Syrien I

Ich bin – wie scheinbar die ganze Welt – überrascht wegen des offenen Eingreifens Russlands in den Konflikt in Syrien. Die Effizienz und Präzision mit denen Russland vorgeht überrascht mich da weniger. Selbst Albrecht Müller von den Nachdenkseiten – immerhin eines nicht systemnahen Mediums – hält die russische Politik für falsch. Für mich sind die Aussagen Müllers ein wenig anmaßend, aber durchaus nachvollziehbar.

Die Effizienz des russischen Handelns ist an den Reaktionen der westlichen Politiker und der gleichgeschalteten Medien ablesbar. Die russischen Bemühungen um die Bildung einer „internationalen Koalition gegen den Terror“ zeigen bereits Wirkung. Eine kluge, wohl überlegte Politik hoffe ich da erkennen zu können. Im schroffen Gegensatz dazu das kopflose Handeln der westlichen „Wertegemeinschaft“ und ihrer örtlichen Handlanger.

Ich sehe jetzt 2 Möglichkeiten der weiteren Entwicklung in Syrien und der Welt: eine Rückbesinnung auf eine friedlichere Politik im Rahmen der UNO, eine Entwicklung zu einer „multipolaren Welt“ wie sie Wladimir Putin zum erklärten Ziel seiner Politik macht, oder der weitere Absturz in Chaos und Faustrecht in einer unipolaren, von den USA dominierten Welt.

Die zweite Variante würde über kurz oder lang den Untergang der Menschheit bedeuten. Variante 1 stehe ich deutlich optimistischer gegenüber …

Die Frage ist nur, welche Politik sich am Ende durchsetzen wird. Reichen die Mittel Russlands, Chinas, Irans und ihrer Verbündeten um die Übermacht des Hegemons einzudämmen? Diese Frage wage ich nicht zu beantworten …

Bezeichnend allerdings die Gleichschaltung der deutschen Medien. Von dieser Seite ist kaum mit wirklicher Information zu rechnen, zu stark hat die Atlantikbrücke die Strukturen an die Bedürfnisse angepasst …

4 Antworten auf „Syrien I“

  1. Ich war davon nicht überrascht. Die letzten Reden Putins mußten eigentlich Jedem klarmachen, daß für Rußland die zunehmend feindlicher werdenden Hegemoniephantasien der USA gemeinsam mit ihren europäischen Vasallen nicht länger hinnehmbar ist. Zum Anderen natürlich auch die Gefahr eines Überschwappens des islamistischen Terrors nach Rußland und in die benachbarten, Rußland freundlich gesinnten, ehemaligen Sowjetrepubliken im Süden. Mit seinem Kampf nicht nur gegen den IS, sondern gegen alle islamistischen Terroristengruppen (was er immer betont hat), hat er den USA und ihren Verbündeten die dreckige Maske vom Gesicht gerissen. Denn die „guten“ Terroristen zu bekämpfen, in die die CIA soviel investiert hat (und noch vorhatte) ist natüröich in westlichen Augen ein Affront sondersgleichen und öffnet sicher noch einigen Menschen in der Welt die Augen.
    Bei Albrecht Müller muß man immer im Hinterkopf haben, daß seine politische Heimat die Sozialdemokratie ist…
    Viele Infos zu Syrien (u.a.) sind ständig hier (besonders auch in den Kommentaren) zu finden:
    http://www.chartophylakeion.de/blog/#.VhALqpdr6pA

  2. Nachtrag: Die gestern von der dt. Regierung unterzeichnete Erklärung, gemeinsam mit Saudie Arabien (!!), Katar (!!), Frankreich, England und den USA, die das militärische Eingreifen Rußlands verurteilt, zeigt doch auch dem Letzten, welch dreckiges Spiel da in Syrien läuft. Anstatt sich, wie von Putin gefordert, seiner Allianz gegen den Terror anzuschließen, setzen diese Regierungen alles daran, daß der (schon laufende) wirtschaftliche 3 WK in den militärischen übergeht. Und ja, ich befürchte, daß es dazu kommt, sollte Europa nicht zur Besinnung kommen.

    1. Ja du hast in Vielem recht. Demokraten unter sich …
      Meine Befürchtung ist lediglich, dass die Irren in der US-Administration vollkommen Amok laufen werden.

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