Groupwise 2012 crashed

LogoBlogNun so ganz stimmt die Überschrift nicht, denn es war lediglich eine Komponente des Groupwise-Systems die plötzlich den Geist aufgab. Der Groupwise Internet Agent (Gwia) wechselte gestern Nachmittag scheinbar grundlos seinen Status von running zu dead. Das eine der Komponenten gleich in den Hades marschierte, habe ich in den vergangenen 10 Jahren in denen ich Groupwise-Systeme administriere noch nicht erlebt. Da ja E-Mail einen ganz beträchtlichen Teil des heutigen Kommunikationsspektrums abdeckt, eine nicht unbeträchtliche Einschränkung der Arbeit hier in der Firma …

Dementsprechend waren die Reaktionen, sowohl meine als auch die meiner Kollegen …

Ein einfacher Neustart des Servers bzw. der Groupwise-Komponenten brachten keine Änderung. Ich widmete eine beträchtliche Zeit dem Studium der verfügbaren Log-Dateien, ohne allerdings konkrete Hinweise zu erhalten. Die folgende Recherche im Internet brachte einige Lösungsansätze und so gelang es mir tatsächlich den Gwia wieder Leben einzuhauchen. Allerdings „sprach“ mein Agent nicht mit seinem Partner dem Message Transfer Agenten (MTA). Jede Änderung am MTA führte stattdessen dazu, dass der Internet Agent wieder „starb“.

Eine umfangreiche Aktion (Umbenennung der Queue-Verzeichnisse beim GWIA und MTA) führten nicht zum erwarteten Ergebnis. Nunmehr lief der GWIA zwar stabil, aber die Kommunikation mit dem MTA funktionierte immer noch nicht. Nun blieb tatsächlich nur noch die Prüfung der einzelnen Verzeichnisse. Immerhin konnte ich feststellen, dass GWIA brav alle Mails einsammelte die an uns gerichtet waren, aber eben nicht weiterleitete …

Die weitere Suche brachte die Ursache für den „Tod“ meines Systems zu Tage: das Arbeitsverzeichnis des GWIA war durch ca. 100 Kopien ein und derselben Mail „verstopft“. Das Bereinigen dieses Verzeichnis brachten durchschlagenden Erfolg: innerhalb von 1 Minute wurden meinen Kollegen und mir insgesamt 245 Mails zugestellt – eben all das, was in den vergangenen Stunden unserem Server zugestellt worden war …

Im Moment versuche ich herauszufinden, ob hinter der ganzen Sache eine DoS-Attacke steckt oder alles nur ein „Unfall“ war. Ich neige noch immer zur ersten These.

Auf jeden Fall war es – wie einige MS-Jünger prompt behaupteten – kein Fehler im Groupwise-System. Angesichts der Tatsache, dass der Mailserver seit nunmehr 3 Jahren in der derzeitigen Umgebung klaglos und unauffällig seinen Dienst verrichtet, kein Grund über einen Wechsel nachzudenken …

Ich bitte meine Leser das Fachkauderwelsch zu entschuldigen 😉 , aber nach einer angespannten Nacht musste ich meiner Erleichterung Ausdruck verleihen …

Office 365 lokal installieren

Ich bin kein Freund der Programme der großen Firma aus Redmond. Allerdings ist nun im Hause beschlossen worden, dass wir nach einem Versuch mit LibreOffice zu Microsofts Office zurückkehren. Aus Kostengründen entschied man sich für Office365, d.h. die Onlineversion der Programmsuite. Tatsächlich bietet die Onlineversion einige Vorteile gegenüber dem „klassischen“ Office:

  • die Lizenzen werden dem User erteilt, d.h. im konkreten Fall, dass der entsprechende Nutzer das Programm auf 5 verschiedenen Geräten installieren darf. So sind Installationen auf dem PC, Notebook, Smartphone usw. möglich.
  • Im Abo sind alle Updates usw. enthalten. So wird auch das gegen Ende des Jahres erwartete Upgrade auf die nächste Version ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung gestellt
  • die Anschaffungskosten liegen deutlich unter dem Preis (jedenfalls für Firmen) einer Beschaffung der neuesten Office-Version. In unserem Fall wird es ca. 6 Jahre dauern, um die entsprechenden Kosten zu erreichen

Voraussetzung für diesen Schritt war allerdings, dass auch Office365 lokal auf den Arbeitsstationen zu installieren ist. Grundsätzlich funktioniert das auch, allerdings ist es dazu erforderlich, dass der entsprechende Nutzer ein Konto bei Microsoft anlegt um dann per „OneClick“-Installation eine webbasierte Installation durchzuführen. In der Firma bei 54 Installationen nicht machbar, zumal einige der Rechner sich auf unseren Bohranlagen befinden, an das Internet per Mobilfunk gebunden. Bei dieser Installationsart gibt es auch keine Möglichkeit, die zu installierenden Anwendungen auszuwählen, d.h. es werden einfach alle im Paket enthaltenen Anwendungen installiert. Ebenfalls eine vollständig überflüssiges „Feature“. Wir setzen z.B. nicht Outlook als Mailclient ein sondern Groupwise, daran wird sich auch nichts ändern …

Die Lösung findet sich dann im Technet von Microsoft: mit Hilfe des Office 365 Deployment Tools lassen sich Installationsdateien herunter laden und eine angepasste Installation durchführen. Man muss sich ein wenig mit der zu verwendenden configuration.xml beschäftigen, aber am Ende ist das kein allzu großes Problem …

Novell Groupwise Mobility Service 2.0

Ich habe bereits einige Male hier im Blog auf Novells Data Synchronizer hingewiesen, mit dem wir in der Firma die Synchronisation von Groupwise mit mobilen Geräten realisieren. Etwa 1 Jahr im Einsatz, hat sich dieses Programm zur Mail-, Kalender- und Kontaktdatensynchronisation in der Praxis bewährt. Seit Anfang Dezember gibt es nun eine neue Version und im Zuge der erfolgte „Runderneuerung“ wurde gleich ein neuer Name gewählt: Groupwise Mobility Service 2.0 heisst das feine Stück Software nunmehr.

Neben einer runderneuerten Adminsitrationsoberfläche, die eine wesentlich höhere Informationsdichte als die ihres Vorgängers hat, werden von Novell folgende Eigenschaften genannt:
  • Verbesserungen im Bereich Performance und Stabilität
  • Support von mehr als 1.000 Geräten pro Server
  • Unterstützung von ActiveSync 12.1
  • Mobility Service Monitoring Dashboard (Adminoberfläche) zeigt Informationen zum gesamten System, einzelnen Benutzern und Geräten und den Agenten in Echtzeit
  • Synchronisation von Tasks
  • neue Optionen zur Adressbuchverwaltung
  • Support für die neue Groupwiseversion 2014 (angekündigt für den 26.02.2014)
  • Support für die neuesten mobilen Betriebssysteme wie iOS7, Android 4.4, Windows 8 und Blackberry 10
So sieht die neue "Schaltzentrale" aus
So sieht die neue „Schaltzentrale“ aus
 
Das Update gestaltete sich recht problemlos. Die traditionell sehr gute aber leider auch traditionell etwas unübersichtliche Dokumentation von Novell habe ich – wie bereits bei Groupwise 2012 – ergänzt durch „The Caledonia Guide to Groupwise Mobility Service 2.0“ von Danita Zanre. Damit lief alles und innerhalb einer Stunde war mein System auf dem neuesten Stand. Das beste an der ganzen Sache: an den Endgeräten war absolut nichts zu ändern …