Nextcloud 12.0.4 erschienen

 

 

 

Nach einer kurzen Testphase – seit etwa 2 Wochen erhielt ich Informationen über die entsprechenden Beta- und RC-Versionen – wurde heute Nextcloud 12.04 veröffentlicht. Wie bei einem Wartungsrelease üblich, handelt es sich in erster Linie um Fehlerbehebungen und nicht um Fuktionserweiterungen. Wer solche haben möchte (Funktionserweiterungen) wird im Newsartikel bei Nextcloud auf die Beta der Version 13 verwiesen, die sich in der Testphase befindet.

Wenn Sie nach mehr Aufregung suchen, empfehlen wir Ihnen, uns Nextcloud 13 Beta zu testen! Nextcloud 13 bietet einige beeindruckende Leistungsverbesserungen neben einer Vielzahl neuer Funktionen.
(aus dem Artikel)

Nun, mir ist im Moment nicht nach Aufregung, jedenfalls nicht bei meiner heimischen Wolke. Changelog und Artikel zum Update enthalten dann tatsächlich wenig Aufregendes. Das Update selbst verlief ebenfalls völlig unspektakulär. Schnell und ohne Probleme wie man es von einem solchen Update erwartet.

Eine kleine, aufregende Änderung gibt es dann doch mit Nextcloud 12.04: für Nutzer von ownCloud 10 und älter wurde die Migration zur neuesten Nextcloudversion ermöglicht. Dazu gibt es auch ein kleines Video, in dem die Vorgehensweise erleutert wird.


 

QOwnNotes – Notizverwaltung auf Nextcloud

Das Thema beschäftigt mich ja schon eine Weile: Notizverwaltung. Nextcloud setzt dabei auf QOwnNotes. Bei ownCloud und auch in den ersten Versionen von Nextcloud setzte ich dazu ownNotes ein. Nachdem ich auf den ownNoteEditor gestoßen war, hatte ich die von mir gewünschte Komplettlösung: Speicherung der Notizen in der Wolke, Bearbeitung auf den Linuxen und den Androiden. Leider wird die App von Nextcloud nicht unterstützt bzw. der Autor entwickelt sie im Moment nicht weiter. Nextcloud prüft die in einer XML-Datei angegebenen Systemvoraussetzungen der entsprechenden Apps und wenn hier gesetzte Bedingungen nicht erfüllt werden, kann die App nicht aktiviert werden. Bei ownNotes steht als maximale Serverversion 9.x und seit Nextcloud 11 lässt sich die App nicht mehr aktivieren. Man könnte zwar die XML-Datei manipulieren und den Eintrag selbst ändern, aber irgendwann wird auch das nicht mehr funktionieren und man steht wieder ohne Notizverwaltung da.

Im Moment ist das Thema wieder einmal akut bei mir geworden und so suchte ich nach einer Lösung für mein Problem. Nach einigem Hin und Her wurde ich nun fündig: QOwnNotes heisst die Lösung. Handhabung und Konfiguration unterscheiden sich aber ein wenig vom herkömmlichen Weg, so dass einige Erläuterungen angebracht scheinen.

Einrichtung am Server

Am Server muss als erstes die QOwnNotesAPI aktiviert werden. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei lediglich um eine Programmschnittstelle, die für die Verbindung zwischen dem Nextcloudserver und den Desktopanwendungen von QOwnNotes sorg. Die Beschreibung der App berichtet dazu folgendes:

The only purpose of this App is to provide API access to your ownCloud /Nextcloud server for your QOwnNotes desktop installation, you cannot use this App for anything else, if you don’t have QOwnNotes installed on your desktop computer!

Um die Notizen auch am Webfrontend des Servers bearbeiten zu können, empfiehlt es sich, eine entsprechende App zu aktivieren. Ich habe hier Notes bzw. Notizen ausgewählt.

QOwnNotes auf den Desktops

QOwnNotes ist Opensource und steht für die verschiedensten Linuxderivate, aber auch für Windows und MacOS zur Verfügung. In meinem Fall (KDE Neon auf allen Rechnern) wird die Installation wie folgt durchgeführt:

sudo add-apt-repository ppa:pbek/qownnotes
sudo apt-get update
sudo apt-get install qownnotes

Also wiederum Einbindung eines PPA in die Quellen und dann Installation von der Konsole. Nach Einbindung der Quelle steht QOwnNotes natürlich im Softwarverwaltungsprogramm Discover zur Verfügung.

