Projekt Debian als Multimedia- und Dateiserver – Teil II: Installation Plex

LogoBlogNach den im vorherigen Artikel geschilderten Überlegungen ging es nun an die Suche nach geeigneter Software. Es gibt inzwischen einige Linux-Distributionen, die sich auf die Verwendung als NAS-Systeme spezialisiert haben. Die bekanntesten sind wohl NAS4Free bzw. FreeNAS – beide auf FreeBSD basierend  – und OpenMediaVault (auf Debian basierend). Obwohl alle 3 recht interessante Distributionen sind, kommen sie für mich dennoch nicht in Frage: in jedem Fall hätte mein Server neu installiert werden müssen – auch das Aufsetzen einer Virtualisierungssoftware und der Betrieb eines der Systeme in einer virtuellen Umgebung stellt für mich nicht die optimale Lösung dar.

Die wichtigen Anwendungen auf meinem (zukünftigen) Server sind:
  1. ownCloud. Ist bereits realisiert und läuft tadellos. Selbst die Arbeit am Webfrontend ist nach der Deaktivierung des Preview-Funktion komfortabel möglich, auch bei der Verwendung von VPN-Verbindungen.
  2. Dateiablage. Eine Grundfunktion die mit den „Bordmitteln“ des Systems problemlos realisiert werden kann.
  3. Multimediaserver. Das Streamen von Musikdateien und Bildern auf den Bluerayplayer, die Sonos Player und meine Androiden stellen die eigentliche Herausforderung dar.
Nach einiger Recherche entschloss ich mich den Plex Media Server auszuprobieren. Plex ist wohl eine Weiterentwicklung des bekannten Linux-Mediencenters XBMC und allein das ist schon eine gute Referenz des Programms. Auf der Webseite des Projektes wird Plex umfassend vorgestellt und u.a. seine große Konnektivität zu diversen Plattformen hervorgehoben – also genau das, was ich mir vorgestellt habe.
Der Plexmediaserver ist nicht Standardbestandteil von Debian 7 „Wheezy“, deshalb muss die Paketquelle in der sources.list eingetragen werden.
echo 'deb http://shell.ninthgate.se/packages/debian wheezy main' >> /etc/apt/sources.list

 

Hinzufügen des Schlüssels der Paketquelle:

curl http://shell.ninthgate.se/packages/shell-ninthgate-se-keyring.key | sudo apt-key add -

Update der Paketquellen und Plexmediaserver installieren:

apt-get update

apt-get install plexmediaserver

Auf meinem Server lief Plex auch nach einem Apache restart nicht, deshalb habe ich den Server einmal neu gestartet. Damit ging es und per http://IP_Adr:34200/manage konnte ich auf den Server zugreifen. Die Einrichtung der Datenquellen usw. wird durch einen Assistenten unterstützt und bereits nach wenigen Minuten war eine erste Datenquelle eingebunden und per Webbrowser konnte ich Musik abspielen. Ein NFS-Mount meines Musikverzeichnisses auf der Synology machte den Zugriff auf meine Musiksammlung auf der Diskstation möglich.

Ausschnitt aus dem "Plexcenter"
Ausschnitt aus dem „Plexcenter“

Per Samsung Bluerayplayer war der Zugriff ebenfalls kein Problem. Der Server wird als Medienquelle erkannt und der Zugriff gestaltet sich wie gewohnt unkompliziert. Für die Androiden gibt es eine App – allerdings kostenpflichtig (3,59€). Zum Test stellt der Hersteller eine kostenlose und etwas abgespeckte Version zur Verfügung.

Einziges Problem der Zugriff von den Sonos Playern. Die greifen auf Windows-Freigaben im Netz zu und holen sich auf diesem Weg die Musik. Sollte aber nach Aufrüstung mit der zusätzlichen HDD und der Datenkopie auch kein Problem sein, Stichwort Samba.

Fazit: die Tests waren erfolgreich und da ich heute mit dem RAM rechne steht einer Realisierung des Projekts wohl nichts mehr im Wege. Ich werde heute Abend den Server aufrüsten und dann die Datenkopien vornehmen, natürlich auch gleich entsprechende Backups einrichten.

