Friedrich Sigismund von Bredow

Preußischer General der Kavallerie, 1733 – 1755 Chef des Kürassier-Regiments 7

vbredow

  • geb. 05.05.1683 in Falkenberg bei Beeskow
  • Vater Siegmund Gottfried, Herr auf Neu-Zauche und Falkenberg, Mutter Barbara Christine, geb. von Sannwitz a.d.H. Babo
  • 1696 Page beim Kurfürsten Friedrich III.
  • 1701 Kammerjunker
  • 11.07.1705 Kapitän beim Dragonerregiment Derfflinger
  • 20.01.1714 Major
  • 23.09.1716 Obristlieutenant
  • 23.09.1721 Oberst
  • 14.09.1727 Kommandeur des Dragonerregiments von Cosel (Nr. 6)
  • 16.08.1731 Ritter des Johanniterordens
  • 28.07.1733 Chef des Regiments von Papstein zu Pferde (Kür.-Reg. 7)
  • 23.05.1737 Generalmajor
  • 1740/42 Feldzug, Schlacht bei Chotusitz, besonders ausgezeichnet
  • 17.05.1742 Generallieutenant mit Patent vom 22.05.1742 und Ritter des „Hohen Ordens vom Schwarzen Adler“, beides auf dem Schlachtfeld von Chotusitz
  • 1744/45 Feldzug, Belagerung von Prag, Schlachten bei Hohenfriedberg und Kesselsdorf. Wiederum ausgezeichnet.
  • 24.07.1747 General von der Kavallerie mit Patent vom 25.07.1747
  • 03.07.1755 dimittiert mit 2.000 Talern Pension
  • gest. 17.06.1759 in Frankfurt a.d. Oder

Obwohl Friedrich II. mit seiner Kavallerie im ersten schlesischen Krieg alles andere als zufrieden war, hielt er offensichtlich viel von Bredow. Der Rang eines Generals von der Kavallerie machte denselben formell zum Chef aller Kavallerieregimenter der preußischen Armee. Auch hier finden wir ein Schriftstück, in dem der König seine besondere Anerkennung ausdrückt:

„Mein lieber Generallieutenant von Bredow,

Ich habe Euer Schreiben vom 29. voriges nebst der Maßliste Eures unterhabenden Regiments erhalten und aus solcher so viel ersehen, daß das Regiment sehr schön sein muß, dahero Ich Euch deshalb vor alle gehabte Attention obligiret bin.

Hiernebst aber muß Ich Euch noch eröffnen, wie Mir das Regiment am besten mit gefallen wird, wann Ich sehen werde, daß die Leuthe von solchem lauter Bärthe haben. Dahero selbige soviel es nur möglich ist, die Bärthe sämtlich steh lassen müssen.

Sonst will ich, daß Ihr den Major von Cosel Eures Regiments sogleich hierher nach Potsdam schicken sollet, um daß so wegen der Cavallerie eingeführet worden ist, hier bei dem exerciren der Garde du Corps zu sehen.

Ich bin Euer wohl affectionierter König Friedrich.

Potsdam, 3. May 1743“

Das Schreiben macht deutlich, wie sehr die „Schönheit“ eines militärischen Truppenteils in den Augen Friedrichs II. eine Rolle spielte. Ausserdem wird die Art und Weise der Ausbildung jener Zeit erkennbar: 1743 war nach den Erfahrungen des Ersten Schlesischen Krieges eine neue Vorschrift für die Kavallerie erlassen worden. Friedrich befiehlt einen Offizier – sicherlich nicht nur diesen Regiments – nach Potsdam, um der Ausbildung beim Gardes du Corps beizuwohnen und somit die neuen Vorschriften schneller in den einzelnen Regimentern umsetzen zu können.

Quelle: Kurt von Priesdorff, „Soldatisches Führertum“, Band I, S. 184, Nr. 253
Bild: Potsdam, Villa des Prinzen Eitel Friedrich

Kürassiere – Karl Friedrich von Papstein

In der kleinen Reihe über die Chefs des (alt)preußischen Kürassier-Regiments Nr. 7 geht es weiter mit Karl Friedrich von Papstein. Es ist auffällig, dass über diesen Herren lediglich ein sehr kurzer Abschnitt im Priesdorff zu finden ist. Auch ein Bild sucht man vergeblich …

  • geb. 1679 in der Neumark
  • Vater Kapitän a.D. Henning von Papstein, zuletzt im Leibdragonerregiment
  • 1698 in kurbrandenburgische Dienste beim Infanterieregiment von Schlabrendorff (Nr. 9)
  • 12.06.1702 Fähnrich
  • 1702/13 Feldzug gegen Frankreich
  • 24.02.1704 Sekondelieutenant
  • 15.09.1705 Stabskapitän beim Infanterieregiment Lattorff (Nr. 9)
  • 22.07.1707 Kapitän und Kompaniechef beim Leibdragonerregiment (Kür. Reg. 4)
  • 29.01.1712 Major
  • 1715 bei der Belagerung von Stralsund
  • 23.09.1716 Oberstlieutenant
  • 26.10.1719 Kommandeur des Regiments von Blankensee zu Pferde (Kür. Reg. 4)
  • 18.06.1721 Oberst
  • 20.08.1729 Chef des „Salzwedelers“ Kürassier-Regiments
  • 22.07.1733 als Generalmajor mit 900 Talern Pension auf Lebenszeit wegen Krankheit dimittiert
  • gestorben 22.08.1733

Die auf Lebenszeit gewährte Pension deutet auf einige Verdienste hin, das war durchaus nicht üblich.

