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Fakten zu Griechenland

Während in den deutschen Medien über die faulen und reformunwilligen Griechen fabuliert wird, die einfach nicht bereit seien den Gürtel enger zu schnallen, sieht die Realität deutlich anders aus. Die Auswirkungen der „Einsparungen“ auf die Lage der Bevölkerung sind katastrophal. So führt Robert C. Koehler u.a. auf:

Die Sparpakete, die Griechenland als seinen Zustand der wirtschaftlichen Sanierung im vergangenen halben Jahrzehnt über sich ergehen lassen musste – diktiert von denen, die die finanzielle Macht ausübten und entschlossen waren, enorme Profite aus dem Leiden der wirtschaftlichen Verlierer Europas herauszuschlagen – haben nicht nur die gebrochene Wirtschaft des Landes noch weiter verschlechtert und jegliche Art von Erholung in Richtung Selbsterhaltung verhindert, sondern haben die sozioökonomische Struktur des Lebens eines großen Teils der griechischen Bevölkerung zerschlagen.

Einige ganz konkrete Folgen der bisherigen „Rettungspolitik“ werden im Artikel (via antikrieg.com) ebenfalls genannt:

Unter Kollateralschaden der Sparpakete in Griechenland fallen:

  • Eine Arbeitslosenquote von über 25% und eine nahezu doppelt so hohe bei jungen Menschen. „Mittlerweile läuft unsere Zukunft davon. Eine Viertelmillion Universitätsabsolventen haben unser Land verlassen. Ihnen bleibt keine Wahl: die Arbeitslosigkeit für diejenigen unter 25 hat 48,6% erreicht,“ schreiben Michael Nevradakis und Greg Palast in OpEd News.
  • Nach mehrfachen Kürzungen der Pensionen leben laut Nevradakis und Palast „zwei Drittel der Pensionisten unter der Armutsgrenze.“
  • Verheerende Kürzungen im Gesundheitswesen, die nahezu eine Million Menschen ohne Versorgung lassen, so die Zeitung Independent im Vereinigten Königreich. Der Artikel zitierte Dr. David Stuckler von der Universität Oxford, den führenden Verfasser eines Berichts über die Krise in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet: „Die Kosten der Sparprogramme werden hauptsächlich von einfachen griechischen Bürgern getragen, die von den größten Kürzungen auf dem Gesundheitssektor betroffen worden sind, die man in modernen Zeiten in Europa gesehen hat.“ Die Konsequenzen waren besonders verheerend für die Verletzlichsten, die Kindersterblichkeit stieg zwischen 2008 und 2010 um 43% und die Zahl der Totgeburten um 21%, so der Artikel.
  • „Und, zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg ist weit verbreiteter Hunger zurückgekehrt,“ schreiben Nevradakis und Palast. „Es heißt, dass 500.000 Kinder in Griechenland unterernährt sind. Schüler, die ohnmächtig vor Hunger werden in kalten Schulen, die sich kein Heizöl leisten können, sind jetzt ein verbreitetes Phänomen.“

Das gerade Deutschland die treibende Kraft innerhalb der sogenannten Europäischen Union ist, die mit völlig überzogenen Forderungen und einem geradezu fanatischem Festhalten an der offensichtlich gescheiterten „Sparpolitik“ (nicht nur) Griechenland immer weiter in den Schuldensumpf treibt, ist das Tüpfelchen auf dem i.

Update:

Interessant dazu auch 2 Interviews mit Varoufakis.

Interview mit dem gewesenen Finanzminister Griechenlands durch die englische Zeitung „The Guardian“ am 10.07.2015 (in deutsch beim Vineyardsaker)

Varoufakis heute, vor dem Deal (ebenfalls beim Vineyardsaker zu finden)

 

 

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