Getestet – Seafile

Seafile (Quelle: Github
Seafile
(Quelle: Github

Auch im Bereich Opensource läßt die Hype um die Cloud nicht nach. Inzwischen stehen einige Lösungen zur Auswahl und der Nutzer hat die Qual der Wahl. Im Rahmen einer Diskussion hier auf dem Blog wurde ich nun mit der Empfehlung konfrontiert, anstelle von ownCloud einmal Seafile zu testen.

 
Vorab: Seafile wird nicht die Lösung meiner Wahl und das hat einen einfachen Grund: die Synchronisation von Kalender- und Kontaktdaten steht bisher nicht zur Verfügung. Genau dieses Feature ist aber das „Killerkriterium“ für meine private Cloud. Natürlich spielt die Filesynchronisation ebenfalls eine Rolle, aber hier handelt es sich bei mir lediglich um einige privaten Daten. Der Umfang liegt im Moment bei unter 1 GB Datenvolumen. In erster Linie handelt es sich dabei um PDF- und LibreOffice-Dokumente, kaum Bilder (meist png-Format), keine Musikdateien. Bisher wurde ich (vielleicht auch wegen des doch sehr überschaubaren Datenumfangs) auch von den in diversen Foren und Blogs angeführten großen Problemen mit ownCloud verschont … Kurz – ich bin mit ownCloud zufrieden.
 
Seafile setzt einen etwas anderen Schwerpunkt als ownCloud: neben der zentralen Funktion der Dateisynchronisation steht hier die Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Neben einem integrierten Wiki können Dateien gemeinsam editiert werden (kann ownCloud  inzwischen auch – zumindest ansatzweise seit der Version 6) und Nutzer können sich innerhalb des Systems Nachrichten zusenden. Ich selbst stehe solchen Funktionen – egal ob in Seafile oder ownCloud – eher skeptisch gegenüber.
 
Die reine Filesynchronisation ist in Seafile anders implementiert. Der Aufbau von „Bibliotheken“ und die Organisation derselben scheinbar unabhängig vom darunterliegenden Dateisystem ist etwas gewöhnungsbedürftig, hat aber durchaus seinen Reiz, erinnert aber stark an das Prinzip der Bibliotheken unter Windows 7/8. Für einen Nutzer der mit Windows ab Version 7 arbeitet, eine durchaus leicht nachvollziehbare Konzeption. Auf diese Art und Weise ist es möglich Dateien aus verschiedenen Laufwerken bzw. Verzeichnissen zu ordnen. Dieses Verfahren hat durchaus seine Vorteile, führt aber meiner Meinung nach zu einer immer stärkeren „Entfremdung“ der Nutzer vom eigentlichen Dateisystem und die Auswirkungen kennt jeder Sysadmin zur Genüge …
 
Das Herzstück der Software – also die reine Filesynchronisation – funktioniert hervorragend. Um einiges schneller als unter ownCloud gewöhnt, werden die Dateien synchronisiert. Versionsverwaltung, Verschlüsselung und die Verwaltung gelöschter Dateien sind sehr gut integriert. Ich will hier nicht weiter auf meinen (kurzen) Test eingehen, den ich zugegebenermassen etwas halbherzig durchgeführt habe, nachdem ich feststellte, dass eben Kontakt- und Kalendersynchronisation nicht Bestandteil von Seafile sind …
 
Fazit meines Kurztests: Seafile ist ein hevorragender „Dropbox-Ersatz“ und wer seinen Schwerpunkt in erster Linie auf die Filesynchronisation legt, sollte einen eventuellen Umstieg von ownCloud ernsthaft in Erwägung ziehen.
 
Weitere Informationen, Downloads usw. findet ihr auf der Homepage von Seafile.