Charlie Chaplin – Zitat des Tages

Der Film ist alt. Vor 75 Jahren kam „Der große Diktator“ in die (amerikanischen) Kinos. Doch an Aktualität hat Chaplins Werk nicht verloren. Vor allem die grandiose Schlußrede, möchte ich in Erinnerung rufen. Chaplin erwies sich auch hier als Humanist und Menschenfreund …

 

 

Es tut mir leid aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht. Ich möchte weder herrschen, noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann. Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des andern teilhaben und nicht einander verabscheuen. Haß und Verachtung bringen uns niemals näher. Auf dieser Welt ist Patz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen.

Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen. Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet und Mißgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt. Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt, aber innerlich sind wir stehen geblieben. Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns. Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen, und unser Wissen kalt und hart. Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommen Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert.

Aeroplane und Radio haben uns einander näher gebracht. Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen, von Mensch zu Mensch. Dies erfordert eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden. Millionen Menschen auf der Welt können im Augenblick meine Stimme hören. Millionen verzweifelter Menschen, Opfer eines Systems, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Unschuldige zu quälen und in Ketten zu legen. Allen denen, die mich jetzt hören rufe ich zu : Ihr dürft nicht verzagen! Auch das bittere Leid das über uns gekommen ist, ist vergänglich. Die Männer, die heute die Menschlichkeit mit Füssen treten werden nicht immer da sein. Ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen und auch ihr Hass. Die Freiheit, die sie den Menschen genommen haben, wird ihnen dann zurückgegeben werden. Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für die Freiheit ist kein Opfer zu groß.

Soldaten vertraut euch nicht Barbaren an, Unmenschen die euch verachten, und denen euer Leben nichts wert is. Ihr seid für sie nur Sklaven. Ihr habt das zu tun, das zu glauben, das zu fühlen. Ihr werdet gedrillt, gefüttert, wie Vieh behandelt, und seid nichts weiter als Kanonenfutter. Ihr seid viel zu schade für diese verehrten Subjekte. Diese Maschinenmenschen, mit Maschinenköpfen, und Maschinenherzen. Ihr seid keine Roboter, ihr seid keine Tiere, ihr seid Menschen! Bewahrt euch die Menschlichkeit in euren Herzen und hasst nicht, nur wer nicht geliebt wird hasst, nur wer nicht geliebt wird. Soldaten kämpft nicht für die Sklaverei, kämpft für die Freiheit.

Im siebzehnten Kapitel des Evangelisten Lukas steht : Gott wohnt in jedem Menschen. Also nicht nur in einem oder in einer Gruppe von Menschen. Vergesst nie, Gott liegt in euch allen, und ihr als Volk habt allein die Macht. Die Macht Kanonen zu fabrizieren, aber auch die Macht Glück zu spenden. Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen, es mit wunderbarem Freiheitsgeist zu durchdringen. Daher im Namen der Demokratie : Laßt und diese Macht nutzen! Laßt uns zusammen stehen! Laßt uns kämpfen für eine neue Welt, für eine anständige Welt! Die jedermann gleiche Chancen gibt, die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gewährt. Versprochen haben die Unterdrücker das auch, deshalb konnten sie die Macht ergreifen. Das war Lüge, wie überhaupt alles, was sie euch versprachen, diese Verbrecher. Diktatoren wollen die Freiheit nur für sich, das Volk soll versklavt bleiben.

Lasst uns diese Ketten sprengen! Lasst uns kämpfen für eine bessere Welt! Lasst uns kämpfen für die Freiheit in der Welt, das ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Nieder mit der Unterdrückung, dem Hass und der Intoleranz! Lasst uns kämpfen für eine Welt der Sauberkeit. In der die Vernunft siegt, in der uns Fortschritt und Wissenschaft allen zum Segen reichen.

Kameraden! Im Namen der Demokratie : Dafür laßt uns streiten!

Krieg und Terror

Quelle: www.johnheartfield.com
Quelle: www.johnheartfield.com

Der Abschuß des russischen Jagdbombers durch die türkische Luftwaffe reiht sich nahtlos ein in die sich immer weiter drehende Eskalationsspirale. Ein Abschuss eines Flugzeuges mit einer derart mageren Begründung ist eine gezielte Provokation, die Reaktionen sind entsprechend. Russland handelt, besonnen und dennoch konsequent. Die Türkei versucht verzweifelt ihr Lügenszenario aufrecht zu erhalten. Die NATO unterstützt formal die türkische Position, allerdings auf denkbar niedrigem Niveau.

