Wenzel in Salzwedel

Ich glaube 1982 hörte ich ihn das erste Mal – Hans Eckard Wenzel. Damals noch zusammen mit Steffen Mensching unter dem Namen „Karls Enkel“. Schon erfrischend, nicht stromlinienförmig, aber streitbar und „links“. Aber nicht „1989-revolutionär“. Er findet seit 1990 immer wieder seinen Weg ins Salzwedeler Kulturzentrum Hanseat (ein überlebender Jugendklub aus dunkelsten DDR-Zeiten).

Heute war Wenzel mit Band wieder einmal hier in der Hansestadt und das Konzert übertraf wieder einmal alle Erwartungen. Okay, der Altersdurchschnitt lag irgendwo zwischen 40 und 60 – neben den obligatorischen „alternativen“ Wendlandbewohnern – war vorrangig die ältere Salzwedeler Generation vertreten. Trotz allem boten Wenzel und Band ein furioses, alle Bandbreiten abdeckendes Konzert.

Beispiel? Ja natürlich! „Wenn nur diese Fratzen nicht wär’n“. Text von mir selbst „abgehört“, deshalb vielleicht nicht fehlerfrei.

 

Der Abend liegt sanft vor den Füßen
komm lass uns ein Stückchen noch gehen.
Den Mond und die Sterne zu grüssen,
ich muss heut was Schönes noch sehn.
Verblüht sind Akazien und Flieder
und der Himmel strahlt nah überm Dach.
Dort wohnen die alten Lieder
von Goethe und Heine und Bach.
Und doch bin ich Flämmchen, erschrocken und fern
wenn nur diese Fratzen nicht wär‘n.

Die Not liegt in noblen Hemden
und der Neid ist als Kühnheit geschlüpft.
Im Selbsthass hasst man die Fremden.
Unterdrückt weil man selbst unterdrückt.
Die Straßen erschrecken die harten
Gesänge von Not und Dummheit.
Und die Heilsverkündenden warten
auf ihre Gelegenheit.
Was machen die nur mit diesem Stern
wenn nur diese Fratzen nicht wär‘n.

Die Welt ist ein Meer voller Wunder
und Sehnsucht ihr schönstes Gedicht.
Und man stellt sie voll mit Dreck und Plunder
zerkratzt mit Kriegen ihr Gesicht.
Die einen stehn stur an Gewehren
und die andern zähl‘n lässig das Geld.
Und die Mächtigen reden und schwören
als wär es nur ihre Welt.
Dann seh ich sie grienen von hoch und so fern.
Wenn nur diese Fratzen nicht wär‘n.

Der Abend liegt sanft vor den Füßen
komm lass uns ein Stückchen noch gehen.
Den Mond und die Sterne zu grüssen,
ich muss heut was Schönes noch sehn.
Verblüht sind Akazien und Flieder
und der Himmel strahlt nah überm Dach.
Dort wohnen die alten Lieder
von Goethe und Heine und Bach.
Was machen die nur mit diesem Stern
wenn nur diese Fratzen nicht wär‘n.

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