Haudegen trennt sich vom Handel

So die etwas reißerische Meldung von Ende Oktober. Nachdem die Jungs von Haudegen bereits vor geraumer Zeit ihre Titel in Eigenproduktion herstellen nun also der nächste Schritt – die Alben gibt es ab sofort nur noch im Eigenvertrieb. Erstmalig soll das mit den neuen Alben „Haudegen X“ und „Meine Laterne“ realisiert werden.

„Haudegen X“ ist das Jubiläumsalbum der Band, denn Hagen Stoll und Sven Gillert arbeiten bereits 10 Jahre zusammen. Aus diesem Album der nachfolgende Titel.

Neben dem Jubiläumsalbum erscheint demnächst eine weitere Scheibe – „Meine Laterne“. Auch hier gibt es bereits Auskopplungen (Haudegen-Videokanal bei Youtube).

Inwieweit das funktioniert mit dem Eigenvertrieb wage ich noch nicht vorauszusagen. Im Moment finde ich die gewählte Vertriebsart – beide Scheiben werden lediglich bei den Konzerten der „Record Release Tour 2k18“ angeboten – eher bescheiden, bekomme ich sie doch nicht zeitnah in die Hand. Auf der Webseite wirbt Haudegen im Moment lediglich für die Möglichkeit, demnächst dem „Haudegen Pakt“ beitreten zu können. 

Screenshot von der Webseite haudegen.com

Die veröffentlichten „Kostproben“ machen Appetit auf mehr … Allerdings habe ich meine Bedenken was die angestrebte Unabhängigkeit betriftt. Nicht das ich die Jungs nicht verstehen kann – sie wollen sich von der etablierten Musikindustrie emanzipieren, aber wenn der Zugriff auf die Musik für Fans nur noch über Konzertbesuche möglich wird, schränkt sich Haudegen selbst ein in ihrer Wirkbreite. Da halte ich den Weg von Hannes Wittmer für deutlich besser. Ich hoffe Sven und Hagen bieten zeitnah noch die Möglichkeit des Downloads an …

Unantastbar in Hamburg

 

aktuelles Pressefoto (von unantasbar.net)

Freitag geht’s los: Unantastbar gibt ein Konzert in Hamburg! Im ausverkauften Klub „Große Freiheit 36“ öffnen sich 18.30 Uhr die Türen und wir werden dabei sein! Die Karten lagen letztes Jahr unter dem Weihnachtsbaum und ich bin froh, so frühzeitig bestellt zu haben. Die LEBEN LIEBEN LEIDEN TOUR 2018 scheint bisher ein voller Erfolg zu sein und wir werden unseren Anteil dazu leisten, dass es auch so bleibt!

Der Trailer zum Part II der Tour macht auf jeden Fall Appetit auf das Konzert.

 

 

Das große Spektakel – Hannes Wittmer

Durch den Emil aufmerksam geworden hatte ich ja bereits über Hannes Wittmer und sein ungewöhnliches Marketingkonzept berichtet. Nun ist es bereits über eine Woche her, das Hannes sein Album „Das große Spektakel“ veröffentlicht hat, besser den Download zur Verfügung stellt und ich habe trotz gelegentlichem Schnüffeln auf seiner Webseite nichts davon mitbekommen …

Besser spät als nie! Das Reinhören brachte mich dazu, das Album tatsächlich herunter zu laden, das aufmerksame Hören des Albums weckte Begeisterung.

Ihr findet das Album auf der Webseite von Hannes Wittmer, hier auch weitere Informationen zum Konzept und die Tour. Auf Youtube hat Hannes bereits am 01.11. den Titel „Satelliten“ vorgestellt (hier auch die namensgebende Textzeile zu finden).

 

 

 

Zum Schluss will ich Wittmer selbst zu Wort kommen lassen:

Wie schon angekündigt gibt es die Platte weder auf Spotify, iTunes und co, noch auf CD oder sonst irgendwo im Handel. Weil ich Vinyl als Medium zum Musik hören super finde, erscheint im Februar über meine Freunde vom mairisch Verlag eine limitierte Auflage des Albums auf Schallplatte. Diese kann ab jetzt über ihre Homepage vorbestellt werden. Sollte es Gewinne geben, werden sie diese an Ärzte ohne Grenzen spenden. Außerdem werde ich die Platte bei meinen Konzerten dabei haben.

Auch der Eintritt für alle Konzerte der Tour samt Band im Februar (siehe unten) läuft ausschließlich auf Pay-What-You-Want-Basis.

Ursprünglich hatte ich vor zum Release einen ausgeklügelten Text mit wahnsinnig durchdachten Ausführungen zu meiner Entscheidung, meine Musik zu verschenken, parat zu haben. So etwas wie ein „Manifest“ gegen Marktlogik, Turbokapitalismus, Konsumgesellschaft und die Ökonomisierung aller Lebensbereiche, sowie die damit verbundene Entfremdung, Individualisierung und den gesellschaftlichen und sozialen Konsequenzen, die am Ende sicher auch ihren Teil zum immer lauter werdenden rechten Rand beitragen. In den letzten Monaten hab ich aber feststellen müssen, dass ich das, was ich da tue, selbst gar nicht so genau definieren kann. Bisher ist das alles eher ein Prozess, als ein zu Ende gedachtes Konzept und irgendwo zwischen Experiment, Kunst-Projekt, Verzweiflungstat, Suche nach Alternativen, und hoffnungsvollem Aktionismus anzusiedeln.

Kategorie: besonders empfehlenswert!