Abschied von der Speedy

Es deutete sich schon eine Weile an – die Änderungen an der Modellreihe 2018 meines Lieblingsmotorrades weckten Begehrlichkeiten in mir. Die wurden inzwischen so groß, dass ich mich zum Verkauf meiner roten 2012er Speedy entschloß. Meine Erfahrungen mit Onlineportalen sind ja eher nicht so gut, trotzdem nutzte ich wieder die Möglichkeiten von mobile.de und autoscout24. Die Erfahrungen die ich bereits 2012 gemacht hatte bestätigten sich wieder:

  • erst keine, oder keine ernst zu nehmenden Offerten
  • Zubehör, vom Scott-Oiler bis zu Mototech-Packtaschen, bringen kein Geld
  • Privatkunden wollen v.a. wenig Geld ausgeben
  • Kontakte sind nett, Verhandlungen zäh
  • Sympathie ist wichtig

Am Ende jedoch ging es schnell: letzten Donnerstag meldete sich ein Interessent aus Ungarn(!), ein paar Mails gingen hin und her, es wurde das eine und andere Mal telefoniert und die Konditionen festgeklopft. Am Samstag stand fest, dass meine Speedy demnächst in Ungarn unterwegs sein wird … Montag die Abmeldung (beim Verkauf ins Ausland unabdingbar) und heute war es dann soweit; Bencze aus der Nähe von Budapest stand mit Trailer, Auto und Freundin vor der Tür.

Speedy und ein wenig Zubehör

Die Formalitäten wurden zügig erledigt, der 12stündige Rückweg forderte seinen Tribut. Die Speedy samt Zubehör wurde auf den Trailer verfrachtet, das Ausfüllen des zweisprachigen Kaufvertrages zog sich ein wenig (in Ungarn muss ein Kaufvertrag tatsächlich von 2 Zeugen beglaubigt werden), ein kurzer Besuch in der Bank und die Sache war vom Tisch. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sah ich dem Auto hinterher …

„Miss Sophie“ steht zum ersten Mal in ihrem „Leben“ auf einem Trailer

Die Speedy war jetzt fast 7 Jahre in meinem Besitz, knapp 40.000 km waren wir zusammen unterwegs. Die Liste der großen Touren ergibt ein schönes Bild:

  • 2012 Schwarzwald
  • 2013 Südtirol (Brixen)
  • 2014 Österreich und Norditalien
  • 2015 Vulkan-Eifel
  • 2016 Rundfahrt Schweiz, Frankreich, Italien
  • 2017 Rundfahrt Italien (Ligurien, Appenin, Adria)
  • 2018 Dolomiten (Bruneck)

Ergänzend dazu Ein- und Mehrtagestouren in Deutschland. So schafften wir die o.a. Laufleistung. Schäden und Pannen blieben aus, lediglich die Batterie gab vorfristig den Geist auf und musste frühzeitig ersetzt werden. Der Totalausfall der Batterie ereignete sich zum Glück zu Hause. Meine Begeisterung für den 3-Zylinder hat in der gesamten Zeit nicht nachgelassen.

Natürlich ist eine neue Speedy schon im Blick und wenn alles klappt, werde ich sie am kommenden Wochenende in Empfang nehmen. Dieses mal sogar die „Edelausgabe“ RS mit den diversen Schmankerln. Aber dazu später …

Vier Tage ohne Motorrad.

Urlaub in Südtirol – Groß Glockner und Staller Sattel

Am Fuße des Glockners

Tag 3 unseres Urlaubs in Bruneck. Das Wetter legte noch eine Schippe drauf und bereits morgens war eitel Sonnenschein. Die Wetteraussichten in Südtirol sahen allerdings weniger gut aus, aber dazu später …

Am 29.08. hatten wir uns eine längere Tour ausgesucht. Von Bruneck aus ging es dieses Mal über Lienz zum Groß Glockner, dann hinunter über die Groß-Glockner-Straße (natürlich ein kurzer Abstecher zur Edelweißspitze!) und dann wieder zurück durch den Felbertauerntunnel und den Staller Sattel nach Italien.

