Zur Geschichte Salzwedels

Wie ihr ja vielleicht wisst, arbeite ich an einer Webseite zur Geschichte Salzwedels, insbesondere zur Militärgeschichte. Soll das Thema der Seite vor allem die Geschichte des Grenzregiments 24 der Grenztruppen der DDR sein, bin ich im Moment gerade dabei, mich mit dem Kürassier-Regiment 7 zu beschäftigen, welches von 1718 bis zu seiner Auflösung 1806/1807 in Salzwedel stationiert war. Inzwischen finde ich immer mehr Informationen, allerdings fehlt mir immer noch der konkrete Bezug auf die Stadt selbst. Während ich inzwischen sehr detailliert über die Einsätze des Regiments in den Kriegen Brandenburgs und Preußens zwischen 1688 (Stiftung des Regiments) und 1806 (Auflösung) informiert bin, die Versorgung und Besoldung der einzelnen Dienstgrade kein Geheimnis darstellt, ja selbst Strukturen und die Namen der Chefs und diverser anderer Offiziere nachweisbar sind, findet man in der Literatur kaum Bezüge auf die Stadt selbst. Wenn ich auch erstaunt bin, wie viel man an Informationen zu einem militärischen Truppenteil findet, der seit mehr als 200 Jahren nicht mehr existent ist, so vermisse ich doch den regionalgeschichtlichen Teil.

 

Auf der Suche nach solchen Informationen stieß ich auf den „Altmärkischen Verein für vaterländische Geschichte zu Salzwedel e.V.„, gegründet 1836, der mehr oder weniger regelmäßig Jahresberichte veröffentlichte und veröffentlicht, die u.a. Beiträge ihrer Mitglieder zu verschiedenen Themen der altmärkischen Geschichte beinhalten. In den Jahresberichten von 1879 und 1900 findet mein Beiträge des „Königlichen Archivars und Geheimen Archiv Raths“ George Adalbert von Mülverstedt zur Militärgeschichte Salzwedels bzw. der Altmark im 17. (27. Jahresbericht 1900) und 18. (19. Jahresbericht 1879) Jahrhundert. Leider konnte ich im Web nur die Inhaltsangaben finden, nicht die Jahrberichte selbst. Der Stadtarchivar Salzwedels, Herr Langusch, teilte mir auf telefonische Anfrage mit, dass unser kleines aber feines örtliche Museum (Johann-Friedrich-Danneil-Museum Salzwedel) alle Jahresberichte digitalisiert habe und eine Veröffentlichung derselben in der „nächsten Zeit“ vorgesehen sei. Da ich ein ungeduldiger Mensch sein kann, habe ich per E-Mail Kontakt zum Museum aufgenommen und um die beiden Jahresberichte gebeten Und was soll ich sagen – innerhalb weniger Stunden trafen die beiden Dokumente als PDF-Dateien bei mir ein! Auch von dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür. 

Die Beiträge des Herrn von Mülverstedt enthalten dann aber auch nicht die von mir erhofften Informationen. Wieder geht es in erster Linie um Ranglisten und Teilnahme an Kriegen und Schlachten – Salzwedel selbst wird kaum erwähnt. Trotzdem sind auch hier wiederum interessante Informationen zu finden, die demnächst ihren Eingang in die oben genannte Seite finden werden.

Bei meiner Suche nach weiteren Informationen fand ich dann auch ein weiteres interessantes Buch zum Thema: Das „Handbuch zur preußischen Miltärgeschichte 1688 – 1786“ von Martin Guddat (ISBN 978-3-8132-0925-9) ist aufgebaut wie ein Lexikon und beinhaltet eine Fülle von Informationen. Interessant hier auch die (idealisierte) Struktur der Kürassier-Regimenter 1743, die noch einmal detaillierte Einblicke gestattet.

Alles in allem eine interessante Woche, die mir Zugang zu sehr vielen Informationen das „Salzwedeler“ Kürassier-Regiment Nr. 7 betreffend verschafft hat …

Militärgeschichte Salzwedels

Kürassier des KR 7 um 1760
Kürassier des KR 7 um 1760

Spricht man bei einer Stadt wie Salzwedel überhaupt von einer eigenen Militärgeschichte? Keine Ahnung, aber je tiefer ich in die Materie einsteige um so interessanter wird es für mich.

