Grundlagen – Benutzer in Linux umbenennen

Bezug nehmend auf den vorherigen Beitrag (und weil eine entsprechende Anfrage gestellt wurde) eine kleine Anleitung zur Umbenennung eines Benutzers in Linux. Nach meinen Geschmack wieder mal ein Fall für die Konsole, aber es gibt sicherlich andere Wege um das Ziel zu erreichen …

Voraussetzung für die gesamte Prozedur: neben dem umzubenennenden Nutzer muss ein zweiter, ebenfalls mit administrativen Rechten versehener Account vorhanden sein.

Anmeldung mit dem 2. Account (nennen wir ihn admin)

Sperre des umzubenennenden Accounts

sudo usermod -L freak

Umbenennen des Accounts

sudo usermod -l nfreak freak

Das Homeverzeichnis soll natürlich auch unter dem neuen Namen auffindbar sein (deshalb habe ich den ganzen Zinnober ja überhaupt erst veranstaltet!).

sudo usermod -d /home/nfreak nfreak
sudo mv /home/freak /home/nfreak

Zum Abschluss des Account wieder freigeben.

usermod -U nfreak

Im wesentlichen war es das. Einige kleine Anpassungen sind nach dieser Prozedur noch zu erledigen, abhängig von der Konfiguration des vorhandenen Systems. Bei mir selbst musste die VPN-Verbindung nach Hause und der Nextcloud-Client neu konfiguriert werden. Das allerdings war nur ein geringer Aufwand …

PuTTy – Timeout verhindern

Ich setze PuTTy sehr häufig ein, sowohl im Job als auch privat, erspart mir dieses Tool doch einige Tipperei an der Console. Ich realisiere in erster Linie den Remotezugriff per SSH auf meine Server und andere Netzwerkkomponenten mit PuTTy. SSH-Verbindungen werden im Allgemeinen bei Inaktivität unterbrochen. Inaktiv sind dieses Verbindungen immer dann, wenn keine Eingabe an der Remotekonsole erfolgt. Bei längeren Sitzungen, z.B. dem im vorigen Artikel beschriebenen Backup mit rsync, kommt es dann zu einem „Timeout“, die Sitzung wird geschlossen und leider wird auch der laufende Prozess, also das Backup, beendet.

PuTTy ist aber in der Lage, unabhängig von den Aktivitäten, ein „keep-alive“-Paket zu versenden, um solche unerwünschten Timeouts zu verhindern. Um diese Option für eine bereits definierte Verbindung zu aktivieren, sind folgende Schritte erforderlich:

  1. PuTTy öffnen und die entsprechende Session auswählen, Konfiguration laden (Klick auf „Load“)
  2. Im Menu links Connection auswählen
  3. Änderung des Wertes Seconds between keepalives von 0 (ausgeschaltet) auf 1800 (entspricht einer halben Stunde)
  4. Enable TCP keepalives (SO_KEEPALIVE option) über die Checkbox aktivieren
  5. im Menu auf Session gehen und Einstellung über Save sichern.

PuTTy sendet nunmehr alle 30 Minuten ein TCP-Paket und gaukelt dem Client eine Aktivität vor. Wenn diese Einstellung für alle Sitzungen gelten soll, die in Zukunft erstellt werden, muss dieser Vorgang für die Default Session durchgeführt werden. Alle bereits definierten Sessions müssen einzeln angepasst werden.

Einstellungen Connection
Einstellungen Connection

Remotezugriff auf Server – puTTY und Xming

puttyFür die Arbeit in einer „1-Mann-IT-Abteilung“ ist es wichtig, dass man in der Lage ist, auch von ausserhalb des eigenen Netzwerkes auf seine Server zugreifen zu können, einfach um die Kontrolle über seine Server zu behalten bzw. im Bedarfsfall regulierend eingreifen zu können. Erspart einem eine Menge Ärger und vor allem Zeit, da man von zu Hause oder unterwegs diverse Probleme lösen kann. Natürlich muss der Zugriff auf das eigene Netzwerk abgesichert sein. Aber auch für die tägliche Arbeit ist der Remotezugriff auf seine Server im Netz eine komfortable Angelegenheit, denn in den seltensten Fällen befinden sich die Maschinen im selben Raum wie das Büro des Admin. Verteilte Standorte – da spielt es keine Rolle, ob sich mehrere hundert Kilometer oder nur wenige hundert Meter zwischen den Standorten liegen – sind ein weiteres mögliches Szenario. Kurzum – die Möglichkeit auf seine verschiedenen Serversysteme mit einer Remotesitzung zugreifen zu können ist ein komfortables Werkzeug für einen Sysadmin.

Die bei uns eingesetzten Novell-Server, sowohl Netware- (nur noch für kurze Zeit im Einsatz) als auch Open Enterprise Server (OES), bieten von Hause aus komfortable Möglichkeiten des Remotezugriffs. Novell setzt bereits seit Jahren auf die webbasierte Verwaltung ihrer Server. Tools wie Remotemanager, iMonitor oder die Verwaltungskonsolen der Groupise-Agenten sind bereits eine große Hilfe für die tägliche Arbeit. Weitere Szenarien wie eine Terminalsession auf dem entsprechenden Server oder der direkte Zugriff auf Programme die auf dem Server installiert sind, werden aber durch diese hervorragenden Tools nicht abgedeckt.

Für solche Anforderungen setze ich das hervorragende Tool puTTY ein. puTTY ist ein Client-seitiges Programm mit dem über verschiedene Protokolle (z.B SSH und Telnet) Verbindungen zu anderen Computern aufgebaut werden können. Interessant für mich ist hier das SSH-Protokoll, da damit sichere Verbindungen zu den Servern aufgebaut werden können. Nach Herstellung der Verbindung können in einem Terminal auf den Servern direkt Befehle ausgeführt werden. Die Ausgabe des GUI ist über einen X-Server des Client-Systems möglich. Putty gibt es für Linux und Windows. Auf einem Linux-Client sind ausser der Installation von Putty keine weiteren Schritte erforderlich. Der XServer des Clients übernimmt beim Start eines grafischen Programms (z.B. nautilus) die grafische Ausgabe und man kann recht komfortabel arbeiten.

Auf einem Windows-Client muss ein XServer installiert werden, damit auf der grafischen Oberfläche des Servers gearbeitet werden kann. Diese Aufgabe übernimmt Xming. Im Netz existieren einige recht gute Tutorials zur Konfiguration und Installation der Programme unter Windows:

  1. Tanmar
  2. Christoph Probst
  3. als PDF vom Pägogischen Bildungsserver
  4. von der TU Dresden (ebenfalls als PDF)

Mit Hilfe dieser Dokumente ist der Einsatz von Putty bzw. Xming kein Problem mehr.

Übrigens gibt es auch für Android „putty-artige“ Programme. Bei mir im Einsatz auf dem Tablet-PC: Connect-Bot. Hiermit ist der Aufbau einer SSH-Verbindung zu den Servern möglich, Zugriff auf die GUI natürlich nicht.