Aus dem Leben eines Grenzers

Ich war Grenzer, also „Angehöriger der Grenztruppen der DDR“ wie die offizielle Bezeichnung lautete. Zwischen 1982 und 1990 trug ich die Uniform. Es ist wohl nich unüblich, das Söhne dem Vorbild ihres Vaters folgen und dessen Beruf ergreifen. So war es auch bei mir. Unter eher untypischen Umständen wurde mein Vater 1955 – immerhin schon 2-facher Vater – zur Grenzpolizei „delegiert“ (auf die überlieferten Umstände möchte ich im Moment nicht näher eingehen). Aus der „freiwilligen Verpflichtung“ zu einer 3-jährigen Dienstzeit, wurden am Ende 26 Jahre. Er begann als Soldat und wurde 1981 als Major in die Reserve entlassen.

Beim Wühlen in alten Bildern und Dokumenten stieß ich heute auf eine kleine Sammlung von Fotos, die diesen Weg bruchstückhaft dokumentieren (nicht immer im richtigen zeitlichen Kontext)  – also Bilder aus dem Leben eines Grenzers:

 

 

Blogstatistik

Nein ich will euch nicht wirklich mit der Blogstatistik langweilen, eher mich zurück melden. Nach einigem Stress in den vergangenen Tagen – welcher sich sehr deutlich in meinem „Schreibverhalten“ niedergeschlagen hat – melde ich mich wieder an Bo(a)rd ;-). Trotzdem hat euer Interesse am Blog kaum nachgelassen – mehr als 2.000 Seitenaufrufe durch über 1.000 Besucher waren in der vergangenen Woche zu verzeichnen – und dafür wollte ich mich hier einmal kurz bedanken (nun habe ich doch über Statistik geschrieben). Diese Woche wird es wieder besser – versprochen! 🙂

Back to the roots–Geschichte und Philosophie

“ .. Wie es aber im Leben nicht selten der Fall ist, daß der erste Eifer bald erkaltet, zumal wenn sanguinische Hoffnungen nicht so bald erfüllt werden, so war es auch hier der Fall.

Mancher Wille war gut, aber es fehlte ihm das Material zur vollständigen Bearbeitung seines Gegenstandes und das Directorium konnte nur wenig literarischen Anforderungen genügen; Mancher lieferte zum Teil sehr schätzbare Beiträge, die aber noch nicht druckreif waren, die Ersteren waren darüber verstimmt; Einzelne machten Ansprüche an das Direktorium die von demselben nicht erfüllt werden konnten; manche Aufsätze wurzelten nicht auf historischem Boden, durchwebt mit Hypothesen und irrigen Schlüssen aus falschen und unhistorischen Prämissen, wenn gleich manche topographische und andere Notizen darunter sehr brauchbar sind. Die Zahl der arbeitenden Mitglieder minderte sich daher nach und nach, und nur einzelne blieben tätig.”
Aus “Eilfter Jahresbericht des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte und Industrie zu Salzwedel”, Herausgegeben von Johann Friedrich Danneil 1848

Heute gefunden in eben diesem Jahresbericht. Tröstlich für mich, der einige Projekte vor sich herschiebt und über erste Ansätze nicht hinaus kommt, dass auch eine solch altehrwürdige Institution wie der oben zitierte Verein immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, wie im Zitat beschrieben. Nun gut ein “Directorium” gibt es bei meinen Vorhaben nicht, aber durchaus wurden (und werden) meine “sanguinischen Hoffnungen” enttäuscht. Das Lesen der oben zitierten Zeilen macht mir Mut einfach weiter zu machen. Der interessierte Leser erkennt vielleicht den Zusammenhang zu einem meiner Projekte.

Das ist aber nicht der Grund für diesen Beitrag heute und der bisherige Text ist auch nur die halbe Wahrheit im Zusammenhang mit der Überschrift. Ja ok, mit Geschichte beschäftige ich mich mein ganzes Leben lang und dieser Themenkomplex taucht auch immer wieder mal in diesem Blog auf. Aber Philosophie?

Eine “virtuelle” Begegnung mit meiner mehr als 30 Jahre zurückliegenden Abiturientenzeit vor einigen Tagen hat mich ziemlich berührt. Einer meiner Klassenkameraden – aus heutiger Sicht “ein ewig Suchender” – mit dem ich viele Nächte diskutierend , rauchend und manchmal auch trinkend verbracht habe, tauchte – für mich völlig überraschend – wieder in meinem Fokus auf. Er ist inzwischen eine im Netz eher populäre Figur – zumindest auffindbar und so anhand seiner geäußerten Positionen erkennbar. Erste zaghafte Diskussionsversuche sind gemacht und tatsächlich rührt sich in mir eine Seite (oder Saite?), die durch “das Leben” in den vergangenen 30 Jahren fast verschüttet war. Ich krame gerade in meinen “alten Büchern”. Einige hatte ich – außer bei den zahlreichen Umzügen in den letzten Jahren – tatsächlich schon Jahrzehnte nicht mehr in der Hand und viele sind es wert, durchaus immer wieder gelesen zu werden.

Während ich das schreibe höre ich den pathetischen “Proleten-Rock” von Haudegen

wir hatten mal Pech,wir hatten mal Glück
ich denk gern an die Zeit zurück
ich trinke auf die alten Zeiten
ich heb mein Glas auf uns
komm in meinen Arm
und stoß mit mir an
denn ich trink auf die alten Zeiten
du hebst dein Glas auf uns
komm in meinen Arm und stoß mit mir an