Nach einer Kontaktaufnahme mit dem Stadtarchivar von Salzwedel erfuhr ich, das insbesondere die Geschichte des von mir im Moment bearbeiteten Kürassier-Regiments 7 demnächst Gegenstand einer Sonderausstellung im hiesigen Danneil-Museum werden soll. Sieht so aus als ob dieses Thema durch das Jahr Friedrichs II. 2012 auch in Salzwedel auf Interesse stösst …

Am Wochenende war ich mal wieder aktiv tätig auf meiner Webseite zum Thema. Einmal habe ich die Informationen zum o.g. Kürassier-Regiment erweitert um die Regimentschefs und eine bei Monteton genannte Struktur (Aufzählung der Stärke unterschieden nach Dienstgradgruppen und Funktionen) von 1806. Das Buch gibt noch eine Menge her, werden hier doch neben Beschreibungen der Uniform und Ausrüstung auch Sold und Zuteilung von Verpflegung genannt. Ergänzt werden soll die Sache noch durch verschiedene Themen wie z.B. die Auflistung der Teilnahme an den diversen militärischen Auseinandersetzungen der Zeit. Was mir noch fehlt, ist der entsprechende Bezug auf die Stadt selbst. Hier ist es schwierig etwas zu finden …

Weiterhin habe ich die Informationen zur Aufstellung der Grenzpolizeieinheiten in Salzwedel 1946 ergänzt und habe eine – sicherlich nicht fehlerfreie – Auflistung der Standorte der sogenannten Gruppenposten vorgenommen. Diesen Schritt habe ich ja eine ganze Zeit vermieden, da mir keine genauen Informationen zur Verfügung stehen. Jetzt kam ich zu dem Schluss, dass erst einmal ein Anfang gemacht werden muss … Vielleicht fühlt sich auf diese Weise der eine oder andere Leser der Seite bemüssigt, ihm zur Verfügung stehende Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen und korrigierend (helfend) ins Geschehen einzugreifen.

 Quelle des Bildes: “Die Kavallerie-Regimenter Friedrich des Großen”  ISBN 3-89555-301-8

Salzwedeler Militärgeschichte

Auf meiner Website zur Geschichte des Grenzregiments 24 beschäftige ich mich ja auch mit der Salzwedeler Militärgeschichte. Heute habe ich einen ersten Artikel über das preußische Kürassier-Regiment 7, das in Salzwedel zwischen 1718 und 1806 in Garnison lag veröffentlicht. Auf der Suche nach Informationen stiess ich auf ein weiteres von Google veröffentlichtes Buch zum Thema. Ich habe bereits auf das Buch zur Salzwedeler Stadtgeschichte von August Wilhelm Pohlmann aus dem Jahre 1811 aufmerksam gemacht (kann auf meiner Website herunter geladen werden). Am Samstag nun fand ich bei Google die „Geschichte des Sechsten königlich preußischen Kürassier-Regiments, gen. Kaiser von Russland“ geschrieben von Major E.A. Wilhelm Dijou von Monteton 1842.

Dieses nach der preußischen Niederlage gegen Napoleon aufgestellte Regiment, führte die Traditionen u.a. des Kürassier-Regiments 7 fort. In seinem Buch geht der Autor mehr oder weniger detailliert auf alle „Vorgänger“ seines Regiments ein. Im einzelnen waren das:

  • Kürassier-Regiment 2 (1806 v. Beeren)
  • Kürassier-Regiment 3 (1806 Leib-Kürassier-Regiment)
  • Kürassier-Regiment 6 (1806 v. Quitzow)
  • Kürassier-Regiment 7 (1806 v. Reitzenstein)
  • Kürassier-Regiment 10 (1806 Gens d’Armes)
  • Kürassier-Regiment 11 (1806 Leib-Karabinier-Regiment)

Die Reste dieser Regimenter bildeten nach der Niederlage von Auerstädt 1806 den Grundstock für die Aufstellung des Kürassier-Regiments 6.

Die Darstellung geht bis zur Veröffentlichung von Ranglisten und „Officiers-Abgang-Listen“ ab 1739. Ein interessantes Detail dabei ist z.B., dass Adolf v. Lützow – Kommandeur des Freikorps Lützow in den Befreiungskriegen – 1806 als Seconde-Lieutenant seinen Dienst im Kürassier-Regiment 7 (also dem „Salzwedeler“) versah und in der Schlacht von Jena und Auerstädt verwundet wurde.