Ulrich Christoph von Stille

Ulrich Christoph von Stille wurde am 15.10.1654 in Salzwedel geboren. So findet er Eingang in meine kleine Reihe altmärkischer Generäle. Sein Vater Christian war „fürstlich- mecklenburgischer Kammerrat“ und ehemaliger Ober-Ziesenmeister der Altmark (also oberster Steuereintreiber). Seine Mutter Margarethe war eine geborene von Karstedt, wobei mir nicht klar ist ob das mecklenburgische oder brandenburgische Karstädt gemient ist …

Bild aus der alten Kommandantur Magdeburg

 

  • 1671 als Pikenier der Leibwache von Kurfürst Friedrich Wilhelm beigetreten
  • 1672/74 Teilnahme am Feldzug, Einnahme von Graves (verwundet)
  • 1675 Lieutenant bei der Leibwache des Kurfürsten
  • 1675/79 Teilnahme am Feldzug gegen Schweden (Schlacht von Fehrbellin, Belagerungen von Stralsund und Stettin), Feldzug in Preußen
  • 1680 mit dem Regiment „Kurfürstin“ nach Magdeburg in Garnison
  • 1680 Kapitän und Kompaniechef
  • 1686 Feldzug gegen die Türken, Belagerung von Ofen, durch einen giftigen Pfeil verwundet, besonders ausgezeichnet
  • 1689 Major
  • 1691 Oberstleutnant
  • 1693/97 Teilnahme am Feldzug, Schlacht bei Neerwinden (besonders ausgezeichnet), in Piermont Belagerung von Eberburg
  • 1694 Oberst und Kommandeur des Regiments „Markgraf Christian Ludwig“
  • 1698/99 mit einem Bataillon in Pommern zum Schutz gegen Polen
  • 1701/06 Teilnahme am Feldzug in Deutschland und Italien: Belagerung von Kaiserswerth (Schuß ins Bein), Belagerungen von Geldern und Landau, Schlacht von Höchstädt, Übergang über den Gardasee, Schlachten bei Montedina, Cassano und Turin (linke Hand zerschossen)
  • 1704 Brigadier
  • 1705 Generalmajor
  • 1707 wegen Verwundungen nach Deutschland zürück
  • 1708 wieder nach Italien
  • 1711 Chef eines Infanterie-Regiments (später Nr. 20) und Kommandant von Magdeburg
  • 1715 Generalleutnant
  • 08.12.1728 in Magdeburg gestorben

Quelle: "Soldatisches Führertum", Kurt v. Priesdorff, Band 1, S.82, Nr. 136)

Generäle aus der Altmark 1640 – 1806

Inspiriert durch einen Thread im „Forum der Fachgruppe Militär- und Garnisonsgeschichte Magdeburg“ und einem Artikel aus dem „21. Jahresbericht des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte und Industrie zu Salzwedel“ von 1887 eine Aufstellung der aus der Altmark stammenden preußischen Generäle zwischen 1640 und 1806.

Der Geheime Archivrat von Mülverstädt führt nur allgemeine Informationen auf, die den letzten Dienstgrad und Dienststellung beinhalten. Ich werde demnächst versuchen, die kurzen Ausführungen mit Informationen aus dem Priesdorff zu ergänzen.
Die Namen sind in der Liste alphabetisch geordnet:

