Paul Craig Roberts zur us-amerikanischen Politik

Jeden Tag werden in unseren Medien die USA als positiv dargestellt, in allen Massenmedien sind die Cowboys die guten Jungs. Sie retten die Welt vor Terror und Gewalt, verteidigen die Freiheit und helfen den Schwachen und Unterdrückten überall auf der Welt. Jedenfalls will man uns das Glauben machen. Gleichzeitig wird uns suggeriert ein Bündnis mit den „Beschützern der Armen und Waisen“ sei „alternativlos“.

Dieser Tenor ist durch nichts zu erschüttern. Weder durch den Tod von Millionen Menschen weltweit die während der „humanitären Einsätze“ der US-Armee und ihrer Verbündeter in den letzten Jahrzehnten ums Leben kamen, noch durch die Enthüllungen eines Edward Snowden. Nicht einmal der jüngst veröffentlichte „Folterreport“ lässt die offizielle Politik und noch weniger die Medien in unserem Land an der Lauterkeit und den hehren Absichten der US-Politik zweifeln …

Aber zur „alternativlosen Politik“ der vergangenen Jahre finden sich durchaus auch kritische Stimmen in den USA selbst. Einer dieser Mahner ist der Ökonom Paul Craig Roberts, der eine durchaus beachtliche Karriere in verschiedenen Regierungsämtern hinter sich hat und heute vorrangig als Publizist tätig ist. In zwei kurzen Vorträgen anlässlich des 70. Jahrestages der Konferenz von Jalta (einer Veranstaltung der Russischen Akademie der Wissenschaften am 25. und 26. Februar in Moskau) analysiert er die us-amerikanische Aussenpolitik und die sie begleitenden innenpolitischen Deformierungen in „Gods own Country“.

U.a. führte er aus:

Der Kollaps der Sowjet Union beseitigte die einzige Beschränkung der Macht Washingtons, nach außen einseitig zu agieren. Damals schätzte man, dass der Aufstieg Chinas ein halbes Jahrhundert dauern würde. Die Vereinigten Staaten fanden sich plötzlich als Die-Einzige-Macht, als „einzige Supermacht der Welt“. Die Neokonservativen erklärten „Das Ende der Geschichte“. Als „Ende der Geschichte“ verstehen die Neokonservativen, dass der Wettstreit unter sozio-ökonomisch-politischen Systemen zu Ende ist. Die Geschichte hat den „Amerikanischen Demokratischen Kapitalismus“ erwählt. Die Verantwortung Washingtons – von der Geschichte an Washington übertragen – ist es, die Hegemonie über die Welt auszuüben und die Welt in Einklang zu bringen mit der von der Geschichte getroffenen Wahl des amerikanisch demokratischen Kapitalismus.

Mit anderen Worten: Marx wurde widerlegt. Die Zukunft gehört nicht dem Proletariat, sondern Washington.

Die neokonservative Ideologie erhebt die Vereinigten Staaten auf den einzigartigen Status, das „außergewöhnliche Land“ zu sein. Und die Amerikaner erwerben den Status des „unverzichtbaren Volkes“.

Wenn ein Land das „außergewöhnliche Land“ ist, dann heißt dies, dass alle anderen Länder gewöhnlich sind. Wenn ein Volk „unverzichtbar“ ist, dann heißt dies, dass alle anderen Völker verzichtbar sind. Wir habe diese Attitüde in Washingtons Aggressionskriegen im Mittleren Osten in den letzten 14 Jahren gesehen. Die Hinterlassenschaft dieser Kriege sind zerstörte Länder, Millionen von Menschen tot, verwundet und entwurzelt. Dennoch fährt Washington fort, von seiner Verpflichtung zu reden, kleinere Länder vor der Aggression größerer Länder zu schützen. Die Erklärung für diese Heuchelei liegt darin , dass Washington Washingtons Aggression nicht als Aggression betrachtet, sondern als das Ziel der Geschichte.

Roberts ist durchaus als konservativ zu sehen, seine politische Haltung weitab von linken oder sozialistischen Positionen. Der gesamte Vortrag finde ihr bei antikrieg.com unter dem Titel „Die Bedrohung der Internationalen Beziehungen durch die neokonservative Ideologie der amerikanischen Hegemonie“.

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