Ukraine XVI

 

Bereits im September letzten Jahres war eine Gruppe – damals im Kontext einer drohenden Intervention der NATO in Syrien – die sich selbst „Veteranen des Geheimdienstes“ nennt, mit einem Brief an den Friendensnobelpreisträger Obama in Erscheinung getreten. Damals warnten sie vor einem militärischen Angriff und meinten „Assad war nicht verantwortlich für den Chemiewaffenvorfall“. Ich hatte hier im Blog darüber berichtet 
Auch zu den Ereignissen in der Ukraine meldeten sich die us-amerikanischen Ex-Geheimdientler aus NSA, CIA und FBI nunmehr zu Wort. In einem Memorandum an Obama warnen sie vor einer weiteren Eskalation und kommen nach gründlicher Analyse zu dem Schluß: Russland ist an der entstandenen Situation unschuldig.
In den Staatsmedien wird so etwas natürlich verschwiegen. Genauso wenig liest man über kritische Äusserungen des ehemaligen us-amerikanischen Aussenministers Henry Kissinger, der in seinem Leben eine bemerkenswerte Wandlung vom Falken zur Taube vollzogen hat, oder gar über Robert Gates (ehemaliger CIA-Chef und zwischen 2006 und 2011 „Kriegsminister“, wie er es selbst nennt). Dieses Verschweigen aber hat Methode: die Menschen sollen auf einen erneuten „Kalten Krieg“ vorbereitet werden und der Feind steht – wieder mal – im Osten. Die Bedrohung durch den „Kommunismus“ ist ja Russland nicht mehr vorzuwerfen, also werden „imperiale Machtansprüche“ gefunden, Putin als Person dämonisiert (man denke nur an die unsägliche Berichterstattung von den Olympischen Spielen in Sotschi) und das gesamte russische Volk gleich mit.
Es gibt aber ein kleines Problem: trotz massiver Propaganda mehren sich kritische Stimmen auch in Deutschland.
Der Publizist William Blum schreibt in seinem „Anti-Empire Report 128“ vom 09.05.2014, dass das amerikanische Volk ebenso wie alle anderen Völker der Welt, nicht mehr so einfach einer „Gehirnwäsche“ unterzogen werden können, wie noch vor 20 Jahren. Einen wichtigen Anteil an dieser Entwicklung hat sicherlich das Internet, denn den Menschen steht nunmehr ein Medium zur Verfügung, dass eine umfassendere Information ermöglicht, als von den jeweiligen Regierungen gewollt. Man denke nur an die Bilder, Videos und Augenzeugenberichte die z.B. vom Massaker in Odessa um die Welt gingen und die staatliche Propaganda mehr als entlarvten. Unter diesen Umständen stellen sich (auch) die staatlichen „Regulierungsversuche“ der Internetnutzung in einem völlig anderem Licht dar …
Ich hatte bereits einmal auf das Buch „Die Prinzipien der Kriegspropaganda“ von Anne Morelli hingewiesen. Schaut euch die von ihr definierten 10 Prinzipien an und ihr werdet Parallelen zur einseitigen Berichterstattung unserer Mainstreammedien finden.
Die o.a. Informationen findet ihr ausführlich in einem Artikel von Hans Springstein auf der Seite des „Freitag“.