Nextcloud Datenverzeichnis verschieben

Die im vorherigen Beitrag beschriebene „Updateritis“ im Zusammenhang mit dem Wechsel auf Nextcloud 15 verursachte ein kleines Problem an meinem Server. Seit dem Update meldete mir mein Server, dass nur noch wenig Speicherplatz auf der Systempartition zur Verfügung stehen würde. Die üblichen Methoden zur „Platzbeschaffung“ per apt autoremove und apt autoclean brachten nur bescheidenen Erfolg, so kam mir ein Gedankengang wieder in den Sinn, den ich bisher immer wieder verworfen hatte:

Mein Server verfügt über 2 Festplatten. Auf der ersten 250 GB großen HDD ist System und eben Nextcloud installiert, die zweite mit einer Kapazität von 1 TB dient als Datenspeicher. Es wäre doch nur folgerichtig, wenn die Daten von Nextcloud ebenfalls auf dem „Datengrab“ gespeichert würden. Bisher scheute ich diesen Schritt zu gehen, denn bisher bestand keine Notwendigkeit dafür und ich war mir nicht sicher, ob das ohne Komplikationen vor sich gehen würde. Den rein „kosmetischen“ Grund (Abweichung vom Standard der Installation) lasse ich einmal unberücksichtigt.

Nach einigem Stöbern im Internet fand ich dann schließlich im Nextcloud-Forum die Antwort. Einen wichtigen Hinweis möchte ich (wie immer) noch einmal geben: vor den Arbeiten bitte unbedingt eine aktuelle Datensicherung inklusive eines SQL-Dumps erstellen! Obwohl nicht mehr topaktuell hilft eventuell die PDF-Datei „Backup owncloud und Debian“ unter Downloads/Computer-Tutorials bei den notwendigen Arbeiten. Nachdem das erledigt ist können wir uns an die geplante Arbeit machen

  1. Maintenance-Mode aktivieren
  2. neuen Datenpfad im Dateisystem erzeugen
  3. Dateien vom alten Pfad in den neuen kopieren
  4. Rechte für den neuen Datenpfad setzen
  5. Nextcloud-Konfigurationsdatei editieren
  6. Maintenance-Mode deaktivieren

Und testen 😉 . Die im Forum beschriebene Änderung der SQL-Datenbanktabelle oc_storage muss wohl seit Version 13 nicht mehr ausgeführt werden, der SQL-Server liest den Datenpfad direkt aus der config.php von Nextcloud aus. Um das ganze etwas anschaulicher zu machen hier die erforderlichen Schritte in meiner Umgebung (meine zweite Festplatte ist unter dem Namen „Data“ im Dateisystem eingebunden):

sudo -u www-data php /var/www/nextcloud/occ maintenance:mode --on
mkdir -p /data/nextcloud/data
cp -a /var/www/nextcloud/data/ /data/nextcloud/data
chown -R www-data:www-data /data/nextcloud/data
nano /path/to/nextcloud/config/config.php
'datadirectory' => '/data/nextcloud/data',(so der geänderte Eintrag)
sudo -u www-data php /var/www/nextcloud/occ maintenance:mode --on

Die genze Sache hat ohne Probleme funktioniert und nachdem ich das alte Datenverzeichnis unter /var/www/nextcloud gelöscht habe, sind auf meinem System wieder mehr als 10 GB frei …

Nextcloud 15 – Updateritis

Bereits am Montag wurde Nextcloud 15 frei gegeben. Meine Ungeduld und meine Vorfreude ließen mich nicht auf die Freigabe per Updater warten (bei Nextcloud hieß es, dass könnte mehrere Tage bis Wochen dauern), sondern ich entschloss mich zu einem manuellen Update. Das lief soweit auch ganz gut, folgte ich doch brav der Anleitung

Mit kleineren Querelen lief der Prozess durch und der Zugriff auf meinen Server zeigte das gewohnte Bild. Der erste Weg nach einem Update führt natürlich zur Übersicht der Einstellungen und die hier gebotene Übersicht war ein wenig erschreckend (zum Vergrößern anklicken) …

Die ersten beiden Meldungen sind ja bereits seit längerem vorhanden, aber nachdem ich die entsprechenden Einträge in der .htaccess mit den empfohlenen überschrieb, verschwanden diese Fehlermeldungen. Woran es nun lag kann ich nicht einmal sagen – es funktionierte einfach. 

