Kürassiere in Salzwedel – Teil V

Abseits meines Vorhabens eine Dokumentation zur Geschichte der „Salzwedeler Kürassiere“ zu erstellen, möchte ich diese kleine Artikelreihe fortführen. Einer der Gründe hierfür ist, dass ich beim „Quellenstudium“ immer wieder auf interessante Details stosse, die ich für mitteilenswert halte. Im Teil III dieser kleinen Serie bin ich bereits einmal auf das „Numerierungsproblem“ eingegangen und kam zum Schluss, dass die Nummern der Regimenter „wenn überhaupt – nach dem Dienstalter der Regimentschefs vorgenommen“ wurden. Diese Aussage muss ich nun revidieren.

 
Deckblatt 1906Immer auf der Suche nach Literatur über die Kürassiere, stiess ich nun auf das Buch „Geschichte der Bekleidung, Bewaffnung und Ausrüstung des Königlich Preussischen Heeres“. Band 2 beschäftigt sich mit den Kürassier- und Dragoner-Regimentern „seit Anfang des 18. Jahrhunderts bis zur Reorganisation der Armee 1808“. Erschienen ist dieses wirklich interessante Nachschlagwerk 1906 in Weimar und zwar „Auf Allerhöchsten Befehl seiner Majestät des Kaisers und Königs“ 🙂 .
 
Hier finden sich auch Erläuterungen zur Benennung der Regimenter bis 1808 und da sie einiges an Licht in das Dunkel meines Problems bringen,  möchte ich wörtlich zitieren:
 

Die Regimenter wurden im brandenburgisch-preußischen Heer bis zur Reorganisation der Armee 1808 nur nach den Namen ihres Chefs benannt, einige Garde- und Leibregimenter ausgenommen. In den gedruckten Stammlisten von 1756 bis 1806 ist zwar jedes Regiment unter einer Nummer aufgeführt, für die das Stiftungsjahr maßgebend war. Für die Bezeichnung der Regimenter wurden diese Nummern nie verwandt, selbst dann nicht, als im Jahre 1787 die Reihenfolge der Regimenter, wie sie in den Stammlisten 1784 – 1806 vorkommt, anerkannt wurde.

Diese sogenannten Stamm-Nummern haben sich erst allmählich festgesetzt, indem einige Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, die sich mit der Geschichte der Armee beschäftigten, die Nummern der größern Deutlichkeit halber einführten; denn die Namen der Regimenter wiederholten sich zu verschiedenen Zeiten und gaben daher zu Verwechslungen Anlaß. Bei einigen Schriftstellern, und namentlich in der Stammliste von 1756, sind viele Regimenter unter einer andern Nummer, als der später üblichen, verzeichnet, was daher rührt, daß man über das Stiftungsjahr verschiedener Ansicht war und überhaupt wenig zuverlässige Nachrichten hatte.

Die Regimenter rangierten unter sich auch nicht nach Nummern, sondern nach dem Dienstalter (der „Anciennetät“) ihrer Chefs, nur einige Regimenter waren hiervon ausgenommen, unter den Kürassieren z.B. die Garde du Corps, die Gendarmes, das Leibregiment zu Pferde und die Leibkarabiniers.

Obgleich die Reiter-Regimenter seit 1715 Kürasse trugen, werden sie unter Friedrich Wilhelm I. noch nicht allgemein „Kürassier-Regimenter“ genannt, sondern nach altem Brauch „Regimenter zu Pferde“. Die Bezeichnung „Kürassier“ wurde erst unter Friedrich dem Großen üblich und auch nach dem Tode des Königs beibehalten, obgleich die „Kürassiere“ in dem Zeitraume von 1790 bis 1814/15 keine Kürasse mehr trugen.

Soweit im schönsten Deutsch des Kaiserreichs die Erläuterungen. So wird doch Einiges klarer. Neben diesem enthält das Buch noch einige weitere interessante Informationen auf die ich zu einem späteren Zeitpunkt eingehen werde.

 

 

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