Wieder mal NSA

Bild von "PCWelt"
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Nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass wohl ein Mitarbeiter des BND für das NSA tätig ist, geht ein Aufschrei durch die deutsche Medienlandschaft. Verrat, Zeter und Mordio wird gebrüllt und unsere Poltiker erheben ein lautes Geschrei. Vom Militärpfarrer bis zur Kanzlerin zeigt man sich entsetzt.

Ich finde dieses Verhalten ziemlich befremdlich, denn wo blieb dieser Aufschrei des Entsetzens als bekannt wurde, dass der gesamte BND als Institution die amerikanischen Geheimdienste großzügig mit Daten versorgt?

Sieht nach einem ganz großen Ablenkungsmanöver aus. Endlich hat man einen Schuldigen gefunden an dem man sich so richtig austoben kann. Es wird keine Rolle spielen, dass der BND-Mann eher ein kleines Licht (das schließe ich mal aus seinem Alter) in der Schlapphutbehörde ist und wunderbar kann man die Riesennummer der engen Zusammenarbeit zwischen deutschen und amerikanischen Geheimdiensten verschleiern.
Der ehemalige NSA-Mann Thomas Drake bezeichnete vor wenigen Tagen  den BND  als „Wurmfortsatz“ der NSA und das nicht vor irgendeinem Provinzblättchen, sondern vor dem Untersuchungsausschuß des Bundestages zur NSA-Affäre. Die massiven Vorwürfe die von Drake und anderen erhoben wurden, finden in den Medien und der Politik allerdings wenig Beachtung.
Bevor man nun über die entsprechenden Äusserungen nachdenkt, bevor eine breite Öffentlichkeit die Tragweite der gemachten Aussagen begreift, zaubert man den ominösen „Doppel-Agenten“ aus dem Hut. Eine Nebelwand soll gelegt werden. Wahrscheinlich werden wir die nächsten Tagen mit weiteren Informationen „gefüttert“, das kleine Licht wird durch die medialen Arenen geführt und wahrscheinlich schnell und hart bestraft werden. Damit wird das Ablenkungsmanöver komplettiert. Die Politik kann voller Stolz darauf verweisen, wie konsequent und schnell sie auf die Spionageaffäre reagiert hat. Währenddessen bleibt der eigentliche Skandal weiter im Halbdunkel, das Ducken vor dem „transatlantischen Partnern“ wird weiter getarnt und schlussendlich wird sich an der flächendeckenden Überwachung auch der Bundesbürger nichts ändern …

 

 

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