Schwarzwaldtour (update)

Mein zweiw√∂chiger Urlaub ist jetzt fast vorbei. Am Montag geht es wieder in die Firma. Meine Kollegen waren in diesem Jahr vorbildlich und es hat sich wohl rumgesprochen, dass auch der Sysadmin mal eine Pause braucht ūüôā . Gab nur einige kleine Anrufe , die schnell und unproblematisch zu l√∂sen waren. Also dieses Mal wirkliche Erholung …

Die erste Woche verbrachten wir im Schwarzwald, eine Gegend Deutschlands, die ich bisher noch nicht besucht hatte. Ihr Ruf als Motorradrevier erster G√ľte ist allerdings legend√§r.
 
Vorbereitungen

Die Idee kam von Henry. Warum nicht mal in den Schwarzwald? Wir einigten uns auf den Zeitraum und suchten zun√§chst ein Hotel, Halbpension und vern√ľnftiger Preis waren Voraussetzung. Im Hotel „Waldeck“ in Todtnau wurden wir f√ľndig. An dieser Stelle noch mal ein Dank an die Familie Rost f√ľr den wirklich gelungenen Aufenthalt. Meine Kenntnisse √ľber den Schwarzwald tendierten gegen 0 und so machte ich mich auf die Suche nach Informationen √ľber Touren, Sehensw√ľrdigkeiten usw. Gefunden habe ich schlie√ülich (durch einen Tipp im Speed Triple Forum ) die Routenvorschl√§ge des Motorradclubs Todtnau – 12 sehr unterschiedliche Touren in einem „tankrucksackfreundlichen“ Format. Bestellbar ist dieses wirklich sehr gute Heft f√ľr kleines Geld auf den Seiten des Tourismusverbandes S√ľdschwarzwald . Zus√§tzlich habe ich mir vom ADAC das Tourenpaket zusenden lassen. Auf diese Weise waren wir also bestens ger√ľstet f√ľr unseren Urlaub.

Anreise

Die Anreise am 04.08.2012 gestaltete sich recht problemlos. Wir hatten eine Strecke von 728 km zur√ľckzulegen, davon ca. 650 km Autobahn. F√ľr mich war vor allem interessant, wie es sich auf der Speed Triple auf der Autobahn f√§hrt, Spritverbrauch und Messungen des „Popometers“ waren besonders interessant. Wir starteten 10.30 Uhr von Salzwedel und tankten in Brome (also kurz vor der Autobahn) das erste Mal. Das Wetter war recht angenehm (20¬į und leicht bew√∂lkt). Die Autobahnen waren recht wenig befahren in Richtung S√ľdwesten und wir kamen gut voran. Kurz hinter Kassel machten wir Rast an einem Autohof und tankten. Bis dahin hatten wir 220 km von Brome aus zur√ľckgelegt. Erster Pluspunkt also f√ľr die Speedy – mit der Vmax w√§re bei der Fahrweise (meist um die 140 km/h, Tendenz zu 160 und kurze Strecken auch mal 180) bereits nach 150 km der Treibstoff zu Ende gewesen.
Als wir wieder losfahren wollten, wurden wir an der Abfahrt gestoppt. Wenige Minuten vorher war ein Motorradfahrer von einem Auto gerammt worden und schwer gest√ľrzt. Wir durften nun die Rettungsma√ünahmen mit ansehen. Den Biker hatte es so schwer erwischt, dass er mit einem Rettungshubschrauber ausgeflogen werden musste. Der Hubschrauber landete wenige Meter von uns entfernt auf der Bundesstra√üe. Nach etwa 45 Minuten konnten wir weiter fahren.
 

Die Maschinen waren schwer beladen

 
 
Nach einem weiteren Tankstop in der N√§he Frankfurts erreichten wir ohne weitere Zwischenf√§lle Freiburg. Ab hier verliessen wir uns auf die Wegbeschreibung des Hotels und fuhren √ľber „Schau ins Land“ Richtung Todtnau. Unterwegs wunderte ich mich √ľber einige Reaktionen uns entgegen kommender Autos, die uns mit der Lichthupe warnten bzw. √ľber einen Radfahrer, der uns den international bekannten Mittelfinger zeigten. Nach einigem Nachdenken kam ich auf die Ursache: die Stra√üe √ľber „Schau-ins-Land“ ist an den Wochenenden f√ľr Motorr√§der gesperrt. Allerdings hatte ich unterwegs keine Schilder √ľber die Sperrung bemerkt (wie sich sp√§ter herausstellte habe ich sie nur tats√§chlich nicht gesehen, sie stehen durchaus an der Strecke. Nach 8 Stunden l√§sst die Konzentration offensichtlich stark nach.).
Nach 8,5 Stunden waren wir dann in Todtnau. Henry und Olla erwarteten uns schon. Sie waren ja bereits am Freitag per Auto angereist …

