Scanner einrichten mit SANE

Jeder Tag bringt im Moment neue Aufgaben an den Rechnern zu Hause, da durch die Umstellung auf Kanotix das System ja vollständig neu eingerichtet werden muss. Gestern stellte ich fest, dass mein Multifunktionsgerät Samsung SCX-3205W teilweise den Dienst verweigerte. Der von Samsung gelieferte Universaltreiber für Linux konnte zwar problemlos installiert werden und der Drucker funktionierte tadellos über das Netzwerk, aber scannen ging nicht. Kanotix meldete sogar, dass SANE nicht installiert sei, eine kurze Überprüfung der Installation zeigte jedoch, dass SANE in der neuesten Version vorlag. Offensichtlich wurde der Scanner einfach nicht gefunden. Das geniale am SCX-3205W ist, das ein Anschluss sowohl über Ethernet und WLAN als auch über USB erfolgen kann. Die bisherige Konfiguration unter Kubuntu sah so aus, dass der Drucker per Ethernet in der ganzen Wohnung zur Verfügung gestellt wurde und der Scanner nur an meinem Arbeitsplatz per USB nutzbar war und so sollte die ganze Sache auch wieder eingerichtet werden. Per lsusb wurde mir der Scanner auch angezeigt. Warum der installierte Treiber von Kanotix nicht verwendet wurde war nicht feststellbar.

Das Programm SANE erinnerte mich an die Installation eines anderen Multifunktionsgerätes unter Linux vor etwa 8 – 9 Jahren: SANE (= Scanner Access Now Easy) ist ja eigentlich ein Projekt, dass sich die Einbindung eben solcher Geräte wie von mir verwendet auf die Fahnen geschrieben hat. Auf der Webseite des Projekts findet man dann die nötige Unterstützung. Bei mir führten folgende Schritte zum Erfolg:

  1. Aufruf der Seite, Supported Devices auswählen
  2. Auswahl Ordered by Manufacturer
  3. bei Scanners den Hersteller auswählen, in meinem Fall also Samsung
  4. den eigenen Scanner suchen und hoffen, dass man ihn findet 🙂
    So sieht der Eintrag für mein Gerät aus:
SCX-3205W USB Ethernet 0x04e8/0x3441 Good   xerox_mfp
(1.0-11)
sane-xerox_mfp

Unterstützung also gut, dass Gerät wird über die Gerätedatei xerox_mfp angesteuert.

Wechsel in das Dateisystem des Rechners, als root im Verzeichnis /etc/sane.d die angegebene Gerätedatei editieren:

## Samsung SCX-3205W
usb 0x04e8 0x3441

Speichern, Scansoftware starten und der Scanner funktioniert. Eigentlich ganz simpel, man muss nur wissen in welche Datei man den entsprechenden Eintrag vornehmen muss. Schön wenn etwas so einfach funktioniert … 🙂

Trouble mit Kanotix – Teil 2

Jede Linuxdistribution hat ihre Besonderheiten, die eine mehr, die andere weniger. Kanotix – inzwischen seit etwa 2 Wochen auf meinem Heim-PC installiert – gehört wohl zu denen, die etwas mehr Besonderheiten haben.

Gestern kam der 10jährige zu mir und erzählte, dass er den „Computerführerschein“ machen wolle über die Webseite seiner Schule. Auch wenn ich am Nutzen solcher „pädagogisch wertvollen“ Aktivitäten so meine Zweifel habe, freue ich mich doch immer, dass auch mein alter Rechenknecht im Kinderzimmer eine andere Verwendung findet als immer nur zu spielen und Musik zu hören … Da aber der Schreibtisch vom Kleinen belegt war, verwies ich den Führerscheinaspiranten an meinen Rechner. Beim Start des „Programms“ erhielten wir dann die Meldung, dass ein Plugin zum Start fehlen würde. Die Unsitte, Webseiten mit Flash-Filmchen und Animationen zu überfrachten ist also auch bei den Grundschulen des Landes angekommen 🙁 … Ich selbst habe Flash nie vermisst, aber die Holde hatte mich schon gebeten, dafür zu sorgen, dass „die Webseiten gehen“ und nun noch ihr Großer, da konnte ich mich nicht mehr verweigern :-).