Allerdings ist es kaum vorstellbar, dass die Türkei sich eigenmächtig mit seinem großen Nachbarn anlegt, es steckt wohl mehr dahinter als ein durchgeknallter Erdogan. Es würde meinen Zeit- und Kompetenzrahmen sprengen, diese Gedanken weiter zu vertiefen. Es finden sich im Netz allerdings einige durchaus lesenswerte Analysen, die intensiver und gut recherchiert auf den Vorfall eingehen:

Die Eskalation wird aber nicht nur in Syrien betrieben, auch die Clique in Kiew dreht weiter an der Schraube. Auch hier ist eine Rückendeckung zu vermuten, denn ohne eine solche – wie auch immer geartete – Unterstützung, würde auch Poroshenko solche Schritte nicht wagen. Dieses mal sogar gegen den erklärten Willen der Bundesregierung …

Die Gefahr wächst, dass Krieg und Terror sich ausweiten, eine militärische Auseinandersetzung zwischen der NATO und Russland scheint greifbar nahe. Bisher zeigen sich europäische Politiker noch wenig geneigt, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen. Deshalb müssen die Marionetten in Ankara und Kiew herhalten …

Ukraine LII und MH17

Der vergangenen Dienstag vorgestellte Abschlussbericht des DSB zu den Ursachen des Absturzes der malayischen Boeing 777 über der Ukraine bewegt im Moment die Gemüter. Nun mangelt es mir, wie wohl den meisten auch interessierten Lesern, am erforderlichen Fachwissen um eine tatsächlich kompetente Stellungnahme abliefern zu können.

Deshalb verfolge ich seit einiger Zeit Veröffentlichungen von Menschen, die nach meinem bescheidenem Urteil über die nötige Fachkompetenz und eine glaubhafte Neutralität verfügen. Prof. Gunnar Jeschke – meiner Meinung nach über die eben definierten Kernkompetenzen verfügend – veröffentlichte gestern eine Analyse des Abschlussberichtes auf der Webseite des Freitag. Das zentrale Problem des Berichtes und den Grund, warum der Hersteller der BUK Almaz-Antay am 13.10. eine separate Pressekonferenz gab, sieht Herr Jeschke u.a. darin:

Der eigentliche Skandal ist aber etwas Anderes. Die ursprünglichen Daten des NLR und aus Kiew basierten auf einem angenommenen Begegnungswinkel zwischen Rakete und Flugzeug, der aus Vermutungen über die Funktion des Gefechtskopfes herrührte. Aufgrund dieses ursprünglich vomNLR angenommenen und an die Partner weitergegebenen Begegnungswinkels hatte auch Almaz-Antey seine erste Anfluganalyse gemacht, die im Bericht dargestellt ist. Berücksichtigt man allerdings, dass der Gefechtskopf einen Verzögerungszünder hat, so ergibt sich aus dem Detonationspunkt ein anderer Begegnungswinkel. In dem ursprünglich angenommenen Winkel hätte der Kopf durch die Verzögerung etwa 3-5 Meter weiter in Richtung Flugzeugende detonieren müssen (A-V-14). Der korrigierte Begegnungswinkel führt dann in der Anfluganalyse zu einem anderen Startgebiet (A-V-15).  Ausschließlich Almaz-Antey hat seine Anfluganalyse tatsächlich auf der Basis dieser Information wiederholt. Diese aktualisierte Analyse wird, man kann es wirklich nicht anders sagen, im Abschlussbericht unterschlagen.

Das erklärt, warum die Firma Almaz-Antey , die ursprünglich vorbildlich mit der Untersuchung kooperiert hatte, am 13. Oktober eine separate Pressekonferenz durchgeführt hat. Klar ist auch, warum die neue Anfluganalyse nicht ins Konzept passt. Sie deutet auf ein Gebiet nahe Zaroshchenskoye (A-V-16), wo nach einem russischen Satellitenbild vom 17. Juli, 11:32 Uhr Ortszeit zwei Abschussrampen einer ukrainischen Buk-Batterie und ein Schützenpanzer disloziert waren. Der Abschusszeitpunkt war 16:02 Uhr Ortszeit. Die USA verfügen über Satellitenbilder besserer Qualität, was Russland auch bewusst ist, weigern sich aber, diese zu veröffentlichen.

Die gesamte, sehr lesenswerte, Analyse findet ihr beim Freitag.