Rammstein – neues Album

Die Jungs von Rammstein brachten bereits im Mai (Erscheinungsdatum wohl der 16.05.) ein neues Album heraus. Einen Namen hat die Scheibe nicht (oder eben einfach“ Rammstein“), die Band wollte sich wohl wieder von der Masse abheben. Meiner Meinung haben das die Herren nicht nötig, denn sowohl im Musikstil als auch Themenauswahl hebt sich Rammstein wohltuend von der Masse ab.

Die erste Singleauskopplung erregte einen kleinen Eklat. „Deutschland“ zieht eine Linie durch 2000 Jahre deutsche Geschichte und das wird im Video mit drastischen Bildern dokumentiert. Diese Bilder waren es v.a. die wieder einmal das Geschwafel von „rechtem Gedankengut“ auslösten. Ich persönlich kann weder im Titel noch im sonstigen Schaffen Rammsteins rechte oder faschistische Tendenzen erkennen. Es strotzt geradezu von Ironie, dass die Germania im Video eine Schwarze ist.

Im Gegenteil – gerade „Deutschland“ zeigt eine zerrissene, widersprüchliche Haltung zu diesem unserem Heimatland und seiner Geschichte auf, die meinen Empfindungen und Gedanken recht nahe kommen …


Du (du hast, du hast, du hast, du hast)
Hast viel geweint (geweint, geweint, geweint, geweint)
Im Geist getrennt (getrennt, getrennt, getrennt, getrennt)
Im Herz vereint (vereint, vereint, vereint, vereint)
Wir (wir sind, wir sind, wir sind, wir sind)
Sind schon sehr lang zusammen (ihr seid, ihr seid, ihr seid, ihr seid)
Dein Atem kalt (so kalt, so kalt, so kalt, so kalt)
Das Herz in Flammen (so heiß, so heiß, so heiß, so heiß)
Du (du kannst, du kannst, du kannst, du kannst)
Ich (ich weiß, ich weiß, ich weiß, ich weiß)
Wir (wir sind, wir sind, wir sind, wir sind)
Ihr (ihr bleibt, ihr bleibt, ihr bleibt, ihr bleibt)


Deutschland – mein Herz in Flammen
Will dich lieben und verdammen
Deutschland – dein Atem kalt
So jung – und doch so alt
Deutschland!


Ich (du hast, du hast, du hast, du hast)
Ich will dich nie verlassen (du weinst, du weinst, du weinst, du weinst)
Man kann dich lieben (du liebst, du liebst, du liebst, du liebst)
Und will dich hassen (du hasst, du hasst, du hasst, du hasst)
Überheblich, überlegen
Übernehmen, übergeben
Überraschen, überfallen
Deutschland, Deutschland über allen

Deutschland – mein Herz in Flammen
Will dich lieben und verdammen
Deutschland – dein Atem kalt
So jung – und doch so alt
Deutschland – deine Liebe
Ist Fluch und Segen
Deutschland – meine Liebe
Kann ich dir nicht geben
Deutschland!

Du
Ich
Wir
Ihr
Du (übermächtig, überflüssig)
Ich (Übermenschen, überdrüssig)
Wir (wer hoch steigt, der wird tief fallen)
Ihr (Deutschland, Deutschland über allen)


Deutschland – dein Herz in Flammen
Will dich lieben und verdammen
Deutschland – mein Atem kalt
So jung – und doch so alt
Deutschland – deine Liebe
Ist Fluch und Segen
Deutschland – meine Liebe
Kann ich dir nicht geben
Deutschland!

Zitat des Tages – Sergej Lawrow

Quelle: Wikipedia

Jene, die uns mit Missgunst ansehen, wollen die Rolle der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg herabsetzen. Wenn sie die UdSSR auch nicht als Hauptschuldigen am Krieg darstellen, so doch als Aggressor auf gleicher Ebene mit Nazideutschland, und bringen immer wieder Thesen über die »gleiche Verantwortung« an die Oberfläche. Die nazistische Besatzung, die Dutzende Millionen Leben gekostet hat, die Verbrechen der Kollaborateure und die Befreiungsmission der Roten Armee werden auf zynische Weise gleichgesetzt. Den Handlangern der Nazis werden Denkmäler gesetzt.