05.08.2012 Tour 1 – Schauinsland und Reben

Diese Tour war jedenfalls geplant, aber von Todtnau kommend waren die Verbotsschilder f√ľr die Route √ľber Schauinsland nicht zu √ľbersehen. Also die erste √Ąnderung zum Tourenvorschlag. Das allerdings passierte uns an den n√§chsten Tagen des√∂fteren – mal waren es Umleitungen, mal haben wir eine Abfahrt verpasst. Dem Spa√ü tat das aber keinen Abbruch – der Schwarzwald bietet eine Menge wunderbare Stra√üen. Wir hatten gutes Wetter und so dehnten wir die Route noch etwas aus indem wir „kreuz und quer“ zwischen Todtnau, Kandern, Staufen und St. Blasien unterwegs waren. Insgesamt waren wir 8 Stunden unterwegs und legten ca. 300 km zur√ľck. Leider habe ich vergessen die Tour per Mytracks aufzuzeichnen.


Die Speedy wird gesattelt …

06.08.2012 Regen – Besuch in Freiburg

Jeden Tag kann man kein sch√∂nes Wetter haben und uns erwischte es an diesem Montag. Das Wetter war wirklich bescheiden und so entschlossen wir uns, den Tag in Freiburg zu verbringen. Wir hatten ja Henrys Auto zur Verf√ľgung und waren daher unabh√§ngig. Allerdings geh√∂rte zum Hotelpreis die „Schwarzwaldcard“ die einem die kostenlose Benutzung √∂ffentlicher Verkehrsmittel im Umkreis von etwa 50 km erm√∂glicht – inklusive Bahn. Eine wirklich tolle Sache f√ľr die Urlauber. Freiburg ist eine wirklich sch√∂ne Stadt mit einer sehr gut erhaltenen bzw. nach dem Krieg wieder aufgebauten Altstadt. Der Tag verging mit M√ľnsterbesichtigung (inklusive Turmbesteigung – 265 Stufen bis zur Aussichtsplattform!), Eink√§ufen und Bummeln recht schnell.


Blick vom Glockenturm

Auf dem R√ľckweg schauten wir uns noch den „h√∂chsten Wasserfall Deutschlands“ (es gibt einige davon in der Gegend ūüôā ) oberhalb Todtnaus an.


Todtnauer Wasserfall

07.08.2012 Tour 2 – Rheinfall und Bodensee

Wegen des verlorenen Tages auf Grund des Wetters entsclossen wir uns die 2. Tour gegen√ľber des Vorschlages vom Todtnauer Motorradverein auszuweiten. So weit war es ja auch nicht von Schaffhausen bis zum Bodensee …

Das Wetter hatte sich stabilisiert, eine Sonne-Wolken-Mix war am Himmel zu sehen, das ganze bei etwa 20¬įC und das wichtigste – es war wunderbar trocken. Dieses Mal habe ich auch nicht vergessen, MyTracks auf dem Handy zu aktivieren. Gegen 10.00 Uhr ging es los, √ľber Gschwendt und Pr√§g nach Todtmoos. Gut ausgebaute – wenn auch recht enge –¬†Strassen¬†mit zahlreichen Kurven f√ľhrten in die gew√ľnschte Richtung. Soweit es uns m√∂glich war mieden wir Bundesstra√üen. Von Todtmoos aus ging es weiter in Richtung St. Blasien. Hier erwartete uns die erste √úberraschung – wegen einer Baustelle wurden wir „gro√üz√ľgig“ umgeleitet und wir wichen vom Plan ab.

Allgemeine Richtung Schaffhausen wurde beibehalten und wir wichen noch das eine oder andere Mal von der geplanten Route ab. Belohnt wurden wir daf√ľr mit einer wunderbaren Landschaft, zahlreichen Kurven und fast leeren Stra√üen. Das es ab und an mal ein wenig holpriger wurde tat dem Vergn√ľgen keinen Abbruch …

√úber Waldshut-Tiengen, Aichau und Schwerzingen kamen wir nach Klettgau. Am Grenz√ľbergang zur Schweiz wurden wie √ľblich keine Papier kontrolliert, stattdessen interessierte sich der Beamte sehr f√ľr das Profil an unseren Reifen. Da es nichts zu beanstanden gab qu√§lten wir uns wenige Minuten danach auf der Hauptverkehrsstra√üe ¬†Richtung Schaffhausen. Mehrfach gewarnt durch „Eingeborene“ hielten wir uns streng an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten. In Schaffhausen folgten wir der Ausschilderung und standen kurz darauf vor dem Rheinfall. Von dem Naturschauspiel war ich sehr beeindruckt, vom Touristenrummel weniger. √Ąhnlich wie am Stilfser Joch lebt eine ganze Industrie von den Besuchern …


Gruppenbild vorm Rheinfall

Nach einem etwa einst√ľndigen Aufenthalt ging es weiter nach Ludwigshafen (kurze Rast am Bodensee) und dann √ľber Engen und Neustadt-Titisee zur√ľck nach Todtnau. Wir waren ca. 8,5 Stunden unterwegs und haben fast 290 km zur√ľckgelegt.

Unter diesem Link ist die Tour auf Googlemaps  zu finden.

 

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