Trouble mit Kanotix

Mein großer Optimismus Kanotix betreffend hat einen deutlichen Dämpfer erhalten, was – wenn ich ehrlich bin – eigentlich auch zu erwarten war. Am Montag habe ich wie geplant Kanotix auf dem Arbeitsplatz zu Hause installiert. Erst einmal ging alles glatt, allerdings fand ich es schon befremdlich das die gesamte Installation nicht mehr als 10 Minuten dauerte! Vorgegeben habe ich die Formatierung der Root-Partition und Einbindung meines Home-Verzeichnisses als separaten Mountpoint. Soweit hat das ja auch geklappt, aber die reine Installation des Systems dauerte dann (Angabe vom Installationsprogramm) ganze 4: 43 Minuten. So genau weiß ich nicht was  passiert ist …

Trotzdem startete nach dieser rasant schnellen Systeminstallation Kanotix, Anmeldung funktionierte reibungslos. Als erstes überraschte mich Akonadi mit einer Fehlermeldung, die ich aber erst einmal ignorierte, da ja ohnehin noch einige Programme installiert werden mussten. Hier kam es dann zu einer weiteren Überraschung: KDE-Standardprogramme wie z.B. Tellico oder Blogilo waren nicht in den Repositories von Kanotix enthalten. Es war notwendig, die Debian-Quellen mit einzubinden um diese Programme installieren zu können. Andere Dinge – Virtualbox, Druckerinstallation und einiges anderes – funktionierten reibungslos. Nach einem Update und dem entsprechenden Upgrade meldete mir apt-get, dass diverse Komponenten nicht aktualisert werden konnten. Laut (und noch viel mehr innerlich) fluchend auf Kanotix und auf mich, habe ich Montag Abend beschlossen, dass das System erst mal läuft und fertig.

Heute dann noch mal ein Blick auf die Installation in der Virtual Box und seltsamerweise funktioniert hier alles. Der Unterschied zwischen beiden Installationen besteht eigentlich nur darin, dass ich in der Testinstallation keine Homepartition eingebunden habe. Und da liegt der Hase wohl im Pfeffer: nicht das System als solches, also Kanotix, ist hier der Übeltäter, sondern KDE bzw. das versteckte KDE-Verzeichnis in meinem Homeverzeichnis! Heute Abend also der Test und ich bin mir ziemlich sicher, dass dann alles läuft.

Das Problem befindet sich meist zwischen Bildschirm und Rückenlehne des Stuhls! 😆

Update:

Nun ja hat sich bewahrheitet. Nach dem Löschen des Verzeichnisses /.KDE im meinem Homeverzeichnis verschwanden erst einmal diversen Fehlermeldungen. Nach einem Update/Upgrade unmittelbar nach der Installation konnte ich auch Tellico und Blogilo installieren. Also im Moment alles im grünen Bereich.

 

Kanotix und Kubuntu

Wie ich bereits geschrieben habe soll Kanotix zu Hause Kubuntu ablösen. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, aber der Separatismus den Canonical einschlägt mißfällt mir zutiefst und steht meiner Meinung nach in tiefem Gegensatz zur Philosophie eines Linus Torvald und der ganzen Linux-Gemeinde. Natürlich verstehe ich, dass Mark Shuttleworth irgendwann mit Canonical auch Geld verdienen will  muss, halte ich aber den Weg und vor allem die Methodik für falsch. (Fast-) Monopole haben wir im IT-Bereich genug und der Versuch eine Userbindung auf diese Art und Weise zu erreichen, ist in meinen Augen ehrenrührig – jedenfalls in der Linux-Welt.

Am Wochenende war nun der Umstieg auf Kanotix geplant, beim Plan ist es aber auch geblieben. Einmal machte mir das Wetter einen (allerdings sehr willkommenen 🙂 – konnte ich doch endlich die Moppeds klar machen) Strich durch die Rechnung, andererseits traten bei der Installation Probleme auf, mit denen ich nicht gerechnet habe: vor ca. 1 Woche hat sich meine Grafikkarte verabschiedet. Von einem Moment zum nächsten gab sie den Geist auf. Die Schnellreparatur (Aktivierung der Onboardgrafikkarte) funktionierte problemlos und so hatte ich vor, diesen Status so zu belassen. Inzwischen habe ich gemerkt, dass einige Anwendungen doch ein wenig mehr Grafikleistung vertragen könnten und habe schon mit dem Gedanken gespielt, doch ein wenig Geld in die Hand zu nehmen. Überraschenderweise startete auch Kanotix nicht (Kanotix kommt als Live-System daher und bietet dann die Option zur Installation von der grafischen Oberfläche aus) und so komme ich an einer Neuanschaffung nicht vorbei.

Inzwischen ist die Wahl getroffen – eine Sapphire Radeon HD 5450 mit 1 GB RAM liegt neben mir (Preis im Einzelhandel von 31,30 € ) und heute Abend wird also der nächste Versuch unternommen, Kanotix auf dem Heimrechner zu installieren. Ich erwarte jetzt keine Probleme mehr. Bericht folgt!

Welches Linux darf es sein?

Langsam wird es Ernst. Wie bereits hier im Blog beschrieben bereite ich den „sanften“ Absprung von Kubuntu zu einem anderen Linux vor. Sanft soll nur der Übergang für mich sein:

  • lieb gewordene (KDE-) Programme sollen weiterhin laufen, also z.B. Tellico, MyNotex, gern auch Basket
  • die Möglichkeit, in der VirtualBox andere Systemumgebungen zu testen (und dauerhaft Win XP laufen zu lassen 🙁 – ich kann nichts dafür, ich werde gezwungen 🙂 ) ist ein Muss
  • natürlich darf der ownCloud-Client nicht fehlen
  • damit zusammenhängend darf ein vernünftiger VPN-Client auch nicht fehlen
  • und felsenfest steht KDE als Desktop-System

So bescheiden meine Wünsche auch sind, habe ich bisher keine 100%ige Lösung gefunden. Nachdem auf dem Notebook in der Firma der Wechsel zum Suse Linux Enterprise Desktop 11 von Novell mehr oder weniger glatt über die Bühne ging stehen nun noch 2 weitere Rechner an, die mit einem anderen Linux-Derivat versorgt werden wollen. Der SLED 11 wird es wohl auch am Firmen-Dektop werden, allerdings habe ich noch ein paar kleinere Baustellen:

  1. da Novell ein sicheres System ausliefert, fehlt mir die eine oder andere Software wie z.B. da o.g. Tellico. Ob dieses Problem durch die Einbindung zusätzlicher Repositories gelöst werden kann oder die Sache auf manuell Paketinstallation hinaus läuft, gilt es noch zu klären.
  2. der Aufbau von VPN-Verbindungen funktioniert noch nicht wie gewünscht
  3. diverse „Gewöhnungsprobleme“ – wie zu erwarten war 🙂

Für den Desktop zu Hause stehen im Moment 3 Testkandidaten zur Auswahl:

  1. Chakra – ein ArchLinux Fork. Hier reizt mich erst einmal das „Rolling Release“, also softwaremäßig immer up-to-date, allerdings ist die Paketverwaltung nicht ganz ohne. Mein geliebtes apt-get kann ich so vergessen …
  2. Kanotix – debianbasiert. Klingt gut, apt-get dabei. Sehr hohe Wahrscheinlichkeit …
  3. Sabayon – basierend auf Gentoo.

Das sind die aussichtsreichsten Distributionen. Tests werden in den nächsten Tagen gemacht – zuerst als Live-System, danach testen wir die Sache per VirtualBox. Ich vermute ja das ich bei der Debianbasis bleibe …