Eine schöne Tour mit gleich 3 Highlights versehen, mit 322 km deutlich länger als Tour 1 und 2 und mit knapp 2.600 m auch deutlich höher.  Insgesamt waren wir knapp 9,5 Stunden unterwegs, davon ca. 6,5 Stunden mit den Motorrädern in Bewegung.

Auch hier machte sich sehr positiv bemerkbar, dass eine große Harmonie in der Gruppe herrschte – sowohl den persönlichen Umgang als auch das fahrerische Können betreffend. Es machte einfach Spaß mit den Mädels und Jungs und es gab wenig bis nichts an Reibungspunkten!

Auch hier natürlich der Mitschnitt per MyTracks (die große Lücke war der Felbertauerntunnel):

Leider waren die Motorradtouren für diesen Urlaub am Donnerstag vorbei. Ein Wetterumschwung (so kennen wir Südtirol!) beendete alle weiteren Ambitionen diesbezüglich. Die Temperaturen sanken rapide (Mittwoch in Bruneck 27°, Donnerstag lediglich 12°) und es regnete quasi ununterbrochen. Wir nahmen’s mit Humor und machten die Innenstadt unsicher, studierten die ausgeprägte und angenehme Kneipenkultur.

Leider besserte sich das Wetter bis Samstag – dem Abreisetag – nicht und wir 2 „harten“ Biker, die sich auf 2 Rädern auf dem Weg machten (alle anderen verluden die Moppeds auf Trailer und fuhren Auto), hatten zwischen Südtirol und München Temperaturen zwischen 8° und 10° und Dauerregen zu ertragen. Danach wurde es schnell wärmer (bereits in Nürnberg kuschlige 18°) und vor allem trocken. In der heimischen Altmark waren es dann bereits 24° …

Trotz dieser Kapriolen am Ende des Urlaubs hat es viel Spaß gemacht mit dieser Gruppe Motorrad zu erfahren. Und Südtirol hat wieder einmal bewiesen, dass es tatsächlich das europäische Motorradparadies ist …

Abmeldung – Urlaub Teil II

Fast die Dolomiten – 2014 am Stilfser Joch

Es ist eher ungewöhnlich für mich, dass ich meinen Sommerurlaub splitte. Bei den Grenztruppen gelernt und verinnerlicht, dass ein Erholungsurlaub mindestens 3 Wochen dauern sollte, hielt ich mich all die Jahre an diese Regel. Phase I – Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff – ist nun schon einige Wochen abgeschlossen und morgen beginnt nun endlich Phase II: die lang ersehnte Tour mit dem Motorrad.

Mit dem Verein geht es über das Wochenende nach Eisenberg inThüringen, für knapp die Hälfte der Teilnehmer am traditionellen „Sommercamp“ schließt sich ab Sonntag ein 6-tägiger Aufenthalt in den Dolomiten an.  Die Dolomiten gelten nicht umsonst als DAS Motorradrevier in Europa. Ein paar mal waren wir auch schon da. Trotzdem ist die Vorfreude riesengroß und die Erwartungen steigern sich von Tag zu Tag.

Heute nun der letzte Arbeitstag vor dieser Tour, nach 5 recht anstrengenden aber doch erfolgreichen Wochen. Und morgen geht’s endlich los …

Erfahrungsgemäß werde ich kaum Zeit für den Blog haben, aber das ist in letzter Zeit ja nicht ganz ungewöhnlich. Vielleicht entstehen wieder einpaar schöne Bilder von der Tour und ich werde ausführlich (na ja, mehr oder weniger ausführlich) berichten. Vielleicht ist es ja die letzte Tour mit meiner Speedy – „Miss Sophie II geht mir nicht mehr aus dem Kopf …