem, eine moderne Infrastruktur, eine öffentliche Verwaltung, die ihren Aufgaben nachkommen kann; die Liste ist lang und wird täglich länger. Verzichten müsste die Menschheit vor allem auf eines – auf die Klasse der Oligarchen, die sich an ihr mästen und sie mit Kriegen überziehen.

Aus dem Text, Hervorhebung von mir

gefunden via Opablog