Georg Friedrich von der Albe

v.d. Albe 1713
v.d. Albe 1713, Bild hing im Potsdamer Stadtschloss

Nachdem ich vor einigen Tagen den ersten Chef des späteren in Salzwedel stationierten Kürassier-Regimentes 7 vorstellte, nunmehr der 2. Chef des damaligen Dragoner-Regiments.

  • Georg Friedrich von der Albe, geb. 1662 zu Pollwitten in Ostpreußen
  • Vater Hans Georg, Herr auf Pollwitten
    Mutter Dorothea geb. von Kanitz a.d.H. Mednicken
  • 1682 Fähnrich in dänischen Diensten
  • 1688 Rittmeister in unserem Regiment
  • 1689/97 Feldzug gegen Frankreich
    Belagerung von Bonn, Schlachten bei Neerwinden, Fleurus und Steenkerken
  • 28.07.1691 Major
  • 03.04.1695 Oberstlieutenant
  • 1702/1713 Feldzug gegen Frankreich
    Belagerung von Bonn, Schlachten bei Oudenard und Malplaquet(verwundet)
  • 19.01.1703 Oberst beim Regiment von Sonsfeld
  • 21.01.1710 Brigadier von der Kavallerie
  • 19.06.1711 Chef des Regiments
  • 12.05.1713 Generalmajor
  • Georg Friedrich von der Albe führte 1715 ein preußisches Expeditionskorps gegen Schweden, bestehend aus 10 Eskadrons und 4 Bataillonen (2 Eskadrons aus seinem eigenen Regiment). Hinzu kamen 10 Eskadrons und 4 Bataillon Dänemarks. Gemeinsam belagerte (und eroberte) man Wismar
  • gestorben 09.01.1717 in Halberstadt

Zu seiner Beerdigung am 18.01.1717 bestimmte König Friedrich Wilhelm:

Den obersten von der Marwitz von wegen Denhofischen Regiment zu erbrechen.

Berlin, den 11. Jan. 1717

Mein lieber Marwitz. Weill der Gen. Major von der Alben leider gestorben, so befehle ich euch, daß ihr sollet 500 Mann commandiren und ein Batt. formiren und die Ley­che folgen und dry mall feuern, die fahnen werden mitgenommen, der ich bin Euer wohl affectionirter Freund.

Fr.Wilhelm“1

Beim hier genannten „Denhofischen Regiment“ handelt es sich wohl um das Infanterieregi­ment Ernst Graf Dönhoff (Nr. 21), dass im angegebenen Jahr – wie die „Albeschen Drago­ner“ – im“Halberstädtischen“ stand. Wir können davon ausgehen, dass das Bataillon Infan­terie zusätzlich zu den Dragonern zur Beisetzung befohlen wurde.

Neben diesem Beleg finden wir ein „Cabinetsschreiben“ in dem sich Friedrich Wilhelm um die Erziehung des Sohnes von Albe kümmert. Als der General starb, war sein einziger Sohn gerade einmal 10 Jahre alt. Noch zu Lebzeiten hatte von der Albe den „Geheime­rath“ von Berleps (oder Berlepsch) als Vormund für seinen Sohn bestellt und der König bestätigt in besag­tem Schreiben diese Vormundschaft und fordert gleichzeitig Auskunft über Kosten und In­halt der angedachten Erziehung. Die pädagogischen Vorstellungen des Herrn von Berleps über die Erziehung seines Mündels (das er gemeinsam mit seinem eigenen Sohn erziehen lassen wollte), korrigierte der König:

sein son Kann er lassen lernen was er will aber Albe sein son soll das Pedantische Latin nich lernen aber die Historie von 100 Jahr her, seine Religion fundamentelle­ment, geographie und Mattematicke und die Rechenkunst fundamentellement, Perf­eck franscosisch, lesen schreiben fechten dantze und wen er in die Jahre kumen zu Halle reutten mehr soll Albe sein Sohn nicht lernen“. Und zum Abschluß noch „So wie ich es vorgeschrieben habe vor Albe, sein son kann er nach sein Gefallen aufer­ziehn“2.