  1. Alvensleben (a.d.H. Zichtau), Achatz Heinrich
    von Generalmajor (1776), Chef eines Dragoner-Regiments (1763)
  2. Alvensleben (a.d.H. Calbe), Ludolf August Friedrich von
    Generalmajor (1805), Chef eines Infanterie-Regiments (1804)
  3. Bismarck, Christoph Friedrich von
    Generalmajor (1704), Kommandant von Küstrin (1690)
  4. Bismarck, August von
    Generalmajor und „Commandeur en Chef“ des Leib-Kürassier-Regiments (1794)
  5. Bornstedt, Dietrich Eugen Philipp von
    Generalleutnant (1793), Chef eines Infanterie-Regiments
  6. Borstell, Hans Friedrich Heinrich von
    Generalleutnant (1795), Chef des Kürassier-Regiments 7 (1792)
  7. Götze, Karl Ludwig Bogislaw von
    Generalleutnant und Kommandant von Berlin (1794)
  8. Grävenitz (a.d. H. Hohenrade), David George von
    Generalleutnant, Chef eines Infanterie-Regiments (1731-1743), Kommandant von Küstrin (1747)
  9. Grävenitz, Friedrich August von
    General der Infanterie (1792), Chef eines Infanterie-Regiments und „Generalinspecteur in den fränkischen Fürstentümern“
  10. Grävenitz, George Adolf von
    Generalmajor (1793), Kommandant von Berlin
  11. Jeetze, Joachim Christoph von
    Generalfeldmarschall (1747)
  12. Jeetze, Adam Friedrich von
    Generalmajor (1748), Chef eines Infanterie-Regiments
  13. Jeetze, Hans Christoph von
    Generalmajor (1754), Chef eines Garnisons-Regiments
  14. Itzenplitz, August Friedrich von
    Generalleutnant (1758), Chef eines Infanterie-Regiments(1751)
  15. Itzenplitz, Johann Christian Friedrich von
    Generalmajor (1759), Chef eines Garnison-Regiments (1760)
  16. Krusemark, Hans Friedrich von
    Generalleutnant (1771), Chef des Regiments Gens d’Armes (1768), Generalinspekteur „der in der Mark, dem Herzogtum Magdeburg und dem Fürstentum Halberstadt liegenden“ Kavallerie
  17. Lindstedt, Daniel George von
    Generalmajor (1758), Chef eines Infanterie-Regiments
  18. Lüderitz, Hans Erdmann von
  19. Reinhardt, Joachim Franz von
    Generalleutnant(1802), Chef eines Infanterie-Regiments(1795)
  20. Rintorff, Friedrich Christoph von
    Generalmajor (1745), „Commandeur en Chef“ des Regiments Würtemberg
  21. Rosenbusch, Wilhelm Leopold von
    Generalmajor (1785), Chef eines Dragoner-Regiments
  22. Schenck (a.d.H. Flechtingen), Friedrich Wilhelm von
    Generalleutnant (1796), Chef eines Dragoner-Regiments (1791)
  23. Schulenburg, Achatz von
    Generalleutnant (1728), Chef eines Dragoner-Regiments (1717)
  24. Graf von der Schulenburg, Adolf Friedrich von
    Generalleutnant (1740), Chef des Regiments „Grenadiere zu Pferde“
  25. Schultz, Karl August von 
    Generalmajor (1798), Chef eines Husaren-Regiments
  26. Schulz, Dietrich Wilhelm von
    Generalmajor (1798), Chef eines Infanterie-Regiments
  27. Treffenfeld, Joachim Hennigs von
    Generalmajor (1669), Chef eines „Regiments zu Pferde“ (1675)
  28. Arneburg, Hans Georg Woldeck von
    Generalmajor (1764), Chef eines Kürassier-Regiments
  29. Kannenberg, Christoph von
    Generalleutnant (1657), Chef eines Regiments zu Pferde, Gouverneur von Minden

Garnisonsgeschichte Salzwedel – neue Literatur

Seit einigen Tagen hat meine Literatursammlung zur Garnisonsgeschichte Salzwedels Zuwachs erhalten. Für relativ bescheidenes Geld konnte ich ein Standardwerk zur preußischen Militärgeschichte erwerben: “ Die Kampfhandlungen der brandenburgisch-preussischen Armee 1626-1807. Ein Quellenhandbuch“. Das Buch erschien 1964 und entstand in der Reihe „Veröffentlichungen der historischen Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin“.

Ich war schon vor Jahren beim Stöbern auf diese Publikation gestoßen, habe auch einige Informationen übernommen, kannte aber nur Fragmente – eben das was Google-Books als Leseprobe zur Verfügung stellte. Der behandelte Zeitraum und die Vielfalt der Informationen allerdings reizte sehr, der Preis der für das Buch aufgerufen wird – zwischen 250 – 300 € – schreckte ab. So war es ein glücklicher Zufall, dass ich vor einer Woche auf ein wesentlich moderateres Angebot stieß und sofort bestellte. Zwischen Bestellung und Lieferung vergingen dann noch 4 Tage und seit vergangener Woche befindet sich das beschriebene Quellenhandbuch in meinem Besitz.

Der Autor Dr. Günther Gieraths war zwischen 1936 bis Ende des II. Weltkrieges Direktor der Deutschen Heeresbücherei und hatte als solcher Zugriff auf Quellenmaterial, dass durch den Krieg zerstört wurde. Gewisse Parallelen zu Priesdorff sind sichtbar …

Für die Militärgeschichte Salzwedels ergeben sich auf den ersten Blick einige weiterführende Informationen. Die Stadt diente mehr Truppenteilen als Garnison, als mir bisher bekannt war.

  • 1691 Kür.-Reg. 9
  • 1713 – 1731 Kür.-Reg. 3
  • 1714 Inf.-Reg. 20
  • 1727 – 1806 Kür.-Reg. 7
  • 1742 Kür.-Reg. 8

Natürlich waren meist nicht die vollständigen Regimenter in Salzwedel stationiert, sondern nur Teile, einzelne Eskadronen oder Kompanien etwa. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass tatsächlich alle Garnisonsorte aufgeführt sind, also auch kleinere altmärkische Städte wie Arendsee und Werben, neben den „großen“ Städten Salzwedel, Gardelegen oder Stendal. Es eröffnen sich weitere Möglichkeiten für die Fortführung meiner „Studien“ …