Kampagne gegen Sahra Wagenknecht?

Erst mit Verwundern, wenig später mit einer enormen Wut las ich diesen Artikel auf den Nachdenkseiten – „Sahra Wagenknecht soll eingemauert und gemobbt werden„. Wenn das angeführte Zitat des Parteivorsitzenden Rixinger tatsächlich den Tatsachen entspricht, ist diese „Partei“ in meinen Augen endgültig erledigt …

„Sahra ist leider nicht aufzuhalten als Fraktionsvorsitzende. Man kann sie nicht einfach abschießen. Sahra muss gegangen werden und daran arbeiten wir. Wenn wir sie immer wieder abwatschen und sie merkt, sie kommt mit ihren Positionen nicht durch, wird sie sicher von alleine gehen.“

Wenn die gerade einmal sozialdemokratischen Positionen Sahra Wagenknechts ausreichen, um sie „gegangen werden“ zu lassen, ist die sogenannte „Linke“ nicht mehr als ein machtgieriger Haufen von Emporkömmlingen, die nicht im entferntesten linke Positionen vertreten.

Wenn sogar Matthias Höhn – alles andere als ein Revolutionär – das Handtuch werfen will …

Es wird Zeit für eine echte Alternative in diesem Land!

Zitat des Tages – Analitik zu Stalin

Ist Ihnen eigentlich schon aufgefallen, dass Stalin der einzige sowjetische Kommunist ist, der im Westen so richtig verteufelt wird? Stalin ist das Böse schlechthin, gleichsam mit Hitler.

Kein Lenin, kein Trotzki, kein Breschnew oder Chruschtschow oder sonst jemand aus der frühen oder späten Sowjetzeit wird verteufelt. Obwohl zum Beispiel Leute wie Lenin und Trotzki die Sowjetherrschaft begründet und errichtet haben.

Warum hat es in den Augen des Westens niemand außer Stalin verdient, verteufelt zu werden?

Gefunden bei Analitik …

Manchmal erklärt eine einfache Frage mehr als 1.000 Antworten

Das Ende der Megamaschine – Buchtipp

Bereits 2015 erschien „Das Ende der Megamaschine“ von Fabian Scheidler, ich stieß erst jetzt auf dieses interessante Buch. Scheidler seziert mit Präzision den Mythos vom Fortschritt den die westliche Welt seit Jahrhunderten durchläuft und dabei immer mehr Frieden und Wohlstand verbreitet. Stattdessen zeigt er auf, dass Krieg, Zerstörung, Expansion und Unterdrückung grundlegende Pfeiler des Aufstiegs Europas (und europäisch dominierter Länder) waren und sind. Das Ziel dieser Entwicklung war und ist nicht die Verbesserung des Lebens für die Menschheit, sondern lediglich einer überschaubaren Gruppe von Menschen, der Eliten.

Das System der „Megamaschine“ – Wachsen ohne Begrenzung, immer weiter um immer mehr „Geld“ zu produzieren – stößt nunmehr an seine Grenzen, so Scheidler. Besonders die begrenzten Ressourcen unseres Planeten setzen dem nunmehr am Ende. Gleichzeitig pervertierte das System in der Geschichte immer weiter – immer weniger profitieren, immer mehr verlieren.

Scheidler prophezeit das Ende des Kapitalismus – oder das Ende der Menschheit. Immerhin unterscheidet sich diese Sicht der Dinge wohltuend vom propagierten „Ende der Geschichte“ und dem Kapitalismus als der letzten menschlichen Gesellschaftsform.


Auf Zeuchs Buchtipps fand ich den folgenden Satz, der die Stärke des Buches mMn sehr gut aufzeigt:

In den insgesamt 11 Kapiteln analysiert und belegt Scheidler diese Zusammenhänge und fordert seine LeserInnen heraus. Es wird zunehmend unerträglicher, den Wahnsinn und die menschenverachtenden Auswirkung der Megamaschine zu ertragen. All das nur, um die eigennutzende Gewinnmaximierung zu perfektionieren und Geld um des Geldes Willen weiter anzuhäufen.