Trump und das „russiagate“

Ein Jahr hat man lang und breit ermittelt, Leute verhört, verdächtigt, vermutet, im Kaffeesatz gelesen … Das groß angelegte Ablenkungsmanöver vom Skandal um die Mails von Hillary Clinton schien sich mehr und mehr verselbständigt zu haben und wurde zur Universalwaffe gegen Trump. Jetzt platzte die Seifenblase. „Chefermittler“ Mueller teilt mit, dass man keine Beweise für die skurrilen Behauptungen gefunden habe. Er versucht zwar die krachende Niederlage zu verbrämen und plädiert auf einen „Freispruch 2. Klasse“ aus Mangel an Beweisen, aber am Ende bleibt, dass die Unmengen heißer Luft nichts anderes als eben das sind.

Ich bin kein Fan von Trump, noch weniger ein Freund der selbsternannten „unverzichtbaren Nation“, aber es freut mich sehr, dass all die transatlantischen Schreihälse eine schallende Ohrfeige erhielten.

Jens Berger von den Nachdenkseiten analysiert in einem Artikel das Ausmaß des Debakels …

Es geht immer noch dümmer – Birgit Gärtner

Die Schlacht tobt. 30 Jahre nach dem Ende der DDR muss dieser Staat immer noch herhalten für alles Mögliche – Hauptsache es ist negativ. Die Journalistin Birgit Gärtner produziert sich auf Telepolis und „weist nach“, dass der „verordnete Antifaschismus“ in der DDR belächelt wurde und eigentlich ja doch nicht so antifaschistisch war, wie immer behauptet.

In erster Linie greift Frau Gärtner auf einen Herrn Waibel zurück, der in einem Buch „Der gescheiterte Antifaschismus der SED: Rassismus in der DDR“ die Lage in der DDR analysiert und dort großartige Begründungen für den „neuen Rechtsradikalismus in Ostdeutschland“ findet . Am Ende bleibt eine Feststellung – die DDR, die SED war’s.

Faschismus hat nichts zu tun mit dem „demokratischen Staat“ BRD , in dem „lupenreine Demokraten“ den Staat aufgebaut haben. Demokraten wie Globke, Heuss, Kiessinger, Strauss … In dem die neue Wehrmacht durch faschistische Offiziere aufgebaut wurde (1959 verfügten etwa 12.000 der aktiven 14.000 Bundeswehroffiziere über „Kriegserfahrung“ , 300 kamen gar aus der Waffen-SS), wo die Geheimdienste auf die Erfahrungen von „Spezialisten“ aus GeStaPo, SD der SS und der Abwehr der Wehrmacht aufgebaut wurde, wo der Justizapparat nahtlos aus der Nazizeit übernommen wurde (die Witwe Freisler erhielt ihre Pension mit der Begründung das ihr Mann – hätte er den Krieg überlebt – als Beamter oder Rechtsanwalt ein hohes Einkommen erzielt hätte), der ganze Staat baute auf die alten Elten auf …

Der Versuch einen anderen, gerechteren Staat aufzubauen, wird noch heute mit Dreck beworfen, diffamiert. Frau Gärtner leistet ihren Beitrag dazu …

Wessis erklären uns, wie unser Leben war.

Sebastian Haffner – Die deutsche Revolution 1918/19

Das Buch des Publizisten Haffner zur Novemberrevolution wurde mehrfach umbenannt, so trug es auch den Titel „Der Verrat“ bzw. „Die verratene Revolution“. Die mehrfache Umbenennung durch diverse Verlage deutet auf ein Ziel hin: auch 100 Jahre nach der Novemberrevolution wird versucht, die Schuld der Führer der deutschen Sozialdemokratie am Scheitern dieser Revolution zu verschleiern.

Im Vorwort schreibt Haffner: „Die deutsche Revolution von 1918 war eine sozialdemokratische Revolution, die von den sozialdemokratischen Führern niedergeschlagen wurde: ein Vorgang, der in der Weltgeschichte kaum seinesgleichen hat.“

Haffner weist im Buch nach, wie durch die Zusammenarbeit der sozialdemokratischen Führer mit den alten Eliten aus Staat, Militär und Wirtschaft die Revolution niedergeschlagen und ihrer sozialen und politischen Inhalte beraubt wurde. Gedankt wurde es den Ebert und Genossen von ihren neuen, alten Verbündeten nicht: die Legende des „im Felde unbesiegten“ Heeres, dem die Novemberrevolution den „Dolchstoß“ in den Rücken versetzte wurde geboren und offensiv auch und gerade gegen die Sozialdemokratie eingesetzt.

Ein Zitat aus dem Buch zum Schluß:

Der Kollektivheld dieser Revolution, die deutsche Arbeiterschaft, hat sich von dem Nackenschlag, der ihr damals versetzt wurde, nie erholt … Von dem großen Verrat datiert das große Schisma des Sozialismus und der unauslöschliche Hass zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten …