Vincenz Müller und Wehrmachtsoffiziere in der NVA

Eines der „großen Geheimnisse“ und Beleg für die fehlende Dankbarkeit der SED für Offiziere der Wehrmacht, die als Spezialisten beim Aufbau der KVP und der NVA tätig waren, gilt der Fall des ehemaligen Generals der Wehrmacht und der NVA Vincenz Müller. Die Faktenlage scheint klar, denn immerhin widmete der (west)deutsche Historiker Lapp Müller ein Buch („General bei Hitler und Ulbricht – Vincenz Müller eine deutsche Karriere“, ISBN 978-3861532866) und auf Grundlage dieses Buches wurde gar ein Fernsehfilm produziert.

Bei Diskussionen ehemaliger Angehöriger der NVA bringt man dem Fakt der Entlassung Müllers aus der NVA und der damit verbundenen „Säuberung“ von ehemaligen Generalen und Offizieren der Wehrmacht herrscht die o.a. Meinung vor: Undankbarkeit seitens der Staatsführung der DDR, Unverständnis für den rigorosen Schritt, der Ende der 50er Jahre vollzogen wurde.

Inzwischen kommt allerdings die der Sympathie für die DDR und ihre Geschichte gänzlich unverdächtige Wikipedia nicht umhin, Gründe dafür zu nennen:

Sämtliche westlichen Nachrichtendienste interessierten sich für ihn und ehemalige Kameraden besuchten ihn 1952 in Ostberlin auch im Auftrag der „Organisation Gehlen“.[13] Über Kontakte, die er zu alten Kameraden – vor allem nach Bayern – hatte, traf er 1955 und 1956 im Auftrag der DDR-Regierung den damaligen Bundesfinanzminister Fritz Schäffer (CSU) in Ostberlin und führte Gespräche über die Chancen einer deutsch-deutschen Verständigung mit dem Ziel einer Konföderation. Müller deutete einen bevorstehenden Sturz Ulbrichts und die Möglichkeit eines wiedervereinigten Deutschlands an, das aber so neutral wie Österreich sein solle.

Diese Begründung und die Hintergründe deutlich stärker ausleuchtend nennt auch Kurt Gossweiler für die Entlassung Müllers. Er schreibt u.a.:

Lapp hat also in den DDR-Akten den dokumentarischen Beweis dafür gefunden, dass “auf sowjetisches Betreiben hin” (und das war 1955/56 Chruschtschow, und nicht mehr, wie 1953, Berija!) Walter Ulbricht verhaftet und die DDR-Regierung gestürzt werden sollte, und dass Vincenz Müller zu denen gehörte, die dazu ausersehen und bereit waren, diesen konterrevolutionären Staatsstreich auszuführen. Da dies der DDR-Führung bekannt geworden war, kann deren – von
Prokop in seiner Rezension berichteten – Reaktion eigentlich nur durch ihre Zurückhaltung überraschen: V. Müller wurde im Dezember 1957 vom Dienst suspendiert und am 28. Februar 1958 pensioniert. Die Vorwürfe gegen ihn beschränkten sich darauf, er habe ZK-Beschlüsse verletzt, gegen die führende Rolle der SED in der NVA opponiert, seine parteiliche und dienstliche Stellung in der Nationalen Volksarmee missbraucht, er habe eine eigene Politik betrieben und auf Untergebene zersetzerisch gewirkt.

Das entsprechende Schriftstück gehört zu den auf der Webseite Gossweilers veröffentlichten Dokumenten. Ich habe mir ja vorgenommen, nach und nach diese Dokumente in „lesbarer“ Form als PDF-Dateien zur Verfügung zu stellen.

Ihr findet dieses interessante Dokument unter Downloads/Weltanschauung/Gossweiler …

Trouble mit Nextcloud

Nach einem zwischenzeitlichen Update auf Nextcloud 14.0.1 und der Neuinstallation eines Clients traten plötzlich Probleme bei der Dateisynchronisation auf. Während scheinbar alles normal lief, plötzlich die Meldung, dass der Server ein „Service unavailable“ melden würde. Diese Meldung führte zu einem Abbruch der Synchronisation.