Die folgenden Probleme mit fehlenden Indizes, imagick und Konvertierungen waren recht einfach mit den vorgeschlagenen occ-Befehlen bzw. der Installation des PHP-Paketes behoben. Am Ende blieb lediglich der Hinweis auf die veraltete PHP-Version.

Und mich packte der Ehrgeiz. Um gleich Nägel mit Köpfen zu machen, entschied ich mich zur Installation von Debian 10. Das gibt es allerdings erst in der unstable Version, sollte aber eigentlich kein Problem sein. Ja sollte …

Die Folge war eine ausbrechende Updateritis. Die Installation von Debian 10 war noch das geringste Problem, die komplette Neukonfiguration des Apache und von Nextcloud waren deutlich aufwändiger. Wahrscheinlich war es aber ohnehin einmal nötig sich intensiver mit den Konfigurationsdateien zu beschäftigen. Nunmehr verfügt mein Server über ein selbstsigniertes Zertifikat, für Port 80 und 443 existieren Konfigurationsdateien und die virtuellen Hosts sind sauber eingebunden, PHP ist auf Version 7.3 und die Systempartition meines Servers ist von allerlei Überflüssigem befreit ….

Der Erfolg war mühsam erkämpft, aber die Grundeinstellungen melden mir nunmehr

Trotzdem hat mir meine Ungeduld wieder einige Stunden an zusätzlicher Arbeit eingebracht.

Die Changelog ist dieses Mal beeindruckend lang und die wichtigsten Änderungen werden in einem ausführlichen Blogbeitrag erläutert.

WordPress 5 ist da

Nach mehreren Verschiebungen wurde am Donnerstag, als Präsent zum Nikolaus sozusagen, WordPress 5 veröffentlicht. Hier auf meinem Blog ist das automatische Update aktiviert, soll heißen die notwendigen Updates werden ohne mein aktives Eingreifen vollzogen, aber dieses Mal verhinderte WordPress diese Automatik. Grund dafür scheint der neue Editor zu sein, Gutenberg löst den altbekannten TinyMCE ab. Nun sind Neuerungen ja immer etwas schwierig unter das Volk zu bringen, deshalb aber eine solche Diskussion vom Zaun zu brechen wie in der Community geführt wurde, halte ich für überzogen. Nun, WordPress hat auf die Kritik reagiert und das „Downgrade“ zum alten Editor per Plugin integriert.

Ihr findet den „klassischen Editor“ unter Plugins und könnt ihn dort installieren und aktivieren, mehr ist nicht nötig um zum alten Look-and-Feel zurückzukehren. WordPress verspricht Support bis 2021.

Das ist nunmehr mein 2. Beitrag den ich mit dem neuen „blockbasierten“ Editor erstelle und für mich ist der Widerstand gegen das Konzept nicht nachvollziehbar. Es mag sein, dass es für professionelle oder mit individuellen Plugins versehene Umgebungen schwierig ist umzustellen, für den normalen Gebrauch sollte es – nach kurzer Gewöhnung versteht sich – kein Problem darstellen.

Weniger schön – oder gut – finde ich das neue Standardthema 2019. Man versucht wohl immer wieder die eierlegende Wollmichsau zu kreieren und das geht mMn auch immer wieder schief. Ich werde vorläufig beim verwendeten Theme bleiben (Standard 2017) auch wenn ich nicht alle meine „Design“-Vorstellungen damit umsetzen kann. Allerdings gehören umfangreiche Änderungen auch nicht zu meinen Prioritäten.

Umfangreichere Informationen findet ihr auf der Webseite von WordPress.

WordPress 5 „Bebo“ trägt seinen Namen zu Ehren des kubanischen Jazz-Pianisten Bebo Valdez.