„Holodomor“ – antistalinistische Geschichtsfälschung

Der Holodomor – der angeblich durch die sowjetische Regierung, soll heissen Stalin persönlich, angeordnete Massenmord durch Hunger an den Ukrainern –  gehört zum festen Repertoire jedes Anti-Stalinisten und „Demokraten“. Auch das Zurechtbiegen der russischen Wörter golod (= Hunger) und mor (= Pest, Seuche) zum allgegenwärtigen Holodomor und damit die Herstellung einer zumindest phonetischen Ähnlichkeit zum Holocaust deutet auf die große propagandistische Bedeutung hin, die dem Holodomor beigemessen wird.

Es gehört zum „Allgemeinwissen“, muss nicht hinterfragt, begründet oder belegt werden, dass Stalin die Bauern und hier insbesondere die Ukrainer vernichten, töten, ihren angeblich vorhandenen Widerstand gegen die Kollektivierung der Landwirtschaft und die Industrialisierung brechen wollte. Zu Beginn der 30er Jahre „gelang“ ihm das schließlich durch die künstliche Herbeiführung einer Hungersnot in der Ukraine. Soweit die offizielle Version zum Holodomor. 

Bereits im September 2017 erschien in der Tageszeitung „Junge Welt“ ein Artikel, der die offizielle Version widerlegt. Der Autor, Thanasis Spanidis, stützt sich dabei vor allem auf die Forschungen des us-amerikanischen Historikers Mark B. Tauger, der die Ursache der Hungersnot 1932/33 vor allem in Umweltbedingungen sieht (Dürre, Überschwemmungen, Pflanzenkrankheiten).

Zitat aus dem Artikel:

Beim »Holodomor« handelt es sich also um einen besonders dreisten Fall von Geschichtsfälschung, da jedes Detail des relativ gut erforschten Ereignisses der These eines gewollten »Völkermords« widerspricht. Erst recht gilt das, wenn man bedenkt, dass es durchaus andere historische Ereignisse gibt, die man als »Hungergenozid« bezeichnen könnte. So beispielsweise die Hungersnot von Bengalen 1943, als die britischen Kolonialherren den Tod von geschätzten 1,5 bis vier Millionen Menschen achselzuckend hinnahmen. Nichts dergleichen geschah in der Sowjetunion.

Dennoch ist der erfundene ukrainische Völkermord viel bekannter als der tatsächliche Hungergenozid des britischen Kolonialismus. Der Grund dafür ist offensichtlich: Lügen haben nur dann kurze Beine, wenn sie nicht von mächtigen Interessen unterstützt werden. Der »Holodomor« aber erfüllt mindestens eine dreifache politische Funktion:

Erstens und vor allem geht es darum, das aus der Oktoberrevolution hervorgegangene System als mörderische und menschenverachtende Diktatur darzustellen und damit die Vision einer sozialistischen Gesellscha , also der planmäßigen Produktion und Verteilung der Güter in einer Gemeinschaft der Gleichen, an sich zu diskreditieren.

Zweitens wollen bestimmte Kreise mit dem »kommunistischen Völkermord« die Verbrechen der deutschen Faschisten und ihrer Verbündeten, insbesondere ihrer ukrainischen Hilfstruppen, relativieren, in den Hintergrund drücken oder gar als Reaktion auf den »stalinistischen Terror« darstellen.

Und drittens schließlich ist der »Holodomor« ein nützliches Propagandainstrument im Dienste des westlichen Imperialismus und der fanatisch antirussisch eingestellten Regierungen in Osteuropa, allen voran der ukrainischen. Russland wird als Nachfolgestaat eines genozidalen Systems angeprangert, um tief verwurzelte Vorurteile und Ängste der Bevölkerungen gegenüber einem angeblich typisch russischen Despotismus zu mobilisieren. Das verfälschte Geschichtsbild des ukrainischen Nationalismus dient nicht zuletzt dem Kiewer Putschregime zur Rechtfertigung seiner Politik.

Es bedarf wohl keiner großen Voraussicht, wenn man also davon ausgeht, dass uns die Legende vom »Holodomor« noch eine Zeitlang erhalten bleiben wird.

Den gesamten Artikel findet ihr unter Downloads/Weltsanschauung/Kommunismus.