Sergej Lawrow, Außenminister der Russischen Föderation, für das International Affairs Magazine: Der Zweite Weltkrieg und die Verdrehungen des Westens

Geschichtslügen – „Berlinblockade“ und „Luftbrücke“

Dieses Jahr 2019 birgt eine Menge Potenzial an denkwürdigen Jubiläen: neben 70 Jahre Grundgesetz (das es noch immer nicht zur Verfassung gebracht hat, obwohl nach der „Wiedervereinigung“ in ihm selbst eine Verfassungsbildung vorgeschrieben ist) und Gründung der beiden deutschen Staaten auch das Ende von „Berlinblockade“ und „Luftbrücke“. Ja ich setze bewußt beide Begriffe in Anführungszeichen, denn weder wurde (West)Berlin komplett durch die Sowjetunion blockiert und damit die Bewohner der westlichen Besatzungszonen Berlins dem Hungertod durch die „Russen“ ausgesetzt, noch rettete die „Luftbrücke“ dieselben vorm verhungern. Heute noch viel mehr als vor 70 Jahren handelt es sich vor allem um eine groß angelegte Propagandaaktion des Westens.

Neben Sinn und Unsinn der von den Kommunisten unter Stalins Führung verordneten und realisierten Blockade einer Millionenstadt sollte man sich fragen, ob es überhaupt möglich war, eine Stadt mit etwa 2 Millionen Einwohnern aus der Luft zu versorgen. Nebenbei – eine Nation die am schwersten unter den Folgen des Krieges gelitten hat, lässt seinen Stadtkommandanten im Befehl Nummer 1 die Versorgung der Zivilbevölkerung regeln und gefährdet 3 Jahre später das Leben eben dieser Menschen (jedenfalls eines großen Teils der Einwohner) aus politischem Kalkül.

Auf den Nachdenkseiten findet sich heute ein guter Artikel zum Thema. Klaus-Dieter Haas schildert die damaligen Ereignisse aus seiner persönlichen Sicht und verweist auf den politischen Kontext der Ereignisse.

Der spätere US-Außenminister John Foster Dulles sagte im Januar 1949 in kleinem Kreis in Paris: “Zu jeder Zeit hätte man die Situation in Berlin klären können […] Die gegenwärtige Lage ist jedoch für die USA aus propagandistischen Gründen sehr vorteilhaft. Dabei gewinnen wir das Ansehen, die Bevölkerung von Berlin vor dem Hungertod bewahrt zu haben, die Russen aber erhalten die ganze Schuld wegen ihrer Sperrmaßnahmen.“ (Zitiert in George S. Wheeler: „Die amerikanische Politik in Deutschland (1945-1950)“, Berlin (Ost) 1958, S. 223) Sehr deutlich wird auch L. L. Matthias: „Einen sehr willkommenen Anlaß, die öffentliche Meinung der Welt gegen die Russen zu mobilisieren, bot die Berliner Blockade […] Es war ganz offenbar, daß Truman, Acheson und General Clay die Blockade absichtlich verlängert hatten, um einen Zwischenfall zu einem welthistorischen Ereignis aufzublasen und die Last der Verantwortung, die auf den Schultern der Russen lag, zu vervielfachen.” (L. L. Matthias: Die Kehrseite der USA, Reinbek bei Hamburg 1971, S. 146ff.) Die Reihe solcher Propagandaleistungen der USA oder Briten, hilfreich begleitet von deutschen Medien, läßt sich mühelos ergänzen und bis in die Gegenwart verfolgen.

Aus dem Artikel