Bei der vom König vorgegebenen Richtung wurde der Sohn Albes folgerichtig Offizier und brachte es bis zum Major in der preußischen Armee. Ich habe bei den Zitaten bewußt die sicherlich auch für die damalige Zeit eigentümliche Rechtschreibung und Grammatik des „Soldatenkönigs“ beibehalten …

1Quelle: „Friedrich Wilhelm I. König von Preußen“, Friedrich Chr. Förster, Potsdam 1834/35

2Quelle:“Beiträge zur älteren Literatur: oder Merkwürdigkeiten der öffentlichen Bibliothek zu Gotha“ Band 3, Fr. Chr. W. Jacobs und Fr. A. Ukert, 1835

ownCloud 8.2 angekündigt

ownCloud release
Für morgen, den 20. Oktober ist die Veröffentlichung von ownCloud 8.2 angekündigt. Versprochen wird u.a. ein überarbeitetes Userinterface und bessere Administration.

Also Leute: heute besonders auf das Backup achten und dann freuen wir uns auf die neue ownCloud-Version. Mehr Details als die o.a. Aussagen gibt es im Moment nicht …

Edit: Laut Aussagen der Entwickler, wird ownCloud am Vormittag in den USA, hier in Europa am Nachmittag veröffentlicht. Fraglich ist allerdings ob Suse als Linux-Paketbetreuer, das Update zeitnah veröffentlichen wird … Interessant wird allerdings die Veröffentlichung der Changelog, die auf jeden Fall am 20.10. erscheinen wird …

Ukraine LII und MH17

Der vergangenen Dienstag vorgestellte Abschlussbericht des DSB zu den Ursachen des Absturzes der malayischen Boeing 777 über der Ukraine bewegt im Moment die Gemüter. Nun mangelt es mir, wie wohl den meisten auch interessierten Lesern, am erforderlichen Fachwissen um eine tatsächlich kompetente Stellungnahme abliefern zu können.

Deshalb verfolge ich seit einiger Zeit Veröffentlichungen von Menschen, die nach meinem bescheidenem Urteil über die nötige Fachkompetenz und eine glaubhafte Neutralität verfügen. Prof. Gunnar Jeschke – meiner Meinung nach über die eben definierten Kernkompetenzen verfügend – veröffentlichte gestern eine Analyse des Abschlussberichtes auf der Webseite des Freitag. Das zentrale Problem des Berichtes und den Grund, warum der Hersteller der BUK Almaz-Antay am 13.10. eine separate Pressekonferenz gab, sieht Herr Jeschke u.a. darin:

Der eigentliche Skandal ist aber etwas Anderes. Die ursprünglichen Daten des NLR und aus Kiew basierten auf einem angenommenen Begegnungswinkel zwischen Rakete und Flugzeug, der aus Vermutungen über die Funktion des Gefechtskopfes herrührte. Aufgrund dieses ursprünglich vomNLR angenommenen und an die Partner weitergegebenen Begegnungswinkels hatte auch Almaz-Antey seine erste Anfluganalyse gemacht, die im Bericht dargestellt ist. Berücksichtigt man allerdings, dass der Gefechtskopf einen Verzögerungszünder hat, so ergibt sich aus dem Detonationspunkt ein anderer Begegnungswinkel. In dem ursprünglich angenommenen Winkel hätte der Kopf durch die Verzögerung etwa 3-5 Meter weiter in Richtung Flugzeugende detonieren müssen (A-V-14). Der korrigierte Begegnungswinkel führt dann in der Anfluganalyse zu einem anderen Startgebiet (A-V-15).  Ausschließlich Almaz-Antey hat seine Anfluganalyse tatsächlich auf der Basis dieser Information wiederholt. Diese aktualisierte Analyse wird, man kann es wirklich nicht anders sagen, im Abschlussbericht unterschlagen.

Das erklärt, warum die Firma Almaz-Antey , die ursprünglich vorbildlich mit der Untersuchung kooperiert hatte, am 13. Oktober eine separate Pressekonferenz durchgeführt hat. Klar ist auch, warum die neue Anfluganalyse nicht ins Konzept passt. Sie deutet auf ein Gebiet nahe Zaroshchenskoye (A-V-16), wo nach einem russischen Satellitenbild vom 17. Juli, 11:32 Uhr Ortszeit zwei Abschussrampen einer ukrainischen Buk-Batterie und ein Schützenpanzer disloziert waren. Der Abschusszeitpunkt war 16:02 Uhr Ortszeit. Die USA verfügen über Satellitenbilder besserer Qualität, was Russland auch bewusst ist, weigern sich aber, diese zu veröffentlichen.

Die gesamte, sehr lesenswerte, Analyse findet ihr beim Freitag.