Ludwig Graf von Wylich und Lottum

Weiter in der Reihe über die Chefs des in Salzwedel stationierten Kürassier-Regimentes:

Nach dem Tod des Generalmajors von der Albe erhielt der damalige Oberst Graf von Wylich und Lottum die vakante Stelle als Chef des Regiments. Mit dem Grafen sind zwei für uns relevante Ereignisse verknüpft:

  1. Die Umwandlung des bisherigen Dragonerregiments zu einem „Regiment zu Pferde“. Praktisch wurden unsere Reiter von „berittenen Infanteristen“ zur echten Kavallerie. Mehr noch: sie gehörten ab 1717 zur Elite der preussischen Armee, zu den Kürassieren, der schweren Schlachtenkavallerie.
  2. 1727 tauschte unser Regiment seine Garnisonen mit dem „Leibregiment zu Pferde“ (später KR-3). Ab jenem Jahr hatte unser Regiment seinen Standort in der Altmark, während das Leibregiment im Raum Halberstadt (später Rathenow) stationiert wurde.
    Das „Leibregiment zu Pferde“ lag seit 1717 in der Altmark, allerdings (nach bisherigen Kenntnissen) stand der Stab in Tangermünde. Warum der Tausch durchgeführt und der Hauptstandort des KR-7 nunmehr Salzwedel wurde, entzieht sich bisher meiner Kenntnis.

Es scheint auf jeden Fall notwendig, sich auch mit der Geschichte des Leibregiments zu beschäftigen, wenigstens mit den Jahren 1717 bis 1727 in denen jenes Regiment in der Altmark lag.

Nun aber zur Person des Ludwig Graf von Wylich und Lottum:

  • geboren 1683 zu Cleve
  • Vater Generalfeldmarschall Karl Phillipp Graf von Lottum
  • 1699 in hess.-kass. Dienste
  • zeichnete sich im spanischen Erbfolgekrieg aus
  • 10.07.1708 in preussische Dienste, trat als Obristlieutenant ins Dragonerregiment von der Albe ein
  • 17.06.1714 Oberst und Kommandeur der Regiments
  • 1715 Feldzug gegen Schweden
  • 11.01.1717 Chef des Regiments
  • 04.08.1721 Generalmajor
  • gest. 11.07.1729 in Danzig

Neben seinen Titeln „Herr auf“ Lottum, Kaldenburg u.a. Gütern war er „Bannerherr des Herzogtums Geldern und „Ritter des Ordens de la générosité“. Verheiratet war der Graf mit Franzelline Luise von Wylich aus dem Hause Kerpendonck.

Im Priesdorff wird Graf Lottum als „hervorragender Kavallerieoffizier“ beschrieben, der allerdings „unter seiner schlechten Gesundheit“ litt. Auch hier finden wir, wie schon bei von der Albe, Belege der Fürsorglichkeit des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. für zumindest einiger seiner Untertanen.

So schrieb er nachdem sich Lottum einer Operation unterzogen hatte:

„Mein lieber Generalmajor Lottum,
Ich ersehe aus Ihrem Schreiben vom 09. dieses, daß Ihr Euch nach der Operation ziemlich wohl und ohne Fieber befindet. Es freuet Mich solches von Herzen und wünsche Ich bald Eure völlige Besserung zu vernehmen.
Wusterhausen, 17.September 1728″

Wenige Monate später, als der Graf sich wegen seiner angeschlagenen Gesundheit in Danzig aufhielt, wird der König sogar dienstlich:

„Ich befehle Euch, daß Ihr bey Leib und Leben Euch nicht in Danzig bey den Quacksalberischen Operateurs in die Cur begeben sollet, sondern Ihr sollet alles was in der Welt möglich ist thun, um nur je eher je lieber her zu kommen, weil Ihr hier selbst mit Gottes Hülfe couriert werden könntet.
Potsdam, 01.April 1729″

Da Ludwig Graf von Wylich und Lottum 3 Monate später in Danzig 46jährig verstarb, hat er diesen Befehl wohl nicht befolgt, oder nicht befolgen können …

Quelle: Kurt v. Priesdorff, "Soldatisches Führertum, BandI, S.137f, 210
Das Bild befand sich im Stadtschloss Potsdam. Quelle siehe oben