QOwnNotes in Discover

Beim ersten Start erfragt das Programm Informationen wie den Ordner zur Ablage der Notizen und – wenn die Frage nach Unterstützung von ownCloud /Nextcloud bejaht hat – die Anmeldeinformationen für den entsprechenden Cloudserver. Diese Einstellungen können auch im Nachhinein über das Menu Notizen/Einstellungen geändert werden.

QOwnNotes legt die Dateien im Markdown-Format ab, bietet aber eine Vielzahl von Bearbeitungs- und Formatierungsfunktionen in Menuform bzw. Tastenkombinationen an. Das Projekt selbst bietet eine (englische) Dokumentation und Knowledgebase an, ist aber als einfache Notizverwaltung selbsterklärend zu nutzen.

QOwnNotes auf Android

Hier habe ich keine Lösung „on the Box“ gefunden. Zwar gibt es im AppStore einige (kostenpflichtige) Lösungen, aber keine davon erfüllte meine Ansprüche. Hauptproblem ist, dass ich auf meinem Nextcloud-Server lediglich ein selbstsigniertes Zertifikat verwende. Ein öffentliches Zertifikat ist für mich auch nicht nötig, da mein Server lediglich über ein VPN mit IPSec erreichbar ist. Das wird in absehbarer Zukunft auch so bleiben …

Trotzdem lassen sich die vorhandenen Notizen anzeigen und bearbeiten. Der Androidclient für Nextcloud erlaubt ja den Zugriff auf alle Dateien. Um dieselben nun bearbeiten zu können ist – nachdem die Dateien auf dem Androiden heruntergeladen worden sind – lediglich ein Programm nötig, dass Dateien im Markdownformat öffnen kann. Ich verwende auf meinem Smartphone WriterP.

Fazit

Meine Anforderungen an eine Notizverwaltung sind durch QOwnNotes (fast) vollständig erfüllt. Lediglich für Android fehlt mir noch die App, die auch in meiner Umgebung vollständig funktioniert. Da auf dem Smartphone von mir eher selten Notizen neu erstellt werden und die Bearbeitung vorhandener Dateien grundsätzlich möglich ist, kann ich mit dem erreichten Stand erst einmal umgehen und hoffe auf Besserung bei den (durchaus vorhandenen) Android-Apps für QOwnNotes.

Die Desktopanwendung ist aufgrund der vielfältigen Konfigurations- und Formatierungsmöglichkeiten rundherum gelungen (und besser als ownNote nach meiner Meinung).

Cloud-Gewitter

Jedenfalls bezeichnet Frank Karlitschek – owncloud- und nextcloud-Gründer – die Entwicklung um die beiden konkurrierenden Wolken als Gewitter, dass viel Energie habe.

In einem Tweet verweist Frank auf einen interessanten Artikel von Ludger Schmitz auf der Website der Open Source Business Allianz, der die gesamten Vorgänge durchaus positiv wertet. Schließlich stehen nextcloud und owncloud in Konkurrenz und beide scheinen die Herausforderung angenommen zu haben.

Während meines Urlaubs, in dem ich mich natürlich nicht ganz so intensiv mit den entsprechenden Vorgängen beschäftigte, twitterte es einige Tage sehr intensiv im Rahmen dieses Cloud-Gewitters. Beide Kontrahenten lieferten Ankündigungen und Beta-Releases ihrer Wolken ab. Die Entwicklung bleibt interessant …

Ich bereue meine Entscheidung des frühzeitigen Wechsels zu Nextcloud bisher nicht. Die ausgegebene Unternehmensphilosophie gefällt mir beim Fork deutlich besser als bei der Quelle, auch die im Artikel angesprochene Finanzierung von ownCloud durch einen Frankfurter Immobilien-Hai-Unternehmer und dessen Berufung als Geschäftsführer verstärkt mein Unbehagen. Vielleicht zu unrecht, wer weiss das schon.