Trotzki und der Trotzkismus – eine Betrachtung

Trotzki

Durch Empfehlung stieß ich auf eine Buchreihe des russischen „Historikers“ (eigentlich studierte er Soziologie) Wadim S. Rogowin. Unter dem Titel „Gab es eine Alternative?“wurden die Auseinandersetzungen innerhalb der KPdSU zusammengefasst, die in den Jahren nach Lenins Tod stattfanden. Eine wichtige Person innerhalb der Bücher Rogowins war Trotzki, der „wahre Führer“ der Revolution (also vor Lenin), der „wahre Erbe“ Lenins und Widersacher Stalins im „Kampf um einen humaneren Weg“ der Revolution, gegen den „Bürokraten“ und eiskalten Despoten Stalin. Mir brachten die Bücher Rogowins durchaus Erkenntnisgewinn, wenn es auch lediglich der war, das die Bücher Rogowins eine widerliche Glorifizierung Trotzkis darstellten und das die Theorien Trotzkis wohl keine Lösung der bestehenden Probleme darstellten und vor allem nicht humaner, menschenfreundlicher oder wie immer man es bezeichnen will, als die dann tatsächlich realisierte Politik Stalins war.

Die Auseinandersetzung endet nicht. Trotzki und seine Theorien stellen noch immer einen wesentlichen Teil zur Verunglimpfung Stalins persönlich, aber auch der Sowjetunion dar. Kaum eine Person der Geschichte ist in so vielen Büchern, Abhandlungen und wissenschaftlichen Publikationen Thema wie eben Trotzki. Wesentliche Teile der antistalinistischen Argumentationslinien stammen entweder direkt aus der Feder Trotzkis oder – überraschenderweise – aus den Giftküchen des Propagandaministeriums eines Herrn Goebbels. J tatsächlich, die Buchreihe „Der Stählerne“ von Malcolm.Z liefert dafür zahlreiche Belege. 

Solange aber die „Lichtgestalt“ Trotzki als solche dargestellt werden kann, dargestellt wird, ist es kaum möglich, die Auseinandersetzung von der emotionalen Ebene – Stichwörter sollen hier Holodomor, Gulag, stalinsche Repressionen, Katyn sein – auf die objektive, wissenschaftliche zu heben. 

Bei „Sascha’s Welt“ stieß ich kürzlich auf eine Abhandlung des russischen Historikers W.I. Kluschin. Ich finde sie derartig interessant, dass ich auch dieses Dokument in den Download bereich aufnahm.

Man kann in der Geschichte kaum einen Politiker finden, der sich derart um sein für die kommenden Generationen
vorgesehenes „historisches Antlitz” gekümmert hätte. Mehrere tausend autobiographischer Seiten käuten kleinste
Details des Lebenslaufes des „Führers der russischen Revolution” wieder, detaillierte Charakteristiken von Menschen,
die mit ihm gingen oder gegen ihn auftraten, angefangen von den Funktionären der westlichen Sozialdemokratie, den
Führern der russischen Revolutionsbewegung und Ministern des Zaren bis hin zu dem Kutscher, der ihn in die
Verbannung fuhr, dem Matrosen in der Lederjacke, der den Volkskommissar für Armee und Flotte in dessen berühmtem
Zug bewachte und ihm bis zum letzten Atemzug ergeben war.
Zum Zwecke der Systematisierung und Redaktion dieses „historischen Erbes” arbeitete in Moskau ein ganzer Stab
fähiger Publizisten, unter ihnen Lenzer, Wermel, Geller, Rumer, Rensin, Posnanski und eine Reihe anderer. Und einen
Mangel an „Grundlagenmaterial” gab es bei ihnen nicht, da Lew Dawidowitsch auf Meetings, Versammlungen und
Beratungen nie ohne seinen persönlichen Stenographen erschien, der alle seine Aussagen ausführlich fixierte. Auf seine
Weisung hin wurden alle Befehle und Direktiven des Volkskommissars für Armee und Flotte in drei Exemplaren
gedruckt, von denen eines in das persönliche Archiv Trotzkis einging, das bis zur Ausreise aus der UdSSR nur mit
Mühe in zwei Eisenbahnwaggons unterzubringen war. Die Rolle des theoretischen Adjutanten spielte bei ihm der aktive
Intrigant Professor S. J. Semjowski, der später jedoch andere Auffassungen vertrat.

Aus dem Dokument

Den gesamten Artikel findet ihr im Download-Menu.

