ownCloud auf der Synology Diskstation

owncloud.jpegSeit dem Umzug meiner ownCloud-Instanz auf den RaspberryPi ist das ja eigentlich nicht mehr meine Baustelle, ein Kommentar zu den verschiedenen Paketen und der häufige Zugriff auf den Beitrag über die Installation von ownCloud auf die Synology Diskstation animiert mich aber dazu etwas zu schreiben.

Situationsbeschreibung:
 
ownCloud ist kein Bestandteil des Betriebssystems der Diskstation, sondern wird durch „unabhängige“ Paketbetreuer bereit gestellt. In der Vergangenheit war das eine Einzelperson, Eric Gielians der mit sehr viel Enthusiasmus die jeweils aktuelle Version von ownCloud zu einem Synology-Paket „schnürte“ und zur Verfügung stellte. In meinem Artikel vom April beschreibe ich die Einbindung seiner Quelle in das Paket-Zentrum der Diskstation.
Seit Mitte des Jahres hat sich eine Gruppe, die sich „Syno-Community“ nennt des Programms angenommen. Dabei wurde durch diese Gruppe recht rüde vorgegegangen, aber auch darüber schrieb ich schon. Die Syno-Community verwendet natürlich einen anderen Server zur Bereitstellung der Pakete.
Durch einen Leser dieses Blogs darauf aufmerksam gemacht, zeigt sich das Eric’s Enthusiasmus scheinbar nachgelassen hat, er keine Zeit hat oder welche Gründe er auch haben mag – auf jeden Fall ist die letzte Version die er zur Verfügung stellt ownCloud 5.0.11. Die aktuelle Version ownClouds ist aber die 5.0.13. Im Interesse einer hohen Aktualität des ownCloud-Servers kann man nunmehr darüber nachdenken, die Paketquelle zu wechseln.
 
Ich gehe allerdings davon aus, dass ein Wechsel nicht ohne Komplikationen möglich ist (z.T. werden andere Pfade verwendet usw.)! Bevor ihr die neue Paketquelle verwendet, solltet ihr unbedingt eine aktuelle Datensicherung bereit halten, um sie nach Installation der „anderen“ Version einspielen zu können.
 
Am besten solltet ihr Erics Version komplett deinstallieren, die Paketquelle löschen, die Paketquelle der Syno-Community ( http://packages.synocommunity.com) einstellen und danach ownCloud erneut installieren. Eine genaue Beschreibung, wie ihr diese Installation bewerkstelligt, findet ihr bei Bitblokes.de .
 

 

 

6 Antworten auf „ownCloud auf der Synology Diskstation“

  1. Hallo Karsten,

    ich bin jetzt etwas verwirrt.
    Ich habe hier jetzt bereits einige Beiträge von dir gelesen. Ich verwende aktuell noch OC von Eric (5.0.11) auf der DS. Will halt updaten, aber dann lese ich, dass die Repositories von synocommunity nicht so toll sein sollen, weil sie die Verzeichnisse geändert hätten? Andererseits lese ich als Anleitung zu einem aktuellen OC wäre synocommunity zu nehmen. Entweder verstehe ich was falsch, oder das ist dann in der Tat ein Widerspruch. Deine Empfehlung, dass man vor der Installation des syno-Paketes das andere deinstallieren sollte ist aber schon angekommen ;).

    Wie ist jetzt was gemeint? Ich kann die Bedenken bei geänderten Pfaden durchaus verstehen. Würde daher lieber auf eine unveränderte Version setzen.
    Gerne nehme ich auch den direkten Weg über den offiziellen Webinstaller von OC, aber kann ich das so einfach updaten?
    Aktuell mache ich meine Backups von der DS per Rsync, reicht das oder sollte ich besser das aktuelle OC zusätzlich sichern?
    Wenn ich die OC-Exportfunktion nutze, wird da nur das Benutzerprofil oder auch der Kalender und die Kontakte gesichert?

    Sorry für den Überfall.