Kanotix hat ja wie sein „Mutterschiff“ Debian eine sehr restriktive Grundeinstellung zu nicht-freier Software. Nur konsequent, dass auch das Flash-Plugin für den Iceweasel nicht installiert ist. Kein Problem – aus den Debianquellen das Paket flashplugin-nonfree nachinstalliert und tatsächlich hatte ich Erfolg – die Fehlermeldung änderte sich :-). Nunmehr teilte mir die Seite mit, dass das Plugin abgestürzt sei. Nach diversen Spielereien mit direktem Download des Plugins von der Adobeseite, manueller Installation usw. kam ich auf die Idee doch einmal bei Kanotix direkt nach einer Anleitung zu suchen. Ich wurde auch recht schnell fündig. Im Forum stellte bereits 2009 jemand eine diesbezügliche Frage. Kano – der „Besitzer“ der Distribution – antwortete schnell und zielführend:

Du darfst nix über apt-get installiernen, was flash oder swf im namen hat!

als root:

apt-get remove –purge $(dpkg -l|awk ‚/flash|swf/{print $2}‘)

als user:

wget -O- http://kanotix.com/files/install-flash-local.sh|sh

Hmm, wenn er das so sagt … Kanos Anleitung führte dann tatsächlich zum Erfolg und nunmehr werden auch in meinem Iceweasel Videos abgespielt. Der weitere Verlauf der Diskussion (hier zu finden) gipfelte schließlich in dem Satz Kanos:

Ist mir herzlich egal wie andere das handhaben, aber das Script sollte mit anderen gängigen Distros auch gehen und ein Browser plugin kann man wirklich per Script problemlos im Home updaten und muss nicht extra paketiert werden.

Spätestens jetzt bekomme ich Bauchschmerzen. Natürlich ist es das gute Recht von Kano seine Distribution so aufzubauen, wie er es für richtig hält. Allerdings sehe ich genau hier eine der großen Schwächen von Linux: jeder kocht sein eigenes Süppchen, Standards existieren nicht oder doch nur in sehr geringem Maße. Das wenige was durch die LSB (Linux Standard Base) definiert wurde, wird durch kaum eine Distro realisiert (gibt es überhaupt eine Distribution, die die Festlegungen der LSB vollständig umsetzt?) und so kommt es, dass von einer Kompatibilität zwischen den einzelnen Derivaten keine Rede sein kann, da jeder es so handhabt wie es ihm gerade gefällt. Selbst solche Kleinigkeiten wie eben ein Browser-Plugin können nicht auf einem „Standardweg“ installiert werden.

Ich empfinde diese Seite meines Betriebssystems Linux als ausgesprochen störend. Selbst eine LPI-Zertifizierung ist kein Garant dafür, dass der entsprechende Probant tatsächlich sofort mit der aktuell vorgefundenen Distribution klar kommt. Ständig ist ein entsprechender Aufwand erforderlich um z.B. die korrekten Pfade zu den Konfigurationsdateien zu finden oder bei der Installation von Programmpaketen müssen Abhängigkeiten und Besonderheiten beachtet werden. Natürlich sind das grundsätzlich lösbare Probleme, aber jede dieser einzelnen Lösungen erfordert Zeit und Aufwand. Wenn es sich dann um so etwas profanes wie eben ein Browser-Plugin handelt, hört mein Verständnis auf …

Für mich persönlich ergiebt sich daraus, dass die Suche nach „meiner“ Distribution noch nicht beendet ist. Nichts gegen Kano, er hat mit seinem Kanotix wirklich gute Arbeit geleistet, aber die Abhängigkeit von einer Firma wie Canonical und ihrer monetär geprägten Strategie gegen die Abhängikeit von einer einzelnen Person und ihren Vorlieben bzw. Abneigungen zu tauschen, kann auf Dauer nicht der richtige Weg sein …


Kanotix – letzte Schritte der Installation

Nachdem nun gestern die Installation soweit ziemlich rund lief blieben trotz allem noch ein paar Kleinigkeiten zu tun:

  • beim Systemstart meldete Nepomuk, dass die Semantikdienste den Virtuoso-Server brauchen und dieser nicht installiert sei und
  • die Installation des ownCloud-Clients lief nicht rund, die NTP-Konfiguration konnte nicht abgeschlossen werden.

Problem 1 war schnell behoben: aus mir unerfindlichen Gründen waren die Virtuoso-Pakete nicht mit installiert worden. Mit einem einfachen
apt-get install virtuoso-minimal
lief der Dienst wie er sollte ..

Problem 2 war schon etwas kniffliger: die richtige Konfiguration der Zeitserver ist für ein tadelloses Funktionieren von ownCloud unabdingbar, da ja die Synchronisation anhand des Zeitstempels der Dateien erfolgt. Ich musste allerdings eine Weile wühlen bis ich herausfand, warum die ganze Sache nicht rund lief.  Verursacher war das Programm insserv, normalerweise dafür zuständig installierte Initskripte per Links in den Runlevel-Verzeichnissen zu aktivieren. Dieses Verfahren scheint ownCloud nicht zu unterstützen bzw. nicht sauber zu implementieren und damit konnten die Installationsskripte nicht korrekt ausgeführt werden.

Mit touch /etc/init.d/legacy-bootordering wird insserv deaktiviert und so läuft auch die Installation des ownCloud-Clients sauber durch …