Ludwig Graf von Wylich und Lottum

Weiter in der Reihe über die Chefs des in Salzwedel stationierten Kürassier-Regimentes:

Nach dem Tod des Generalmajors von der Albe erhielt der damalige Oberst Graf von Wylich und Lottum die vakante Stelle als Chef des Regiments. Mit dem Grafen sind zwei für uns relevante Ereignisse verknüpft:

  1. Die Umwandlung des bisherigen Dragonerregiments zu einem „Regiment zu Pferde“. Praktisch wurden unsere Reiter von „berittenen Infanteristen“ zur echten Kavallerie. Mehr noch: sie gehörten ab 1717 zur Elite der preussischen Armee, zu den Kürassieren, der schweren Schlachtenkavallerie.
  2. 1727 tauschte unser Regiment seine Garnisonen mit dem „Leibregiment zu Pferde“ (später KR-3). Ab jenem Jahr hatte unser Regiment seinen Standort in der Altmark, während das Leibregiment im Raum Halberstadt (später Rathenow) stationiert wurde.
    Das „Leibregiment zu Pferde“ lag seit 1717 in der Altmark, allerdings (nach bisherigen Kenntnissen) stand der Stab in Tangermünde. Warum der Tausch durchgeführt und der Hauptstandort des KR-7 nunmehr Salzwedel wurde, entzieht sich bisher meiner Kenntnis.

Es scheint auf jeden Fall notwendig, sich auch mit der Geschichte des Leibregiments zu beschäftigen, wenigstens mit den Jahren 1717 bis 1727 in denen jenes Regiment in der Altmark lag.

Nun aber zur Person des Ludwig Graf von Wylich und Lottum:

  • geboren 1683 zu Cleve
  • Vater Generalfeldmarschall Karl Phillipp Graf von Lottum
  • 1699 in hess.-kass. Dienste
  • zeichnete sich im spanischen Erbfolgekrieg aus
  • 10.07.1708 in preussische Dienste, trat als Obristlieutenant ins Dragonerregiment von der Albe ein
  • 17.06.1714 Oberst und Kommandeur der Regiments
  • 1715 Feldzug gegen Schweden
  • 11.01.1717 Chef des Regiments
  • 04.08.1721 Generalmajor
  • gest. 11.07.1729 in Danzig

Neben seinen Titeln „Herr auf“ Lottum, Kaldenburg u.a. Gütern war er „Bannerherr des Herzogtums Geldern und „Ritter des Ordens de la générosité“. Verheiratet war der Graf mit Franzelline Luise von Wylich aus dem Hause Kerpendonck.

Im Priesdorff wird Graf Lottum als „hervorragender Kavallerieoffizier“ beschrieben, der allerdings „unter seiner schlechten Gesundheit“ litt. Auch hier finden wir, wie schon bei von der Albe, Belege der Fürsorglichkeit des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. für zumindest einiger seiner Untertanen.

So schrieb er nachdem sich Lottum einer Operation unterzogen hatte:

„Mein lieber Generalmajor Lottum,
Ich ersehe aus Ihrem Schreiben vom 09. dieses, daß Ihr Euch nach der Operation ziemlich wohl und ohne Fieber befindet. Es freuet Mich solches von Herzen und wünsche Ich bald Eure völlige Besserung zu vernehmen.
Wusterhausen, 17.September 1728″

Wenige Monate später, als der Graf sich wegen seiner angeschlagenen Gesundheit in Danzig aufhielt, wird der König sogar dienstlich:

„Ich befehle Euch, daß Ihr bey Leib und Leben Euch nicht in Danzig bey den Quacksalberischen Operateurs in die Cur begeben sollet, sondern Ihr sollet alles was in der Welt möglich ist thun, um nur je eher je lieber her zu kommen, weil Ihr hier selbst mit Gottes Hülfe couriert werden könntet.
Potsdam, 01.April 1729″

Da Ludwig Graf von Wylich und Lottum 3 Monate später in Danzig 46jährig verstarb, hat er diesen Befehl wohl nicht befolgt, oder nicht befolgen können …

Quelle: Kurt v. Priesdorff, "Soldatisches Führertum, BandI, S.137f, 210
Das Bild befand sich im Stadtschloss Potsdam. Quelle siehe oben

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