Sebastian Haffner – Die deutsche Revolution 1918/19

Das Buch des Publizisten Haffner zur Novemberrevolution wurde mehrfach umbenannt, so trug es auch den Titel „Der Verrat“ bzw. „Die verratene Revolution“. Die mehrfache Umbenennung durch diverse Verlage deutet auf ein Ziel hin: auch 100 Jahre nach der Novemberrevolution wird versucht, die Schuld der Führer der deutschen Sozialdemokratie am Scheitern dieser Revolution zu verschleiern.

Im Vorwort schreibt Haffner: „Die deutsche Revolution von 1918 war eine sozialdemokratische Revolution, die von den sozialdemokratischen Führern niedergeschlagen wurde: ein Vorgang, der in der Weltgeschichte kaum seinesgleichen hat.“

Haffner weist im Buch nach, wie durch die Zusammenarbeit der sozialdemokratischen Führer mit den alten Eliten aus Staat, Militär und Wirtschaft die Revolution niedergeschlagen und ihrer sozialen und politischen Inhalte beraubt wurde. Gedankt wurde es den Ebert und Genossen von ihren neuen, alten Verbündeten nicht: die Legende des „im Felde unbesiegten“ Heeres, dem die Novemberrevolution den „Dolchstoß“ in den Rücken versetzte wurde geboren und offensiv auch und gerade gegen die Sozialdemokratie eingesetzt.

Ein Zitat aus dem Buch zum Schluß:

Der Kollektivheld dieser Revolution, die deutsche Arbeiterschaft, hat sich von dem Nackenschlag, der ihr damals versetzt wurde, nie erholt … Von dem großen Verrat datiert das große Schisma des Sozialismus und der unauslöschliche Hass zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten …

„Das Leben der Anderen“ – ein Gruselmärchen

Als „Gruselmärchen“ bezeichnete der Schriftsteller Christoph Hein den Film „Das Leben der Anderen“ kürzlich in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Angesichts der Popularität des Films und seiner Nutzung zur DDR-Dämonisierung ein starkes Stück, dass sich Herr Hein da geleistet hat. Die sich daraus entwickelnde Diskussion nimmt Tobias Riegel auf den Nachdenkseiten unter die Lupe.

„Das Leben der Anderen“ ist kurzweilige Unterhaltung auf hohem schauspielerischen Niveau – aber er ist auch reißerisch, klischeehaft und historisch an zahlreichen Stellen ungenau. Dennoch wurde er durch die zahllosen hymnischen Kritiken zur realistischen DDR-Darstellung verklärt. Durch diesen medialen Chor wurde auch die seit 2006 artikulierte Kritik übertönt und der Film entwickelte sich nahezu ungebremst zu einer bis heute höchst wirkungsvollen DDR-Dämonisierung.

Es ist gut, dass Hein dem endlich etwas entgegensetzt. Er schätzt allerdings auch seinen Wirkungsgrad realistisch ein:

„Der Film wurde ein Welterfolg. Es ist aussichtslos für mich, meine Lebensgeschichte dagegensetzen zu wollen. Ich werde meine Erinnerungen dem Kino anpassen müssen.“ Diese Resignation teilt Hein mutmaßlich mit zahlreichen DDR-Bürgern.

Ich habe den Film nicht gesehen. Ankündigung, Beschreibung und Jubelarien in den einschlägigen Medien genügten mir, um den Film als das „Gruselmärchen“ zu erkennen, als das Hein ihn nun bezeichnet. Allerdings wird dieser Film heute in der Schule als Darstellung der DDR-Realität den heute 15 bis 16-jährigen verkauft.

Verblüffend ist an der Diskussion vor allem die Arroganz der (west)deutschen Journaille die Hein – um dessen Lebensgeschichte es im Film u.a. geht – ob seiner oben geäußerten Meinung maßregelt und ihm lückenhafte bzw. falsche Erinnerungen unterstellt …

Wieder mal Microsoft – Perversitäten der EDV

Ab und an überrascht mich Microsofts Betriebssystem Windows mit „unerklärlichen Phänomenen“ deren Lösung zum stetigen Anwachsen meiner kleinen „EDV-Datenbank“ führen. Vom privaten Blog Christian Haufes inspiriert, taufte ich diese Tellico-Sammlung auf „Perversitäten der EDV“.

Heute morgen meldete sich ein User und erklärte, dass sein Rechner kein Vertrauen mehr zu ihm hätte. Die Prüfung der tatsächlichen Fehlermeldung kam zu folgendem Ergebnis:

Bild von windowspro.de übernommen

Eine kurze Recherche brachte die Erkenntnis, dass es sich weder um ein neues noch um ein seltenes Phänomen handelt. Selbst in der Knowledgebase von Microsoft wurde ich fündig. Die Sache an sich war schnell repariert, es reichte tatsächlich die Entfernung des Rechners aus der Domäne und das anschließende erneute Hinzufügen löste – schon 2 Neustarts später – das Problem.

Allerdings fehlt mir – wie so häufig – eine schlüssige Begründung für das Auftreten des beschriebenen Problems. Microsoft liefert gar keine, sondern fordert einfach zur Umsetzung des Workarounds auf. Bei windowspro.de findet man zwar eine Erläuterung der Zusammenhänge, aber die aufgeführten Gründe treffen hier nicht zu – weder war der Rechner längere Zeit offline, noch war er zurückgesetzt worden.

Es scheint sich wiederum um einen Schwachpunkt des Active Directory zu handeln, Microsofts Verzeichnisdienst für Netzwerke.

Mich beunruhigen solche Phänomene immer noch, denn ich sehe hier Potential für erhebliche Einschränkungen des Arbeitsablaufes der Firma., insbesondere wenn es um unsere „Außenstellen“, die mobilen Bohranlagen geht …