Friedrich Wilhelm Freiherr von Wittenhorst-Sonsfeld

Ich hatte es bereits angekündigt: ich werde hier immer wieder einmal Auszüge aus den Biographien der Chefs des altmärkischen Kürassier-Regimentes veröffentlichen. Quelle ist hier in erster Linie der „Priesdorf“. Die Ausführungen sind auch bei Priesdorf von sehr unterschiedlicher Quantität und Qualität. Es werden also auch hier einige Unterschiede was die Menge der Informationen zu den entsprechenden Herren betrifft erkennbar werden.

Die Informationen zum Herrn von Wittenhorst-Sonsfeld sind auch bei Priesdorf etwas spärlich. Leider existiert im Buch auch kein Bild des Herren.

  • geb. 9.3.1636 zu Sonsfeld, Kreis Rees (Cleve)
  • Vater: Hermann, Herr auf Sonsfeld, kurbrand.-clev. Geheimer Hof- und Regierungsrat, gest. 1651
  • Mutter: Wilhelmine, geb von Gent zu Dieden
  • 10.5.1688 kurbrandenb. Kammerherr
  • 21.10.1688 Obrist und Chef einer selbstgeworbenen Eskadron Dragoner
  • 20.1.1692 Brigadier und Chef eines Dragoner-Regiments*
  • 5.5.1694 Generalmajor
  • 2.2.1704 Generallieutenant
  • 18.1.1706 Ritter des „hohen Ordres vom Schwarzen Adler“
  • gest. 19.5.1711

Neben den Einkünften aus ihren Regimentern wurden die Herren mit allerlei lukrativen Ämtern versehen, die sie meist gar nicht ausführten, so aber finanziell sicher gestellt wurden. Unser Freiherr war so also Erbschenk des Herzogtums Cleve, Schloßhauptmann von Berlin, Drost zu Lümors, Huissen und Zevenar.

Wie eng eine gute Karriere auch mit den Förderern zusammenhing, erkennt man daran, dass einer seiner Söhne (Friedrich Otto) in seinem Regiment diente und später Chef und General eines Dragoner-Regimentes wurde. Die Generale Graf von Lottum und von der Marwitz waren seine Schwiegersöhne.

Hiermit sind die Informationen über den ersten Chef unseres Regimentes bereits abgearbeitet …

* hier stehen beim Priesdorf andere Informationen. Ich halte aber die bisherigen Informationen zum Regiment wie ich sie hier und hier gemacht habe, für verlässlich

Syrien II – Counterpunch

Es ist unglaublich, was uns die deutschen „Qualitätsmedien“ so bieten. Man versucht inzwischen uns Al-Quaida als „gemäßigte Rebellen“ zu verkaufen, die Luftangriffe der Russen in Syrien sind schlecht, während die Angriffe der Koalition unter Führung der USA natürlich humaner und „gut“ sind. Der Angriff us-amerikanischer Kampfflugzeuge auf ein Krankenhaus im afghanischen Kunduz ist allerhöchstens ein Unfall, viel eher ein nicht vermeidbarer Kollateralschaden.

Die Propaganda ist so dumpf, dass es fast schon weh tut. Im amerikanischen Magazin „Counterpunch“ erschien nun ein „Spickzettel zu Syrien für Medienpropagandisten“:

“Vorschläge” des US-Aussenministeriums für die Presse (Auszug):

  • Erwähnen Sie immer wieder die Fassbomben. Lassen Sie dabei aber weg, wie deren Gebrauch von der israelischen Luftwaffe 1948 eingeführt wurde und wie sie 1968 in der Operation Inferno von den usa benutzt wurden. Wiederholen Sie ständig “Fassbomben, Fassbomben” and behaupten Sie mit ernstem Blick, dass das syrische Regime sie “gegen die eigene Bevölkerung” einsetzt. Gegen die eigene Bevölkerung. Gegen die eigene Bevölkerung. Gegen die eigene Bevölkerung.
  • Erwähnen Sie immer wieder “200.000” als offizielle Zahl der Opfer in Syrien. Erwähnen Sie allerdings NICHT, dass ungefähr die Hälfte der Opfer offizielle syrische Soldaten waren. Lassen Sie sich nicht auf Diskussionen zu diesen Zahlen ein, um keine Zweifel daran aufkommen zu lassen, dass die syrische Regierung einfach so nach Lust und Laune Zehntausende Zivilisten ermordet. Sollten Sie Gewissensbisse plagen, dann denken Sie einfach an karl roves zeitloses Diktum “Wir sind jetzt ein Imperium. Und wenn wir handeln, dann schaffen wir unsere eigene Realität”.
  • Erwähnen Sie immer wieder den “arabischen Frühling” und wie 2011 friedliche syrische Demonstranten unterdrückt wurden. Aber bleiben Sie nicht zu lange bei diesem Thema. Immerhin war das usa Aussenministerium tatsächlich schockiert von den hässlichen Folgen in Ägypten, wo die “Demokratisierung” die muslimische Brüderschaft an die Macht brachte, bis das usa-unterstützte Militär seine Widersacher in einem Blutbad ersäufen konnte.
    Und denken Sie bitte daran, NICHT zu erwähnen, wie in Bahrain friedliche Demonstrationen der schiitischen Mehrheit gegen die repressive sunnitische Monarchie von saudi arabischen Invasionskräften mit schweigender Billigung der usa niedergeschlagen wurden. Und erwähnen Sie NIEMALS, dass die große Mehrheit der friedlichen Protestierer beim syrischen “arabischen Frühling” absolut nichts mit der usa zu tun haben wollen, sondern stattdessen aufgeschlossen sind für Vorschläge aus Damaskus, Moskau und Teheran, die Probleme in einem Dialog und gemeinsam zu lösen. Erklären Sie auch NICHT, dass die studentischen Aktivisten und deren Verbündete am allermeisten islamistische Extremisten fürchten.

Den gesamten satirischen Text findet ihr beim Vineyardsaker

Der Text scheint satirisch zu sein, prüft man die einzelnen „Vorschläge“ jedoch und vergleicht man sie mit der realen „Berichterstattung“ in den deutschen Medien, scheinen unsere „Journalisten“ genau diese „Vorschlagsliste“ abzuarbeiten …

Der Begriff 4. Gewalt erhält da eine ganz eigene Bedeutung …