Tag der Grenztruppen der DDR

Fahne "meines" Grenzregimentes
Fahne des Grenzregimentes 24

Am gestrigen 01. Dezember war es 67 Jahre her, dass auf Befehl der Sowjetischen Miltäradministration in Deutschland (SMAD) deutsche Polizisten zur Unterstützung der sowjetischen Streitkräfte zum „Schutz der Demarkationslinie“ eingesetzt wurden. In der DDR wurde dieser Tag ab den 70er Jahren, als „Tag der Grenztruppen“ begangen.

Ich selbst war 8 Jahre lang Angehöriger der Grenztruppen, genauer von 1982 bis 1990, mein Vater versah seinen Dienst in der Grenzpolizei/ den Grenztruppen zwischen 1954 und 1981. Einer meiner Brüder diente von 1971 bis 1990 bei der selben Waffengattung. Mich verbindet also viel mit diesem Tag.
Ich möchte deshalb dieses Datum zum Anlass nehmen, auf ein Dokument der „Dresdener Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik e.V.“ (DSS)* hinzuweisen, dass sich mit der Thematik „Grenzschutz und Grenzregime an der deutsch-deutschen Grenze“ auseinandersetzt. Abgesehen vom Titel – die Bezeichnung „deutsch-deutsche Grenze“ ist (so harmlos sie klingt) ein Kampfbegriff aus der Zeit des Kalten Krieges, der für mich eng verbunden mit der Nichtanerkennung der DDR durch die BRD ist – sind hier einige sehr interessante Thesen und Gedanken zur Geschichte der Grenzsicherungskräfte der DDR zu finden. 
 
Aus dem Vorwort:
 

„Die Wunden der deutschen Teilung sind auch nach zwei Jahrzehnten noch nicht verheilt. Eine besonders schmerzende Wunde hat das Grenzregime an der deutsch-deutschen Grenze bei vielen Menschen in Ost und West hinterlassen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die politische Auseinandersetzung darüber unvermindert anhält. Nach wie vor treffen bei der Beurteilung der DDR-Vergangenheit die Meinungen gerade in diesem sensiblen Punkt hart aufeinander. Verständlich ist es auch, wenn die Meinungen derjenigen, die unmittelbar von diesem Grenzregime betroffen waren, also jener, die es erleiden, und jener, die es durchsetzen mussten, weit auseinander gehen. Doch werden gegenseitige Schuldzuweisungen und Schärfe der Polemik vor allem vom politischen Interesse in die Auseinandersetzung getragen. Eine an den historischen Tatsachen orientierte wissenschaftliche Analyse und Bewertung wird dadurch erschwert.
Das Anliegen dieser Publikation ist es, einen spezifischen Gegenstand des Meinungsstreites über das Grenzregime der DDR zu untersuchen, das Problem des polizeilichen oder militärischen Charakters des Grenzregimes an der deutsch-deutschen Grenze, an der sich zwei Militärblöcke gegenüberstanden.Die Studiengemeinschaft sah sich aus mehreren Gründen veranlasst, sich mit diesem Thema zu befassen. Eine unserer Arbeitsrichtungen ist die kritische Bewertung unseres eigenen sicherheitspolitischen Denkens und der gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen es entstanden ist und sich grundlegend verändert hat. Die Studiengemeinschaft kann daher eines der brisantesten Probleme der Sicherheitspolitik im Ost-West-Konflikt, die Sicherung der deutsch-deutschen Grenze, schlechterdings nicht ausklammern. Wir fühlen uns umso mehr verpflichtet, uns diesem Thema zu widmen, als viele von uns an der militärakademischen Ausbildung von Offizieren der Grenztruppen beteiligt gewesen sind. Auch dieser Verantwortung müssen und wollen wir uns stellen.“

 

 
Das gesamte Dokument findet ihr auf der Webseite der Dresdener Studiengemeinschaft und hier auf dieser meiner Website unter Downloads/ Geschichte / Grenztruppen und Grenzpolizei .
 
 

 

Steinmeier und die SPD

Ich gebe zu, dass ich die Euphorie die in meinem Umfeld hinsichtlich der SPD im letzten Bundestagswahlkampf vorherrschte, noch nie geteilt habe. Mag sein, dass meine ostdeutsche Sozialisation und die damit verbundene Sicht auf die deutsche Geschichte eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Mal abgesehen davon, dass man sich in der SPD seit Schröder darum bemüht, den jeweils ungeeignetsten „Genossen“ zum Kanzlerkandidaten zu machen …

Im Zuge der Diskussionen um den Koalitionsvertrag liefern die Nachdenkseiten wieder einiges an Informationen und Argumenten, gegen dieses Stück Papier, dass in den kommenden 4 Jahren die deutsche Politik bestimmen soll. In den letzten Tagen nahm eine Rede des Herrn Steinmeier vor der BDA (= Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände) einen breiten Raum ein. Wer noch Zweifel daran hat, dass die deutsche Sozialdemokratie die Interessenvertretung der Arbeiter oder einfach nur der klassenindifferenten „kleinen Leute“ dieses Landes lange aufgegeben hat, wer hören (und sehen) will, wie der alte und neue Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag sich bei den Spitzen der Industrie anbiedert, sollte es nicht versäumen sich das veröffentlichte Video in voller Länge anzusehen …
 
Denjenigen unter euch, die über weniger Zeit verfügen oder weniger Interesse an den Ausführungen des ehemaligen und wohl auch zukünftigen Außenministers Deutschlands haben, empfehle ich die schriftliche Zusammenfassung der Rede, die ihr ebenfalls auf den Nachdenkseiten findet.