#aufstehen II – Gründungsaufruf

Der mediale Rummel um die Gründung von #aufstehen nahm immer mehr zu. Er wird wohl weiter zunehmen, denn heute war es soweit: in einer Bundespressekonferenz wurde nunmehr die Gründung der „sozialen Bewegung“ #aufstehen verkündet. Inzwischen ist auch der Gründungsaufruf veröffentlicht und es kam wie ich bereits befürchtete: Beschränkung auf die „Verbesserung“ des Kapitalismus in dem wir leben, Umverteilung, „Sozialstaat“, Reformen.

Sicherlich ist es richtig, dass ein Politikwandel stattfinden muss, aber mit zahnlosen Aufrufen und „Bewegungen“ sind diese Ziele mMn nicht erreichbar. Mit „demokratischen Wahlen“ wohl auch nicht.

Einige Punkte die mir bereits in der Einleitung sauer aufstießen:

Das Aufstiegsversprechen der sozialen Marktwirtschaft, dass jeder, der sich anstrengt, auch zu Wohlstand kommen kann, gilt im Zeitalter von Leiharbeit und Niedriglohnjobs nicht mehr.

Gab es das jemals? Aufstieg durch Fleiß und Arbeit? Klingt nach dem „amerikanischen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär“, nicht nach Realität.

Seit der Sozialstaat keine ausreichende Sicherheit mehr gibt,

Der „Sozialstaat“ als solcher existierte nie. Entstanden aus der Politik Bismarcks zur Bekämpfung der damals revolutionären Sozialdemokratie wurde ein rudimentäres Sicherungssystem etabliert. Stichwort: Mit Zuckerbrot und Peitsche! In den 70er und 80er Jahren dann in harten Arbeitskämpfen ausgebaut, auch begründet durch die Existenz der sozialistischen Staaten.

Wir wollen die Politik zurück zu den Menschen bringen. Und die Menschen zurück in die Politik. Denn wir sind überzeugt: nur dann hat die Demokratie eine Zukunft.

Die „Demokratie“ westlicher Prägung hat nicht einmal eine Vergangenheit, jedenfalls wenn man das Wort Demokratie ernst nimmt („Macht des Volkes“). Ich empfehle dazu Professors Mausfelds „Warum schweigen die Lämmer?“ (Transkript findet ihr hier).

Bereits hier möchte ich schließen. Den Gründungsaufruf findet ihr bei aufstehen.de .

Mein Verhältnis zur „Bewegung“ ist ausgesprochen zerrissen. Einerseits sehe ich durchaus die Notwendigkeit, einen Politikwechsel in Deutschland zu erreichen, andererseits ist mir (inzwischen auch durch den Gründungsaufruf dokumentiert) Ziel und Inhalt zu „verwaschen“.

Allerdings schrieb Lenin in „Der „linke Radikalismus“, Kinderkrankheit des Kommunismus“ (hier setze ich  #aufstehen mal mit Gewerkschaften gleich):

Gerade die absurde „Theorie“, wonach sich die Kommunisten an den reaktionären Gewerkschaften nicht beteiligen dürfen, zeigt am deutlichsten, wie leichtfertig sich diese „linken“ Kommunisten zur Frage der Beeinflussung der „Massen“ verhalten und wie sie mit ihrem Geschrei von den „Massen“ Mißbrauch treiben. Will man der „Masse“ helfen und sich die Sympathien, die Zuneigung, die Unterstützung der „Masse“ erwerben, so darf man sich nicht fürchten vor Schwierigkeiten, darf man sich nicht fürchten vor den Schikanen, den Fußangeln, den Beleidigungen und Verfolgungen seitens der „Führer“ (die als Opportunisten und Sozialchauvinisten in den meisten Fällen direkt oder indirekt mit der Bourgeoisie und der Polizei in Verbindung stehen) und muß unbedingt dort arbeiten, wo die Massen sind. Man muß jedes Opfer bringen und die größten Hindernisse überwinden können, um systematisch, hartnäckig, beharrlich, geduldig gerade in allen denjenigen – und seien es auch die reaktionärsten Einrichtungen, Vereinen und Verbänden Propaganda und Agitation zu treiben, in denen es proletarische oder halbproletarische Massen gibt.

Lenin, Werke Bd.31

Stoff zum Nachdenken …

 

Urlaub Südtirol – Teil I

Picknick auf dem Plöckenpass

Dieser Beitrag entstand in wesentlichen Teilen noch in Südtirol, wurde aber erst heute (02.09.18) fertig gestellt.

Ja nun hat es uns doch erwischt. Nach 3 Tagen traumhaftem Wetter hier in Bruneck (Südtirol) ist es vorbei mit den Touren. Seit gestern haben wir (fast) Dauerregen, zwischendurch sogar kräftige Schauer. Die Wolken hängen tief in den Bergen und an gute Sicht ist gar nicht zu denken. Einige Unentwegte wagten gestern und heute immerhin eine kleine Tour. Angesichts der Vorhersagen für morgen (es wird wohl bis nach Bayern hin nicht trocken bleiben) widme ich mich deshalb dem ersten Teil des Tourberichtes.

In diesem Jahr vergass ich nicht, mit Hilfe der App MyTracks die Touren aufzuzeichnen und kann so ein paar statistische Informationen anfügen.

Nach der Anreise von Eisenberg  am Sonntag – die ca. 600 km wurden trotz einiger Staus und eher verhalten gutem Wetter recht schnell absolviert) – wurde nach dem Abladen der Motorräder das Hotel in Augenschein genommen. Die „Blitzburg“ erwies sich als gute Wahl, schöne Zimmer, freundliches Personal, moderate Preise. Alles wie man es erhofft und erwartet.

Am nächsten Tag – Montag dem 27.08. – wurde die erste Tour in Angriff genommen. Mit 8 Motorrädern machten wir uns auf den Weg und bis auf einige Schwierigkeiten wegen des hohen Verkehrsaufkommens auf der SS49 (und einem „kleinen Schlenker“ bei der Suche nach einer Tankstelle in Bruneck) lief alles gut. Kaum auf der österreichischen Seite angekommen, löste sich das empfundene Verkehrschaos auf. In Österreich führte uns der Weg über Silian, Kartitsch und Mauthen zum Plöckenpass. Der Plöckenpass gehört zu den leicht zu befahrenden, „moderaten“ Pässen. Nach einem kurzen Picknick auf der Passhöhe ging es über Rigolato und Sexten zurück nach Bruneck. Auch hier die letzten Kilometer auf der SS49.

Eine ruhige, schöne Tour bei herrlichem Wetter und bester Fernsicht. Die Gruppe harmonierte gut. Die Tourdaten: 255 km lang, 5h 13min in Bewegung (insgesamt 7h 22min), höchste erreichte Höhe 1.730 m). Obwohl MyTracks offiziell nicht mehr von Google unterstützt wird, war die Übertragung zu Google Maps kein Problem.

Um die Karte bei Google Maps direkt aufzurufen, einfach das Symbol oben rechts anklicken …

Abmeldung – Urlaub Teil II

Fast die Dolomiten – 2014 am Stilfser Joch

Es ist eher ungewöhnlich für mich, dass ich meinen Sommerurlaub splitte. Bei den Grenztruppen gelernt und verinnerlicht, dass ein Erholungsurlaub mindestens 3 Wochen dauern sollte, hielt ich mich all die Jahre an diese Regel. Phase I – Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff – ist nun schon einige Wochen abgeschlossen und morgen beginnt nun endlich Phase II: die lang ersehnte Tour mit dem Motorrad.

Mit dem Verein geht es über das Wochenende nach Eisenberg inThüringen, für knapp die Hälfte der Teilnehmer am traditionellen „Sommercamp“ schließt sich ab Sonntag ein 6-tägiger Aufenthalt in den Dolomiten an.  Die Dolomiten gelten nicht umsonst als DAS Motorradrevier in Europa. Ein paar mal waren wir auch schon da. Trotzdem ist die Vorfreude riesengroß und die Erwartungen steigern sich von Tag zu Tag.

Heute nun der letzte Arbeitstag vor dieser Tour, nach 5 recht anstrengenden aber doch erfolgreichen Wochen. Und morgen geht’s endlich los …

Erfahrungsgemäß werde ich kaum Zeit für den Blog haben, aber das ist in letzter Zeit ja nicht ganz ungewöhnlich. Vielleicht entstehen wieder einpaar schöne Bilder von der Tour und ich werde ausführlich (na ja, mehr oder weniger ausführlich) berichten. Vielleicht ist es ja die letzte Tour mit meiner Speedy – „Miss Sophie II geht mir nicht mehr aus dem Kopf …