Salzwedel – zur Stadtgeschichte

Setzt man sich mit Geschichte auseinander, kommt man am entsprechenden Sagenschatz nicht vorbei. Im Zusammenhang mit Salzwedel, hier insbesondere die Burg gemeint, existieren einige Überlieferungen. Natürlich sind Sagen keine vertrauenswürdigen Quellen und doch enthalten sie oftmals einen Kern, der der Wahrheit zumindest nahe kommt.

Eine der mit der Burg Salzwedel verbundenen Sagen berichtet von einer Bluttat geradezu biblischen Ausmaßes (übernommen von www.salzwedel.de ):
 

Der schändliche Verrat der Gastfreundschaft

… Gero, der auf der stolzen Salzwedeler Burg residierte, war bemüht, die heidnischen Wenden zu besiegen, die zu seiner Zeit noch die christliche Altmark bedrohten. Da er sie im direkten Kampfe nicht immer treffen konnte, wandte er schließlich eine schändliche List an und ließ dreißig ihrer Fürsten zum Gastmahl einladen. Sie ahnten nichts Böses, und sagten ihr Kommen an, hatte es doch schon lange keine kriegerischen Auseinandersetzungen mehr gegeben.
Wie üblich bei so einem Gastmahl legten die Gäste vor Betreten des Saales ihre Waffen ab und setzten sich erwartungsvoll an die gedeckten Tische. Sie hofften, mit dem Markgrafen bei dieser Gelegenheit endlich auch eine friedliche Einigung der immer wieder aufflackernden Feindseligkeiten aushandeln zu können. Das Festmahl mundete allen, Bier und Wein schmeckten vorzüglich, und sie überlegten sich gerade die rechten Worte, um mit Gero zu sprechen, als plötzlich, auf dessen Zeichen hin bewaffnete Knechte und Burgmannen hereinstürmten und mit ihren Schwertern ein grauenvolles Blutbad unter ihnen anrichteten. An Widerstand war nicht zu denken und schon in kürzester Zeit war die Mordtat vollbracht. Die Wendenfürsten lagen in ihrem Blut, das überall zu sehen war, auf dem Boden und an den Wänden. Das Mauerwerk färbte sich rot davon und jeder Versuch, die Blutflecken später abzuwaschen, misslang. Diese Blutflecke, sichtbare Zeichen des schändlichen Verrates, des schlimmen Bruchs der Gastfreundschaft, waren noch Jahrhunderte lang zu sehen und mahnten und erinnerten an die grausige Freveltat.

Diese Sage gibt es auch so ähnlich in Quedlinburg, wobei es hier sicherlich darin begründet liegen könnte, dass besagter Gero in Quedlinburg begragben ist und es dort ein „Gerokreuz“ gibt, dass der reuige Markgraf zur Sühne seiner Sünden gestiftet haben soll.

Gero ist jedenfalls ein historische Figur und eng mit der Expansion des ostfränkischen Reiches gegen die slawischen Fürstentümer unter König Heinrich !. und seinem Sohn Otto verbunden. Der König und spätere Kaiser Otto I., auch „der Große“ genannt, setzte unseren Gero 939 als Markgrafen der Ostmark ein und beauftragte ihn mit der Unterwerfung der Elbslawen. Gero war der erste und einzige Markgraf der Ostmark. Nach seinem Tod 965 wurde die Ostmark aufgeteilt und existierte in dieser Form nicht mehr.

Auch der Mord an den Slawenfürsten ist dokumentiert.In der Sachsenchronik des Widukind von Corvey wird die Ermordung von etwa 30 slawischen Fürsten auf Geros Befehl während eines Gastmahls bestätigt. Nur der genaue Ort ist nicht angegeben.

Da nach Meinung von Johann Friedrich Danneil die Burg Salzwedel um das Jahr 780 erbaut wurde, besteht die Möglichkeit, dass eben hier das Verbrechen verübt wurde. Im Sagenschatz der Stadt Salzwedel wird der noch heute stehende Bergfried der Burg als Ort des Geschehens angegeben und angeblich kündet noch heute ein roter Fleck im Mauerwerk von der Schandtat …

 

Bergfried der Burg Salzwedel (Quelle: Wikipedia)

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