Nextcloud 13 – kein Import von VCF möglich

Das überraschte mich nun doch ein wenig: als ich gestern einen neuen User meiner Nextcloud-Installation hinzufügte, konnte ich nur unter Mühe ein Adressbuch für den User erstellen, der Import einer VCF-Datei funktionierte gar nicht. Lediglich ein rotierender Kreis war im Webinterface zu sehen und der Fortschrittsbalken des Imports blieb konsequent bei 0%. Natürlich musste gestern Abend alles schnell gehen, für Ursachenforschung blieb keine Zeit.

Heute ein wenig recherchiert und natürlich fand sich schnell die Ursache: das „alte Android-Handy erzeugt seine VCF-Datei in Version 2.1, Nextcloud (ab Version 10.0.2) verlangt VCF ab Version 3.0. Na ja eigentlich nicht Nextcloud sondern die Contacts-App. Um einen reibungslosen Import der Kontaktdaten reichte es schon, die Versionsinformation in der VCF-Datei auf 3.0 zu setzen (öffnen der Datei mit einem Editor der Wahl und 2.1 durch 3.0 Suchen und Ersetzen).

Das war allerdings nur die halbe Problemlösung, denn nunmehr wurden zwar die meisten Kontakte importiert, aber eine gewisse Anzahl eben nicht. Lapidarer Kommentar der Nextcloud-Weboberfläche war „Import nicht möglich“.

Also wieder die VCF mit einem Editor geöffnet und dabei stiess ich auf einige seltsame Datensätze:

N;CHARSET=UTF-8;ENCODING=QUOTED-PRINTABLE:=4B=72=C3=BC=67=65=72;=48=69=6C=6D=61=72;;;
FN;CHARSET=UTF-8;ENCODING=QUOTED-PRINTABLE:=48=69=6C=6D=61=72=20=4B=72=C3=BC=67=65=73

N steht hier z.B. für Name, irgendein Problem mit dem angegebenen Zeichensatz (UTF-8) offensichtlich. Beim Vergleich der Daten (der richtig gespeicherten Telefonnummern) stellte ich fest, dass es sich bei den problematischen Datensätzen um solche mit Umlauten handelte – also Kontakte die ä, ö, ü oder ß enthielten.  Da die Anzahl der Datensätze überschaubar – 15 wenn ich mich recht erinnere – und die Referenzdaten unkodiert in Reichweite waren, änderte ich die Datensätze von Hand, ersetzte also die Umlaute durch phonetische Schreibweisen (also ae, oe usw.). Mit diesen Änderungen funktionierte der Import nunmehr reibungslos.

Das beschriebene Problem wird wohl nicht so schnell wieder auftreten – auch Android erzeugt inzwischen VCF-Exportdateien in Version 3.0 – aber das beschriebene Workaround führt vielleicht bei ähnlich gelagerten Problemen zu richtigen Lösungsansätzen …

Nextcloud 13.0.1

Dieses Mal ging es schnell, nur wenige Tage lagen zwischen dem RC1 und dem Release von Nextcloud 13.01. Das Minor-Release machte bei mir keine Schwierigkeiten. Wie gewohnt, erledigte der Webupdater seine Aufgaben ohne Probleme.

Laut der Changelog wurden über 60 „kleinere Probleme“ behoben, u.a.

  • Die App-Navigation und die Datum / Uhrzeit-Auswahl in IE11 wurde korrigiert
  • Verbesserungen bei der End-to-End-Verschlüsselung (die sich noch im Test befindet!)
  • Aktualisierung von Schriftarten und Benutzerfreundlichkeit
  • Einige Sicherheitsmaßnahmen
  • Updates für Links und aktualisierte Übersetzungen.
  • mehrere Korrekturen bei der Nutzung von Objektspeichern

 

Versionsanzeige in Nextcloud

Das Microsoft-Dilemma – ARD

Bild: Ard/rbb

Gestern Abend sah ich diese sehr interessante Dokumentation-„Das Microsoft-Dilemma – Europa als Softwarekolonie“. Inhalt ist die offensichtlich enge Vequickung zwischen Microsoft und Behörden. Diese Verquickung gibt es nicht nur in Deutschland, sondern ebenso in anderen europäischen Staaten, sogar bei den EU-Institutionen.
Der Film weist auf die Gefahren dieser einseitigen Ausrichtung auf Microsoft auf und nennt neben Sicherheitsrisiken u.a. auch die Abhängigkeit von einem Konzern, der durchaus seine Marktstellung ausnutzen könnte – mMn auch schon ausnutzt. Auch seit den Enthüllungen von Edward Snowden erfolgte in nationalen und EU-Behörden kein Umdenken.

In Deutschland werden selbst Bedenken des BSI ignoriert und langfristige Verträge mit Microsoft abgeschlossen, die nicht nur wegen der o.a. Fakten Problematisch sind, sondern auch immense Kosten verursachen. Im Film wird als Beispiel die Stadt Münschen genannt, die eine Kehrtwende vom eigenen OpenSource-Projekt LiMux vollzog und wo man inzwischen für die Rückkehr zu Windows und Microsoft-Office mit einem dreistelligen Millionenbetrag rechnet.

 

In einem Beitrag der ct‘ wird ebenfalls ausführlich auf das Thema hingewiesen:

Als prominentes Beispiel, wie es eigentlich anders gehen könnte, führt der Film die Einführung von Linux in Münchner Behörden („LiMux“) auf. Für viele Bürger und Mitarbeiter in München galt LiMux als großer Erfolg, doch die Müncher Politik unter dem seit Mai 2014 amtierenden Oberbürgermeister Dieter Reiter vollzog inzwischen eine Kehrtwende und verabschiedete sich von dem Prestige-Projekt. Nun stellt München die Arbeitsplätze auf Windiws 10 und Microsoft-Office-Produkte um, wofür Recherchen von heise online zufolge wohl nun schon mit einen dreistelligen Millionenbetrag an Kosten gerechnet wird.

Es gibt aber immer noch Gegenbeispiele: In Rom und bei der italienischen Armee beispielsweise arbeitet man inzwischen verstärkt mit offenen Alternativen. So will man dort beträchtliche Summen einsparen.

Die ARD-Sendung „Das Microsoft-Dilemma“ ist noch bis zum 19.5.2018 in der ARD-Mediathek verfügbar. Einen ausführlichen Hintergrundartikel zum Einsatz von Microsoft in Behörden finden Sie in der aktuellen c’t: