Gundermann – Lieder einer Zeit

Heute vor 20 Jahren starb Gerhard Gundermann, 42 wurde er. Ich entdeckte ihn erst nach dem Ende unseres Heimatlandes. Vieles was er in den 90ern besang sprach – und spricht – mir aus der Seele. In einem seiner letzten Lieder (Nach Norden) fragt Gundermann:

Und ich frag mich, was ich bin, was ich war
in der Suppe das Salz oder das Haar
ich schwimme mittendrin in meinem alten Hemd
gehöre noch dazu und bin schon ziemlich fremd

In Erinnerung an „Gundi“ eines seiner besten Lieder: Hier bin geboren.

 

 

hier bin ich geborn
wo die Kühe mager sind wie das Glück
hier hab ich meine Liebe verlorn
und hier krieg ich sie wieder zurück

hier liegt mein Vater unter Erde
meine Mutter liegt aufm Balkon
hier frisst mir eine Kinderherde
die letzten Haare vom Ballon
hier sind wir alle Brüder und Schwestern
hier sind die Nullen ganz unter sich
hier isses heute nicht besser als gestern
und ein Morgen gibt es hier nicht

hier hab ich meine letzten Freunde beleidigt
harte herzen zu butter getanzt
hier hab ich junge Pioniere vereidigt
und Weihnachtsbäume gepflanzt
hier habe ich meine Leichen im Keller
wir spielen ‚Mensch ärger dich nicht‘
hier krieg ich immer nur einen halbvollen Teller
an einem runden Tisch

hier gab es billigen Fusel auf Marken
und genauso sehn wir heute auch aus
hier lässt man Fremde nicht gerne parken
es sei denn, sie geben einen aus
hier drehe ich meine Kreise
wie ein fest verankertes Schiff
hier führt mich meine Reise
nicht weit aber tief

hier bin ich geborn
so wie ins Wasser fiel der Stein
hier hat mich mein Gott verloren
und hier holt er mich wieder ein

Unantastbar – Im Gleichschritt in den Abgrund

Auch auf dem neuen Album „Leben Lieben Leiden“ bringen die Jungs von Unantastbar ihre politischen Ansichten zum Ausdruck. „Im Gleichschritt in den Abgrund“ ist der wohl politischste Song, den ich von den Jungs gehört habe. Ganz besonders interessant, dass sich Unantastbar wohl in erster Linie als Deutsche verstehen und erst danach als Südtiroler und Italiener …

 

Das Urteil ist längst gefallen
Die Messer für den Angriff gewetzt
Aus Schall und Rauch werden greifbare Zweifel
Gegenargumente in der Luft zerfetzt
Es riecht nach Neid, nach Missgunst im Land
Von extremen Politchaoten
Selbsternannte geistige Elite
Sind nicht mehr als ein Haufen Idioten

Lasst sie im Gleichschritt marschieren
Alle Zweifel ignorieren

Eigene Meinungen verlieren
Oh Land der Dichter und der Denker
Stereotypen als Lenker
Deine Richter Deine Henker

Mit dem Strom auf dem Schiff der Erleuchtung
Wie eine Herde blinder Schafe getrieben
Mit einem Lachen warten sie auf der Schlachtbank
Soviel Dummheit kann man nicht besiegen
Doch der Tag der Wahrheit wird kommen
Euer Haus aus Lügen brennen
Wir helfen euch mit Öl beim Löschen
Dann hilft kein Flehen
Dann hilft nur Rennen Rennen Rennen
Wir helfen euch beim Löschen
Dann hilft nur Rennen Rennen Rennen Rennen

 

Haudegen – Himmel im Herz

Lange habe ich sie nicht mehr erwähnt, die Jungs von Haudegen. Auch ihr aktuelles Album „Blut, Schweiß und Tränen“ enthält wieder starke Titel, voller Kraft, ehrlich, manchmal hilflos …

Heute also ein Song, der eine Situation beschreibt die mir nur zu bekannt ist. Vielleicht nicht einmal bekannt, nur die dokumentierte Hilflosigkeit ist ein Gefühl, dass ich durchaus nachvollziehen kann …

 

 

Und natürlich der Text:

Viel zu oft zu wenig Zeit, viel zu zeitig ist es oft was heißt eigentlich tut mir leid?  
Wenn der Vater nur mit Raben speisst 
Was ist zu viel und genügt 

Und was ist schon ein Lied? 

Ich trage den Himmel im Herz
Für die Hölle im Kopf
Ich sage das nur weil ich hoff
Das meine Kinder mir vielleicht verzeihn
Denn stehe ich einmal vor Gott
Vielleicht morgen schon
Ich schwöre auf die Liebe zu meiner Tochter und meinem Sohn

Viel zu selten ist so relativ 
Denn lieber intensiv und echt 
Lieber einmal um die Häuser ziehn
Als immer nur um 8 ins Bett 
Ich mach mir bestimmt keine Freunde
mit diesem Lied was wirklich von Herzen kommt.


Doch Ich trage den Himmel im Herz
Für die Hölle im Kopf
Ich sage das nur weil ich hoff
Das meine Kinder mir vielleicht verzeihn
Denn stehe ich einmal vor Gott
Vielleicht morgen schon 
Ich schwöre auf die Liebe zu meiner Tochter und meinem Sohn

Ich schwöre auf die liebe 
Ich schwöre auf die liebe

Viel zu oft zu wenig Zeit 
Viel zu zeitig ist es oft.