Noch einmal Stalinismus – Kurt Gossweiler

Je mehr ich mich mit dem Stalinismus beschäftige, je mehr ich versuche, in die komplexen Sachverhalte einzudringen um so deutlicher werden die Berge an Schmutz die über dieses Thema in den vergangenen Jahrzehnten gehäuft wurden. Lügen, Halbwahrheiten und heuchlerisches Bedauern der Opfer des „stalinschen Terrors“ prägen die „Werke“ zahlreicher Historiker, auch selbsternannter.

Einer der Auslöser für die verstärkte Beschäftigung mit dem Thema Stalinismus ist der Blog vom „Opa“ (vorläufiger letzter Akt seiner persönlichen Aufarbeitung des Stalinismus ist dieser Artikel), dem ich interessiert folge. Eine Erschütterung erfuhr mein Gefühl der Verbundenheit, als ich der Empfehlung nach den Büchern des russischen Soziologen Wadim S. Rogowin folgte. Zugegeben – ich kann in der Person Trotzkis und seiner politschen Auffassungen keine Alternative zu Stalin erkennen. Für mich ist Trotzki alles Andere als ein Leninist. Ansonsten bewegt sich insbesondere der 1. Band zu sehr auf der persönlichen Seite der Auseinandersetzung – verständlich für die Protagonisten der damaligen Zeit, wenig zielführend bei einer historischen Analyse – jedenfalls sehe ich das so. Zeitmangel und eine empfundene Abneigung gegen die Art und Weise der Argumentation Rogowins verhinderte bisher (ja – ich bin mir bewusst, das dieses persönliche Gefühl in einer Diskussion nicht gerade beweiskräftig ist) eine weitere Beschäftigung mit den Büchern Rogowins (obwohl ich die komplette Reihe erwarb).

Meine Gefühlslage brachte mich immerhin dazu, mich stärker mit dem Thema auseinander zu setzen. Irgendwann stieß ich dabei auf die Webseite des Historikers Kurt Gossweiler, der einen völlig anderen Ansatz als Rogowin wählt, ja Argumente und Fakten auf eine ausgesprochen – für mich – logische Art und weise vermittelt.

Der im Mai diesen Jahres verstorbene Gossweiler spielte auf diesem Blog schon mehrfach eine Rolle. Seine Artikel, Schriften, Referate beeindruckten mich derartig, dass ich mich entschloss, dieselben von seiner Seite zu sichern und hier als PDF zum Download zur Verfügung zu stellen. Diese Sammlung (bisher erst aus einem Dokument bestehend 😉 ) möchte ich heute ergänzen um die Niederschrift eines Vortrages, den Gossweiler  2004 in Bernburg hielt.

Traditionell bei Gossweiler ist der Titel sperrig:

ZUR ROLLE STALINS UND ZUM ANTEIL DES CHRUSCHTSCHOW – REVISIONISMUS AN DER ZERSTÖRUNG DER SOWJETUNION

Unter dem Menupunkt Downloads findet ihr den (lediglich formell) bearbeiteten Vortrag bei Geschichte/Gossweiler unter dem Namen „Stalinismusdebatte2.pdf“.

Zum Abschluss ein Zitat aus dem Dokument (bezogen auf das angebliche politische „Testament Lenins“):

In der Tat hatte nicht Stalin, sondern hatten andere eine Veröffentlichung zu fürchten, hatte Lenin doch Trotzki “Nichtbolschewismus” bescheinigt, von Kamenew und Sinowjew gesagt, “dass die Episode im Oktober natürlich kein Zufall war” – (im Oktober 1917 hatten die beiden der bürgerlichen Presse den in der Parteiführung beschlossenen Termin für den Beginn des bewaffneten Aufstandes zugespielt, weshalb Lenin damals für diesen Verrat ihren Ausschluss aus der Partei verlangt hatte); und hatte Lenin doch von Bucharin gesagt, “ er gilt mit Recht als Liebling der ganzen Partei, aber seine theoretischen Anschauungen können nur mit sehr großen Bedenken zu den völlig marxistischen gerechnet werden”.

Trotzki aber benutzte das “Testament” mit der Empfehlung , Stalin als Generalsekretär durch einen anderen zu ersetzen, dazu, der Parteiöffentlichkeit zu suggerieren, Lenin habe als seinen Nach-folger an der Spitze der Partei ihn, Trotzki, im Auge gehabt