Fehlermeldung während der Synchronisation

Da ich natürlich mit dem Client räumlich nicht in der Nähe des Servers war, nervte die Sache, denn ich benötigte dringend einige Dateien aus meiner „Wolke“.  EIn wenig Recherche brachte dann Licht ins Dunkel:

Offensichtlich war der Cache meines Nextcloud-Servers nicht up to Date, das führte zu den genannten Problemen (gefunden hier). Der Zugriff auf die Nextcloud-Instanz war relativ schnell realisiert, allerdings musste (wohl durch das Update) das occ-Skript zuerst wieder „ausführbar“ gesetzt werden. Das war per Webmin schnell erledigt. Schwieriger gestaltete sich die Umsetzung des vorgeschlagenen Befehls, denn die Konsole per Webmin gestartet weigerte sich standhaft den Befehl sudo zu kennen.

Der Zugriff per Putty brachte hier die Lösung. Angemeldet als root war die Eingabe des Befehls kein Problem:

sudo -u www-data ./occ files: scan --all

Der Befehl lief durch, meldete keine Fehler und anschließend lief die Synchronisation meiner 5,5 GB Daten ohne Probleme per Nextcloud.

Meldung des occ-Skripts

 

Breitband -nun auch auf dem Landsitz

 

Während es lange Zeit so aussah als sei das kleine verschlafene Dorf, in dem ich nunmehr einen großen Teil meiner freien Zeit verbringe, auf ewige Zeit vom schnellen Internet abgeschnitten, war seit Sommer letzten Jahres ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. VDSL, sollte möglich werden, Internetzugang per „Breitband“. Tatsächlich wurde seit dem Frühjahr fleißig gebuddelt und gebaut, geschippt und geklemmt was das Zeug hielt. Mitte Juli war es dann soweit – die ersten Haushalte im 200-Seelen-Dorf erhielten schnelle Internetanschlüsse! Innerhalb weniger Tage wurden immer mehr angeschlossen.

Nur hier auf dem Sommersitz war das angeblich nicht möglich. Erst hieß es es wäre kein Kabel vorhanden, dann fehlte ein Port und schließlich waren keine Baukapazitäten mehr frei. Dringliche, fast tägliche Anrufe bei der Hotline brachten hintereinander immer dieselben Begründungen (s.o.), mal einzeln, dann wieder in Gruppen auftretend. Der Verzweiflung nahe, weil alle Begründungen offensichtlich an den Haaren herbeigezogen waren, bestenfalls auf eine grottenschlechte Dokumentation zurückzuführen, griff ich zu einer Geheimwaffe und schaltete den externen Kommunikationsberater der Firma ein …

Das brachte überraschenderweise Erfolg: bereits einen Tag nach ersten Aktivitäten war alles verfügbar: Kabel, Port und Baukapazitäten stellten kein Hindernis mehr dar. Wie im Auftrag von letzter Woche angekündigt, kam heute ein Techniker vorbei, schraubte hier ein wenig, setzte eine neue TAE-Dose und setzte sein Meßgerät ein. Ergebnis: der Anschluß bietet 109 Mbit/s im Download und 64 Mbit/s im Upload! Breitband vom Feinsten! Der Tarif bietet immerhin noch 61,8 Mbit/s in der einen Richtung, 26,4 Mbit/s in der anderen.

Der Nachmittag bot reichlich Beschäftigung mit Routerkonfiguration, Telefoneinbindung, Sonos-Neustart und WLAN-Verteilung. Wider Erwarten ging so ziemlich alles glatt und (vor allem die Teenies im Haushalt) alle sind selig, glücklich und zufrieden. Breitband bis in die letzten Ecken des verwinkelten Bauernhauses!

Selig nun auch ich, denn das Generve hat ein Ende …