Gauck als Militarist

Ach Herr Gauck, was ist geblieben von den langwierigen Studien der Theologie? Was von der Bewegung „Schwerter zu Pflugscharen“? Ach stimmt, da waren sie ja gar nicht aktiv … 

Sie sprangen auf den oppositionellen Zug in der DDR erst auf, als es ungefährlich geworden war, ja als es darum ging, sich Pfründe zu sichern. An den vollen Fleischtöpfen des vereinigten Deutschland angekommen, schwafeln sie von Freiheit und Eigenverantwortung, sind Bannerträger der sozialen Kälte die dieses Deutschland so prägt.
 
Eine treffende Charakterisierung ihrer Person fand Hans-Jochen Tschiche in einem Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ 2012:

Gauck schwärmt von der Freiheit, die ihm alle Wege öffnet. Wer nach der sozialen Absicherung fragt, will nach seiner Ansicht zurück zu den dürftigen Fleischtöpfen der DDR, wo andere ihm den Fraß vorwarfen. Kapitalismuskritik hält er für absurd.

Wir brauchen als erste Frau oder als ersten Mann im Staate aber einen Menschen, der vordenkt, der die Wirklichkeit wahrnimmt, die Bedrohungen benennt und nach Alternativen fragt. Das Motto „Ich bin da angekommen, wo ich schon immer sein wollte, und es soll grundsätzlich alles so bleiben“ ist zu wenig für das Amt des Bundespräsidenten. Ein Mann, von keinem Selbstzweifel geplagt, von einer Aura kindlicher Eitelkeit umgeben, der in der Öffentlichkeit mit einer herablassenden Jovialität seine Worte auf seine Zuhörer herabfließen lässt, bietet zwar ein interessantes Schauspiel, aber erfüllt nicht die Erwartungen an einen Präsidenten.

Trotzdem ist es erschreckend, wenn man sich  ihre Rede vor der „Münchener Sicherheitskonferenz“ zu Gemüte führt. Ein befreundeter Blogger zog daraus die kurze aber prägnante Quintessenz: Krieg, Krieg, Krieg! 
 
Ein Bundespräsident, der sich zur Lobbyarbeit für die Rüstungsindustrie herablässt, der die Erhöhung der Rüstungsetats fordert und ein stärkeres Engagement Deutschlands in der Aussenpolitik – soll heissen eine stärkere Beteiligung an miltärischen Konflikten  – fordert, ist in meinen Augen untragbar. 
 
Einiges an Argumenten findet ihr auch wieder bei den „Nachdenkseiten“ …  

 

 

2 Antworten auf „Gauck als Militarist“

  1. Lieber Karsten,

    ich bin froh deinen Blog gefunden zu haben.

    Spannende Kombination aus politischem Interesse, Opensource und Geschichten aus dem Leben eines Admins, sowie persönlichem.

    Deine Einschätzung zu diesem Thema muss ich leider Teilen und verfolge diese Entwicklung der BRD schon während meines PolWi-Studiums.

    Leider zeigt sich hier auch die nicht friedliche Entwicklung angestrebten und immer mehr gelebten Außen- Sicherheits- & und vor allem Rohstoffpolitik der BRD.

    Diese zeigt sich nicht nur im Umgang und Status der Soldaten, sondern auch in vielen Reden unserer Politiker – nicht erst seit Gutenberg und dem Rücktritt unseres EX- BuPrä.

    Traurig aber wahr…und das Volk bleibt bei RTL und lässt es geschehen.

    Hoffnung gibt mir nur noch, dass es zumindest einige aufmerksame Menschen gibt.

    LG der b.

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