    Biker-Gruß und ein eschönes WE

    Josch

  2. Hallo Josch,
    ja da sprichst du ein wahres Wort 😉 : meine Meinung ist ziemlich zwiespältig zu ownCloud auf der Diskstation. Ich persönlich finde es wirklich schade, dass Eric seine Arbeit eingestellt hat, obwohl ich ihn (ohne die wirklichen Vorgänge zu kennen, nur gelesen und geschlußfolgert) durchaus verstehen kann. Die Empfehlung für die Synocommunity resultiert einfach daraus, dass mir bis dahin keine Alternative bekannt war, wenn man mit der Wolke aktuell sein will. Inzwischen hat sich aber auf Erics Seite in der Diskussion um Version 5.0.11 jemand gemeldet, der die aktuelle Version basierend auf Erics Paketen bereit stellt. Für dich vielleicht die beste Möglichkeit …
    Allerdings begibst du dich damit wieder in Abhängigkeit von einer einzelnen Person und da kann die Paketpflege – aus welchen Gründen auch immer – ziemlich abrupt enden wie wir bei Eric gesehen haben …
    Für mich persönlich stellt ownCloud auf der Synology DS nur noch zweite Wahl dar. Mir sind die Probleme in den letzten 6-7 Monaten einfach zu groß geworden. U.a. deshalb erfolgte mein Wechsel zum Raspberry Pi als Basis.
    Zum Punkt mit dem Update: Hauptproblem ist die Datenbank (hier sind Kontakte und Kalenderdaten). Wird die gesichert während sie läuft, kann es zu Problemen kommen. Sollte eigentlich funktionieren, wenn du den Dienst stoppst und dann dein Backup machst. „Sollte“ heisst ich habe es noch nicht ausprobiert. Mit der Exportfunktion habe ich keine befriedigenden Erfahrungen gemacht …
    Ja mein Lieber, soweit „mein Senf“ zu deinen Fragen. Kannst ja mal mitteilen, wie du dich im Endeffekt entschieden und welche Erfahrungen du dann gemacht hast.

    Linke Hand und schönes WE
    Karsten

  3. Hi, Karsten,

    Danke für deine Antwort.
    Nach Vorab-Tests in einer VM habe ich nun das Update/die Migration nach OC6 durchgeführt, aber ohne mich in irgendeine Abhängigkeit zu begeben.
    Ich habe parallel in ein eigenes Verzeichnis die aktuelle OC Version von deren Homepage installiert (ohne sie aber einzurichten). Dann wie bei einer normalen Migration Data und Config von alt nach neu kopiert, den Owner und die Gruppe der Dateien identisch eingerichtet, wie unter dem alten Verzeichnis und das neue OC über das Webinterface aufgerufen (einige Anpassungen laufen dann automatisch). Alte OC5 Instanz deinstalliert.
    Alles erfoglreich, leider ist jetzt die Performance (Webinterface) unterirdisch (war ja vorher schon nicht so dolle, habe aber eine DS214), habe mich mal an ein OC-Forum gewandt, mal schauen.

    Installation von OC habe ich mich hieran gehalten: http://mein.homelinux.com/wiki/cloud/owncloud
    Update/Miogration hieran: http://doc.owncloud.org/server/6.0/user_manual/migration.html

    Gruß

  4. Moin Joscha,
    danke für deine Rückmeldung und schön, dass alles geklappt hat. Ich persönlich halte inzwischen die Verwendung der Originalpakete auch für die beste Lösung … Ich werde mir deine Links mal anschauen und eventuell darauf verweisen.
    Zur Performance der Webschnittstelle findest du ein paar kleine Tipps bei mir auch unter den Downloads, allerdings auf die Raspberry-Installation bezogen. Sind nicht alle auf die DS übertragbar.
    Gruß

  5. Also basierend auf den beiden Links habe ich folgendes gemacht:

    Achtung: Gedächtnisprotokoll!
    Ich erhebe keine Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit, sollte aber so in hinhauen.

    Unbedingt Backup der DS durchführen!

    Pfad: /volume1/web/owncloud <— Alte 5er Instanz

    Als Root auf per SSH/Telnet mit der DS verbinden:

    diskstation> cd /volume1/tmp
    diskstation> wget http://download.owncloud.org/community/owncloud-6.0.1.tar.bz2 # Version 6.0.1 downloaden
    diskstation> tar xvf owncloud-6.0.1.tar.bz2 # Das Paket entpacken. Evtl muss noch "bzip2" installiert werden
    diskstation> mv owncloud owncloud6
    diskstation> mv owncloud6 /volume1/web
    diskstation> cd /volume1/web
    diskstation> cp -r owncloud/data owncloud6 # Benutzerdaten ins neue Owncloud kopieren
    diskstation> cp -r owncloud/config owncloud6 # config.php ins neue Owncloud kopieren

    Die owncloud6/config.php ggf.editieren, mindestens den Pfad zu den Webfiles.

    diskstation> chown -R nobody:nobody /var/www/owncloud6 # Anpassen der Rechte im Webroot
    diskstation> chmod 777 /var/www/owncloud6 # Anpassen der Rechte im Webroot, NICHT rekursiv!!!!!

    Aufrufen der neuen Owncloud Instanz http:///owncloud6

    Alternativ kann man nach dem Kopieren der Data und Config Verzeichnisse das Package deinstallieren und das Verzeichnis /volume1/web/owncloud löschen.
    Danach kann man das neue Verzeichnis owncloud6 nach owncloud kopieren, damit die Pfade in den Clients nicht angepasst werden müssen.

    Vom dauerhaften parallelen Betrieb von OC5 und OC6 mit nur eine DB im Hintergrund rate ich ab. Ich lasse diese Überschneidung nur kurz zu, falls die Migration nach 6 fehlschlagen sollte.

    Hilfreich kann auch die Verwendung von WinSCP sein.

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