Sebastian Haffner – Die deutsche Revolution 1918/19

Das Buch des Publizisten Haffner zur Novemberrevolution wurde mehrfach umbenannt, so trug es auch den Titel „Der Verrat“ bzw. „Die verratene Revolution“. Die mehrfache Umbenennung durch diverse Verlage deutet auf ein Ziel hin: auch 100 Jahre nach der Novemberrevolution wird versucht, die Schuld der Führer der deutschen Sozialdemokratie am Scheitern dieser Revolution zu verschleiern.

Im Vorwort schreibt Haffner: „Die deutsche Revolution von 1918 war eine sozialdemokratische Revolution, die von den sozialdemokratischen Führern niedergeschlagen wurde: ein Vorgang, der in der Weltgeschichte kaum seinesgleichen hat.“

Haffner weist im Buch nach, wie durch die Zusammenarbeit der sozialdemokratischen Führer mit den alten Eliten aus Staat, Militär und Wirtschaft die Revolution niedergeschlagen und ihrer sozialen und politischen Inhalte beraubt wurde. Gedankt wurde es den Ebert und Genossen von ihren neuen, alten Verbündeten nicht: die Legende des „im Felde unbesiegten“ Heeres, dem die Novemberrevolution den „Dolchstoß“ in den Rücken versetzte wurde geboren und offensiv auch und gerade gegen die Sozialdemokratie eingesetzt.

Ein Zitat aus dem Buch zum Schluß:

Der Kollektivheld dieser Revolution, die deutsche Arbeiterschaft, hat sich von dem Nackenschlag, der ihr damals versetzt wurde, nie erholt … Von dem großen Verrat datiert das große Schisma des Sozialismus und der unauslöschliche Hass zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten …