Der Papst und der Präsident

Obwohl selbst Atheist verfolge ich interessiert die Äußerungen zweier Oberhäupter – des Papstes und des Bundespräsidenten. Während der eine treffende Analysen zur Situation dieser unserer Welt trifft, meint der andere, dass Deutschland „mehr Verantwortung“ in der Welt übernehmen soll, d.h. dass die Deutschen nun endlich mal auch militärisch in der Welt aktiv werden soll.

Mein Weltbild gerät ins Wanken: bisher war es doch immer die katholische Kirche, die reaktionär und konservativ ist. Wenn es christliche Positionen gab, mit denen ich mich identifizieren konnte, so waren es doch eher die Meinungen der lutherischen Kirche …
Wie sehr solche Positionen dann am Ende doch von den Protagonisten abhängen, zeigen die derzeitigen Äußerungen des Papstes und des Bundespräsidenten Gauckler.
Papst Franziskus:
Damit das System fortbestehen kann, müssen Kriege geführt werden, wie es große Imperien immer getan haben … Einen dritten Weltkrieg kann man jedoch nicht führen und so greift man zu regionalen Kriegen.
(Papst Franziskus in der spanischen Zeitung „La Vanguardia“)
Gauck:
Den will ich gar nicht zitieren – nur soviel: es sträubt einem die Nackenhaare wenn man die Äußerungen „unseres“ Bundespräsidenten liest bzw. hört.
Arno Klönne brachte es bei Telepolis auf den Punkt:
„Bemerkenswert ist der Gegensatz zwischen den Sichtweisen dieses Staats- und dieses Kirchenoberhauptes. Hier die Verkündigung des politisch „Prinzipiellen“, die Abstraktion von lebensweltlichen Interessen und Wirkungen; dort der kritische Blick auf gesellschaftliche Realitäten. Eine Differenz zwischen zwei gelernten Theologen – die nicht theologisch zu erklären ist.“
 
Theologisch ist das nicht zu erklären, weltanschaulich schon …