 

Tipp – Pimp my owncloud

bannerowncloud

Seit einer guten Woche setze ich ownCloud 6 ja auf einem dedizierten Server mit Debian 7 ein. Der Umstieg auf die potentere Hardware meines HP Proliant Microservers hat sich wirlich gelohnt. Allerdings trat immer wieder mal ein Problem auf, dass mich sehr genervt hat: sobald man über das Webfrontend auf ein Datenverzeichnis mit vielen und eventuell auch großen Datei zugriff, brauchte das System eine gefühlte Ewigkeit, bis es wieder für Eingaben bereit war. In meinem konkreten Fall liegen 2 Drittel des gesamten Datenbestandes in einem Verzeichnis, dass inzwischen die stolze Größe von 1,5 GB erreicht hat. Eigentlich ist das aber nicht allzu viel. Ich denke es gibt weitaus größere Installationen in der „freien Wildbahn“.

Wegen dieses lästigen Verhaltens bin ich nun auf Ursachenforschung gegangen, denn die Freude an meinem System litt erheblich unter diesen „Aussetzern“. Ein wenig Stöbern im sehr guten Administrationshandbuch, brachte mich schließlich auf die richtige Fährte: eines der neuesten „Features“ von ownCloud, ist das Anzeigen von Voransichten der gespeicherten Dateien über das Webfrontend. Ist nun die Zahl der Dateien sehr groß und haben sie auch noch eine gewisse Größe, dauert die Erstellung dieser „Voransichten“ eine ganze Zeit. Diese „Previews“ sind vorgesehen für Bilder, Videos, MP3-Cover, Officedateien, PDF, SVG und Textdateien – also praktisch für alle Dateien die man so in seiner Wolke ablegen will …
 
Zum Glück lässt sich diese „Feature“ auch abschalten: Im Verzeichnis …/owncloud/config befindet sich die Datei config.php. In dieser Datei werden die grundsätzlichen Konfigurationen euer ownCloud-Instanz hinterlegt und hier kann man auch dieses leidige „Feature“ Preview abschalten. Datei öffnen mit dem Editor eurer Wahl und die Sache ausschalten: ‚enable_previews‘ => false, (Hochkomma am Anfang und Komma am Ende nicht vergessen). Datei speichern, fertig. Der Zugriff auf meine großen Verzeichnisse funktioniert in einer ordentlichen Geschwindigkeit …
 
Manchmal frage ich mich, was die Programmiere bei so etwas „reitet“. Es mag sein, dass an der einen oder anderen Stelle eine solche Funktion ihren Nutzen hat, aber grundsätzlich einen solchen „Performancekiller“ einzuschalten und das Abschalten lediglich per Schalter in einer Datei zu ermöglichen – ganz schlecht für die „Usability“. Ich würde es begrüßen, wenn solche „Features“ einfach im Webfrontent per Auswahlbox ein- oder ausgeschaltet werden könnten. Am Besten noch mit einem entsprechenden Hinweis für den Administrator versehen …
 
Lob will ich aber auch noch spenden: die Dokumentation ist hervorragend und so findet man im Administrationshandbuch dann doch die erforderlichen Hinweise. 

 

 

Projekt ownCloud 6 auf Debian III – Pimp my ownCloud

Auch wenn ownCloud nunmehr in einer sehr zufriedenstellenden Geschwindigkeit auf dem HP Proliant MicroServer läuft, bleiben einige kleine Schritte zu tun, um die Performance weiter zu optimieren.

Im Netz findet ihr diverse Tuningtipps. Auf 3 davon habe ich mehrfach in Artikeln hier auf dem Blog hingewiesen. Da sich aber nunmehr die Umgebung meiner Installation (wieder einmal) grundlegend geändert hat, möchte ich die Umsetzung dieser Schritte für eben diese Umgebung darstellen – nicht zuletzt um später selbst noch einmal nachlesen zu können).

Schritt 1 – Cronjobs

Im Administrationshandbuch von ownCloud 6 findet man zu Cronjobs folgendes:

“Owncloud benötigt verschiedene automatisch ausgeführte Hintergrundjobs. Es gibt 3 Methoden sie zu realisieren. Standardweg ist AJAX und der empfohlene Weg ist cron.”

Die Verwendung des Cron-Daemons des zugrundeliegenden Systems wird empfohlen, da auf diesem Wege eventuell vorhandene Restriktionen des verwendeten Web-Servers nicht wirksam werden.

Die erforderlichen Schritte sind recht einfach umzusetzen. Zuerst wird im Administrationsbereich von ownCloud die Einstellung von AJAX auf Cron geändert. Das ist mit einem Mausklick getan.cron1

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